Eine Frau gibt Süßstoff in ihren Kaffee (Bild: imago/Westend61)
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Was steckt hinter dem süßen Geschmack? - Zuckerersatzstoffe im Test

Zucker verursacht nicht nur immense gesundheitliche Schäden, er steckt auch in immer mehr industriell hergestellten Lebensmitteln. Viele versuchen daher, ihn durch andere Stoffe zu ersetzen. Oft sind das künstlich hergestellte Stoffe und ihr Nutzen ist nicht immer unumstritten.

Zucker ist Treibstoff für den Körper, etwa zwei Teelöffel Zucker sind im Blutkreislauf des Menschen enthalten. Allein das Gehirn verbrennt 140 Gramm Glukose am Tag.
Allerdings ist der Zuckerverbrauch pro Kopf im Industiezeitalter immens gestiegen. Die WHO empfliehlt ca. 35 g Zucker pro Tag, optimal wären 25 g.

1874 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei gerade 6,2 Kilogramm. Heute sind es rund 35 Kilo Zucker, die jeder Deutsche pro Jahr zu sich nimmt. Die Folgen sind: steigendes Übergewicht, erhöhte Anzahl an Diabetikern, Karieserkrankungen schon im frühen Kindesalter.

Oft versteckt sich Zucker in industriell hergestellten Lebensmitteln als Konservierungsmittel und Geschmacksträger, etwa in Pizza, Wurst, in Salaten, etc.
Fruchtjogurts beispielsweise enthalten bis zu sechs Stücken Zucker pro 150g. Apfelsaft oder andere Fruchtsäfte enthalten ebenso viel Zucker wie die verpönte Cola. Sie sollten immer stark Wasser verdünnt (1/3 Saft, 2/3 Mineralwasser) getrunken werden. Zucker scheint auch ein gewisses Suchtpotential zu besitzen. Wer nicht genau auf seinen Konsum achtet, läuft Gefahr, immer größere Dosen zu konsumieren.

Die Industrie entwickelte ursprünglich für Diabetiker Süßstoffe, die auch von schlankheitsbewussten Menschen verwendet werden. Die synthetisch hergestellten Süßstoffe standen unter Verdacht gesundheitsschädigend, sogar krebserregend zu sein. Aspartam wird von Kritikern als "pures Gift" bezeichnet, in Tierversuchen, verabreicht in extrem hohen Dosen bestätigte sich der Verdacht. Jedoch lässt sich das Studienergebnis nicht direkt auf den menschlichen Konsum übertragen.

Tatsache ist, dass synthetische Süssstoffe abführend wirken, Blähungen verursachen und Appetit anregend wirken können. Bei light- und "zero"-Produkten ist durchaus Vorsicht geboten, regelmäßiger Konsum verändert die Darmflora. Ein Zuviel kann negative Folgen für die Gesundheit haben.

Neben den Süssstoffen haben sich eine Reihe von Zuckerausstauschstoffen durchgesetzt z. B. Xylit, Eritrith, Sucralose, Sorbitol und Stevia. Durch ihren Einsatz spart man auf jeden Fall Kalorien, allerdings besitzen sie weniger Süßkraft.

Alternative Süßungsmittel: Honig, Sirup, Dicksaft, Rohrohrzucker, Kokosblütenzucker sind durchaus empfehlenswert, sie enthalten noch Mineralstoffe, bringen Eigengeschmack mit. Kaloriensparen lässt sich mit ihnen jedoch nicht.

Gast im Studio: Vera Spellerberg Ernährungsberaterin

Beitrag von Ute Müller-Schlomka