Eun Junge wäscht sich die Haare in der Dusche (Quelle: Colourbox)
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Service - Im Test: Silikonfreies Haarshampoo

Jahrelang war Silikon die Antwort Nummer 1 der Schönheitsindustrie auf sprödes Haar, es wirkt dadurch glatter und geschmeidiger. Doch dann geriet das Silikon in die Kritik. Einerseits aus Gründen des Naturschutzes, aber auch aus kosmetischen Gründen, weil das Silikon die Haare auf Dauer verändert.

Die Lösung für viele waren daher silikonfreie Shampoos. Aber kommen die wirklich ganz ohne Kunststoffe aus? Das wollte die Zeitschrift ÖKO-TEST jetzt wissen und hat 41 Produkte ins Labor geschickt. Darunter konventionelle Marken, Naturkosmetik und Eigenmarken von Drogerien und Discountern. Doch „ohne Silikone“ heißt nicht „ohne weitere Schadstoffe“. Die Urteile reichen von sehr gut bis ungenügend. Studiogast: Dr. Jürgen Steinert, Redakteur ÖKO-TEST

Ja, wir haben die Haare schön. Weil wir sie pflegen, kämmen, waschen. Bloß: Mit welchem Shampoo? Die Zeitschrift Ökotest hat sich 41 Shampoos ohne Silikone vorgenommen - mit haarigen Ergebnissen.

Jahrelang haben Hersteller Silikone in ihren Shampoos verwendet, um das Haar zum Glänzen zu bringen und es leicht kämmbar zu machen. Doch die Zahl der Kritiker wächst: Denn Silikone können sich teilweise in unseren Gewässern anreichern und sind schwer biologisch abbaubar.

Keine Schadstoffe in zertifizierter Naturkosmetik

Mittlerweile gibt es genügend Alternativen. Die Zeitschrift Ökotest hat sich 41 silikonfreie Shampoos angesehen, darunter 14 zertifizierte Kosmetikprodukte. Sie alle haben mit der Note “sehr gut” abgeschnitten und sind frei von bedenklichen Inhaltsstoffen. Ebenfalls mit der Bestnote bewertet wurden drei Shampoos von konventionellen Anbietern.

Besser ohne Duftstoffe
Abgewertet haben die Experten unter anderem Shampoos, die Duftstoffe wie Geraniol  oder Citronellol enthalten. Sie können Allergien auslösen und lassen sich in der Umwelt nur schwer abbauen. Besonders bedenklich ist der Duftstoff Lilial: In einem Tierversuch hat er sich als fortpflanzungsschädigend erwiesen. Fünf Shampoos enthalten diesen Duft und sind damit durchgefallen.

23 Shampoos mit bedenklichen Inhaltsstoffen
23 Shampoos haben zudem Punktabzug bekommen, weil sie PEG und PEG-Derivate enthalten. Diese Stoffe können die Haut durchlässiger und damit anfälliger machen für Schadstoffe, was zu Hautirritationen führen kann. In der Liste der Inhaltsstoffe sind sie an der  Abkürzung „PEG" oder er Buchstabenfolge „eth" in Verbindung mit einer Zahl zu erkennen.

Hausmittel statt Shampoo
Wer ganz auf Shampoo aus dem Handel verzichten möchte, kann auf zahlreiche Alternativen zurückgreifen. Eine Lösung aus Natron und Wasser wirkt reinigend, ist allerdings zu scharf für chemisch behandelte Haare. Auch Essig macht die Haare sauber, der Geruch ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Waschnüsse aus Indien bieten gute Waschkraft, sind jedoch aufwendig zu knacken. Einfach und praktisch zu handhaben ist  Aloe Vera Gel, das der Kopfhaut zusätzlich Feuchtigkeit spendet und das Haar voluminös und griffig macht.

Beitrag von Alena Hecker