Eine Frau fasst sich an den Kopf (Quelle: Colourbox)
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Service - Volkskrankheit Schwindel

Der Schwindel hat sich zu einer wahren Volkskrankheit entwickelt. Besonders ältere Menschen leiden sehr häufig unter Schwindelattacken: alles dreht sich, der Boden schwankt, man verliert den Halt. Die Ursachen können vielfältig sein. Mehr dazu im Service.

Wie viele Menschen leiden unter Schwindel?
Schätzungen gehen davon aus, dass jeder vierte Patient, der einen Allgemeinarzt aufsucht, auch über Schwindel klagt, nicht als einzige Beschwerde aber als Begleitsymptom. Schwindel ist nach Rückenbeschwerden das zweithäufigste Symptom beim Allgemeinmediziner. Im Alter sind Störungen des Gleichgewichtssystems besonders häufig.

Was ist Schwindel überhaupt?
Ein Alarmzeichen des Gehirns. Es ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein häufiges Symptom vieler Grunderkrankungen. Es ist eine Fehlwahrnehmung des Gehirns über den umgebenden Raum, eine Orientierungslosigkeit. Entweder durch eine Störung oder Fehlfunktion am Gleichgewichtsorgan oder es ist das Zusammenspiel zwischen Augen, Muskulatur und Gleichgewichtsystem gestört.

Wann sollte man mit Schwindel zum Arzt?
Direkt zum Arzt oder ins Krankenhaus sollte man, wenn der Schwindel sehr plötzlich und heftig auftritt und gleichzeitig das Sehen und oder Sprechen beeinträchtigt ist. Denn das könnte ein Schlaganfall sein. Man sollte auch zum Arzt, wenn der Schwindel bleibt oder man immer wiederkehrende Attacken hat.

Warum sollte man wiederkehrenden Schwindel nicht einfach hinnehmen?
Er führt zu einem Unsicherheitsgefühl, bis zur Angstsymptomatik, die Mobilität ist eingeschränkt, es gibt die Gefahr eines Sturzes. im Alter kann das schwere Folgen haben. Außerdem können schwerwiegende Erkrankungen wie Tumore dahinterstecken.

Welche Formen von Schwindel gibt es?
Es gibt attackenmäßigen und dauerhaften Schwindel. Es gibt Drehschwindel, Schwankschwindel. Es gibt Lagerungsschwindel, der auftaucht, wenn man sich im Bett umdreht. Dieser tritt sehr häufig auf. Und es gibt Altersschwindel, der ist auch häufig.

Was sind die Ursachen für Schwindel?
Häufig handelt es sich um eine Erkrankung im Innenohr, in dem das Gleichgewichtsorgan sitzt oder um eine Störung des Gleichgewichtszentrums im Gehirn. Infrage kommen außerdem Nervenentzündungen, Gefäßprobleme, Herz-Kreislauf-Störungen, Stoffwechselerkrankungen, psychische Leiden, Schlaganfall, Tumore, Schwindel durch Migräne.

Wohl am häufigsten: gutartiger Lagerungsschwindel, hier sind meist Ohrsteinchen abgegangen, die dann frei im Bogengang liegen. Es kann aber auch Folge eines Schädeltraumas sein, also eines Sturzes oder Schlages.

Was ist das Dehiszenzsyndrom?
Beim Dehiszenzsyndrom ist die Ursache meist ein defekt der knöchernen Begrenzung des oberen Bogengangs im Ohr, das kann durch einen Unfall oder Sturz passiert sein oder angeboren. Das Syndrom verursacht oft Gleichgewichtsstörungen und Schwindel.

Neurofeedback-Training gegen Schwindel
Bei diesem Neurofeedbacktraining sendet ein spezieller Gürtel Vibrationen an den Körper oder ans Gehirn, sobald der Körper leicht schwankt. Wird dem Körper mittels dieses Gerätes während der Übungen ein Zusatzreiz (Neurofeedbackprinzip) zugeführt, lernt das Gehirn Schwankungen entgegenzuwirken. Dem Patienten werden über Vibrationsstimulatoren fehlende Informationen übermittelt. Das führt zur Korrektur der Körperhaltung. Forschungen haben ergeben, dass Patienten nach zehn Trainingseinheiten statistisch drei Jahre keinen oder spürbar weniger Schwindel hat. Neurofeedback-Training gegen Schwindel ist keine Kassenleistung.

Welche anderen Therapien gibt es?
Wichtig ist immer, dass man die Ursache abklärt. Es gibt Medikamente gegen Schwindel, die gut helfen und einige Arten von Schwindel kann man operieren.

Beitrag von Susanne Stein