Eine Frau sitzt mit dem Rücken zur Kamera am Meer und cremt sich das Schulterblat mit Sonnencreme ein (Quelle: Colourbox)
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Service - Der richtige Sonnenschutz

Zu viel Sonne schadet uns, das weiß jedes Kind. UV-Strahlen lassen unsere Haut schneller altern, verursachen Sonnenbrand und können Hautkrebs erzeugen. Doch wie schützt man sich richtig vor der Sonne? Mit unserer Hautärztin Yael Adler klären wir, welcher Sonnenschutz gerade für die ältere Haut wichtig ist.

Jeder Mensch hat sein persönliches Sonnenkonto. Das heißt je nach Hauttyp vertragen wir nur eine ganz bestimmte Sonnenlicht-Menge. Jede Minute in der Sonne, jeder Sonnenbrand füllt das Sonnenkonto wie ein Fass. Irgendwann im Laufe der Jahre ist das voll. Die Hautzellen sind überlastet. Hautkrebs kann entstehen.

Und die Häufigkeit von Hautkrebs nimmt zu. Vor allem weißer Hautkrebs ist mittlerweile schon fast eine Volkskrankheit. Besonders betroffen: Über 60 Jährige und Menschen, die viel in der prallen Sonne arbeiten, wie zum Beispiel Dachdecker oder Straßenarbeiter. Bei ihnen ist Hautkrebs mittlerweile die Berufskrankheit Nummer 1. Zwar bildet weißer Hautkrebs seltener Metastasen als schwarzer Hautkrebs, aber für die Betroffenen ist die Krankheit dennoch belastend. Denn je größer der Tumor, umso mehr müssen die Ärzte wegschneiden. Das kann große Narben zur Folge haben.

Besonders gefährdet von Sonnenschäden sind Kinder und ältere Menschen. Denn im Laufe unseres Lebens nehmen die schützenden Pigmente in unserer Haut ab. Ältere Menschen sind daher besonders gefährdet, einen Sonnenbrand zu bekommen. Auch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Blutdrucksenker können die Haut lichtempfindlicher machen. Betroffene sollten dazu ihren Arzt oder Apotheker befragen.

Beim Sonnenschutz lautet das Motto: meiden, kleiden, cremen. Mittagssonne sollte man möglichst aus dem Weg gehen. Auch im Schatten erreichen uns noch etwa 50 Prozent der UV-Strahlen. Sogar durch Autofenster gelangen noch die UVA-Strahlen, die für die Hautalterung verantwortlich sind.

Bei der Sonnencreme ist die Auswahl riesig. Ob Spray, Gel, Fluid, Milch oder Creme ist Geschmackssache. Bei Spray ist nur zu beachten, dass man genügend abbekommt. Deshalb besser doppelt sprayen. Der Lichtschutzfaktor (LSF) auf der Verpackung gibt an, wie lange das Produkt die Eigenschutzzeit verlängert. Nordeuropäer mit heller Haut und hellen Haaren haben beispielsweise eine Eigenschutzzeit von circa 10 Minuten. Lichtschutzfaktor 30 verlängert diese um den Faktor 30. Man hat somit also einen Schutz von 300 Minuten. Hautärzte empfehlen aber, diesen nicht völlig auszureizen. Und erneutes Eincremen verlängert den Schutz nicht.

Bei den Sonnenschutzfiltern unterscheidet man zwischen mineralischen (physikalischen) und chemischen Filtern. Chemische Filter dringen in die Haut ein und wandeln die UV-Strahlen in Wärme um. Mineralische Filter bleiben auf der Hautoberfläche und reflektieren die Strahlen wie ein Spiegel.

Die meisten herkömmlichen Sonnenschutzprodukte nutzen chemische Filter. Naturkosmetik-Produkte dürfen nur mineralische Filter enthalten. Beide Systeme schützen gleich gut, trotzdem haben sie ihre Vor- und Nachteile. Einige chemische

UV-Filter stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein und Stoffwechselprozesse des Körpers zu stören. Auch können manche von ihnen Allergien auslösen und Korallen und Wasserlebewesen schaden. Aus diesem letzten Grund verbietet etwa Hawaii ab 2021 Sonnenschutzprodukte mit den Wirkstoffen Octinoxat oder Oxybenzon.

Sonnenmilch mit mineralischen Sonnenschutzfiltern lässt sich dagegen oft nicht so gut verreiben und hinterlässt einen weißen Film auf der Haut. Doch in letzter Zeit haben Naturkosmetikfirmen an ihren Rezepturen gearbeitet und Produkte auf den Markt gebracht, die diesen „Weißel“-Effekt nicht mehr haben. Einige (nicht alle) nutzen dazu mineralische Partikel in Nanogröße. Diese sind winzig klein und lassen sich deshalb besser auf der Haut verteilen. In letzter Zeit ist allerdings eine Diskussion um Nano-Partikel entbrannt. Es wird vermutet, dass sie in den Körper eindringen und den Organismus schaden könnten. Ob Nanopartikel in die Haut eindringen, ist nach aktueller Studienlage nicht abschließend geklärt.

Wer ganz sicher gehen möchte, sollte auf Nanopartikel verzichten. Ob das Produkt Nanopartikel enthält oder nicht, muss auf der Verpackung in der Liste der Inhaltsstoffe mit dem Wort “Nano” gekennzeichnet sein (immer in Klammern hinter dem jeweiligen Filter).

Beim Eincremen gilt die Devise: „klotzen statt kleckern": Ein 1,80 Meter großer Erwachsener braucht nach Angaben der Experten etwa drei Esslöffel Sonnencreme, um seinen ganzen Körper richtig einzucremen. Das sind etwa 40 Milliliter. Berücksichtigt man dann noch, dass Sonnenanbeter nach dem Schwitzen oder Schwimmen regelmäßig nachcremen sollten, reicht eine 200-Milliliter-Flasche höchstens fünf Tage für einen Erwachsenen.

Beitrag von Sina Krambeck