Verschiedene Reissorten.
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Service - Basmatireis im Test

Er zählt zu den edelsten Reissorten der Welt: Basmati. Angebaut wird er am Fuß des Himalaya in Indien und Pakistan. Die langen weißen Körner sollen besonders aromatisch sein und versprechen höchsten Genuss. Die Stiftung Warentest hat jetzt 31 Produkte unter die Lupe genommen: losen Reis, Mikrowellen- und Kochbeutel-Reis. Einige Produkte fallen geschmacklich negativ auf. Aber vor allem Schadstoffe sind ein Problem.

Guter Basmati ist besonders aromatisch und komplex im Geschmack. Seine Geschmacks- und Duftnoten reichen von blumig, röstig-nussig bis herb-fruchtig. Wichtigster Prüfpunkt im Test waren daher der Geschmack, Geruch, Konsistenz und Mundgefühl. Außerdem untersuchten die Prüfer, wie viel Fremdreiskörner der Basmati enthält und natürlich ob und wie viel Schadstoffe.

Viele Schadstoffe
Schadstoffe waren diesmal ein Problem. Zum einen fanden die Tester besonders hohe Rückstände von Pestiziden. Ein aktuelles Thema bei Reis ist das Antipilz-Mittel Tricyclazol. Da ist nicht ganz klar, wie gesundheitsschädlich dieses Mittel ist. Die Europäische Kommission hat den Grenzwert daher vergangenes Jahr drastisch gesenkt. Jetzt reicht schon der Nachweis in Spuren dafür, dass der Reis nicht mehr verkauft werden darf. Das gilt für Reis, der ab dem 1.1.2018 importiert wurde. Zwei Reis-Produkte hätten nicht verkauft werden dürfen, weil sie mehr Pflanzenschutzmittel enthielten als erlaubt: Der weiße Reis von Fair East und der Mikrowellen-Reis von Netto Marken-Discount.


Außerdem fanden die Prüfer in einigen Basmati Rückstände der Begasungsmittel Phosphan und Methylbromid, das gegen Schädlinge zum Beispiel in Schiffscontainern eingesetzt wird. Methylbromid ist in der EU verboten, da es sehr umweltschädigend ist. Zwei Reise im Test reichen fast an den Grenzwert heran (und sind in punkto Schadstoffe ausreichend), den es für Bromid gibt. Für Bio-Produkte ist die Begasung gänzlich verboten – daher waren zwei Bio-Vollkornreise mangelhaft. Zwei Produkte waren außerdem mit krebserregenden Schimmelpilzgiften hoch belastet.


Arsen war dagegen im aktuellen Test kein großes Problem. Alle Produkte unterschreiten den Grenzwert für anorganisches Arsen deutlich. Das kommt vielleicht daher, dass das Anbaugebiet von Basmati vergleichsweise gering mit Arsen belastet ist.
Dass es auch ohne nennenswerte Schadstoffe geht, zeigt der weiße lose Reis von BioCompany. Er erhielt als einziges Produkt die Note "sehr gut" im Prüfpunkt Schadstoffe. Allerdings enthielt er gleichzeitig viel Fremdreis, daher reichte es insgesamt nur für ein "befriedigend"!.


Vier Produktguppen

Die Stiftung Warentest untersuchte diesmal vier unterschiedliche Produktgruppen: weißen losen Reis, losen Vollkornreis, Mikrowellen-Reis und Kochbeutel-Reis. Im Test konnte nur loser, weißer Reis überzeugen. In dieser Gruppe gab es fünfmal das Urteil "gut" und zwar für die Produkte von Lidl, Aldi Süd, Netto Marken-Discount, Davert und Tilda. Sie überzeugten in der Sensorik (die Produkte von Lidl, Davert und Tilda sind sogar sensorisch "sehr gut"); hatten kaum Fremdreiskörner und waren vom Schadstoffgehalt einigermaßen ok. Der Preis spielt übrigens keine Rolle: Discounterware ist ebenso gut wie der teure Bio-Reis.


Die Kochbeutel-Reise waren bestenfalls befriedigend. Verlierer in dieser Gruppe ist der Reis von Edeka. Er schmeckt laut Prüfer pappig und modrig. "Mangelhaft" lautet daher das Urteil.
Beim losen Vollkornreis vergab die Stiftung Warentest sogar zweimal die Note Mangelhaft: Die Bio-Produkte von Alnatura und DM enthielten Rückstände des Begasungsmittels Phosphan, das bei Bio-Reis verboten ist. Insgesamt erreichte kein Vollkornreis ein besseres Urteil als "befriedigend". Die Vollkornreiskörner enthielten im Schnitt mehr Mineralölbestandteile und Arsen als die weißen. Das liegt daran, dass die Randschichten des Korns Schadstoffe anreichern können. Gleichzeitig enthalten die Randschichten aber auch die Vitamine und Ballaststoffe. Doch die Stiftung Warentest rät dazu, bei Vollkornprodukten eher zu Nudeln zu greifen.
Auch die letzte Gruppe, der Mikrowellen-Reis, fiel durch. Die Produkte riechen und schmecken wie aufgewärmter gekochter Reis, fanden die Prüfer. Das typische Basmati-Aroma suchten die Prüfer hier vergeblich.


Richtig Reis kochen
Beim Reis kochen gibt es drei Methoden. In jedem Fall sollte man den Reis vor dem Kochen unter fließendem Wasser waschen. Das entfernt überschüssige Stärke und macht ihn locker. Salz ist kein Muss. Entweder kocht man den Reis dann so wie Nudeln in viel Wasser und gießt ihn dann im Sieb ab. Dabei ist aber der Nachteil, dass die Reis-Nährstoffe mit dem Kochwasser im Ausguss landen. Vorteil: Mögliche Arsengehalte im Reis können reduziert werden. Die andere Methode ist die Quellmethode: Dafür einen Teil Reis in zwei Teilen Wasser aufkochen. Dann bei geschlossenem Deckel solange köcheln lassen, bis der Reis alles Wasser aufgesogen hat. Die dritte Methode: Den Reis in einem Dampfgarer dämpfen. So wird er schön locker und körnig.

Alle Ergebnisse zum Nachlesen im aktuellen "test"-Heft oder unter www.test.de
 

Beitrag von Sina Krambeck