Schmerzen durch Gürtelrose (Quelle: imago)
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Service - Was tun bei Gürtelrose?

Die Gürtelrose ein gürtelförmiger Hautausschlag, der stark schmerzen und jeden Körperbereich betreffen kann. Auslöser ist ein im Körper verbliebener Windpocken-Virus, der mit zunehmendem Alter und bei geschwächter Immunabwehr reaktiviert wird.

Vor allem ältere Menschen sind betroffen. Plötzlich treten hier oder da Schmerzen auf,  es juckt ungewöhnlich stark. Vielleicht ein Sonnenbrand? So leicht sollte man diese Symptome aber nicht abtun. Denn es könnte auch eine Gürtelrose sein, die sich ankündigt und zu einer herben Belastung werden kann. Jedes Jahr erkranken daran ca. 300.000 Deutsche. Seit gut 5 Jahren gibt es Impfungen gegen diese Krankheit, die nun ab 1. Mai 2019 auch von allen Krankenkassen bezahlt werden.

Ausgangspunkt einer Gürtelrose ist immer eine Windpockeninfektion, die in der Regel im Kinder- oder Jugendalter auftritt. Dann zieht sich dieses Virus in die Nervenbahnen zurück, nahe dem Rückenmark, und unter bestimmten Voraussetzungen kann es dann auch wieder hervortreten. Entlang der Nervenbahnen suchen sie sich dann einen Weg und konzentrieren sich in einem Hauptfeld auf der Haut. Jeder kann eine Gürtelrose  bekommen, der schon einmal Windpocken hatte oder dagegen geimpft worden ist. Laut Studien erkrankt jeder Dritte mindestens einmal daran.

Die Gürtelrose kann von Kopf bis Fuß alles erfassen. Besonders schwere Fälle sind im Kopfbereich oder im Genitalbereich, weil dabei hohe Schmerzen auftreten können. Sie kann sich sogar auf den ganzen Körper ausbreiten. Dann wird es sehr gefährlich, weil es zu Hirnhautentzündungen führen kann. Der Patient muss auf einer Intensivstation betreut werden.
Der typische Ablauf einer solchen Erkrankung läuft in der Regel so: Es kann mit Müdigkeit und leichtem Unwohlsein beginnen. Häufig geht das mit einem Juckreiz an bestimmten Körperstellen einher. Starke Nervenschmerzen beginnen, die im schlimmsten Fall  auch den ganzen Körper erfassen können. Aber ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind die Hautauffälligkeiten. Die Hautbläschen. Wenn solche Bläschen auftauchen, sollte man rasch zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen. Der Arzt kann dann sehr schnell  und mit hoher Sicherheit feststellen, ob es sich um eine Gürtelrose handelt oder nicht. Dazu sind aufwendige Labortests nicht nötig.

Für das Entstehen einer Gürtelrose gibt es unterschiedliche Ursachen. Das Alter spielt eine wesentliche Rolle, denn unser Immunsystem wird mit den Jahren immer schwächer und kann die Viren nicht mehr so effektiv in Schach halten. Es können aber auch Immunkrankheiten eine Rolle spielen oder auch seelische Belastungen, wie Stress zum Beispiel oder psychische Belastungen. Eine Gürtelrose muss nicht immer im Krankenhaus behandelt werden. Das hängt ab von der Schwere der Erkrankung. Aber eins lässt sich am Anfang nicht abschätzen. Nämlich wie schwer der Verlauf dann weiter geht. 
Deshalb ist es wichtig, rasch mit einer Behandlung anzufangen. Je schneller man beginnt, desto besser lassen sich unangenehme Folgen verhindern. Dazu zählen die zum Teil starken Schmerzen, die im schlimmsten Fall auch über Jahre andauern können. Auch wenn die Gürtelrose schon gar nicht mehr zu sehen ist.

Eine alte Volksweisheit besagt: Wenn die Gürtelrose sich einmal um den Körper geschlossen hat, stirbt der Mensch. Doch Todesfälle sind nur sehr selten und die haben nichts mit der Art und Weise der Ausbreitung zu tun. Lebensgefährlich kann eine Gürtelrose für Menschen sein, die eine schwere Immunkrankheit haben, wie Krebs oder AIDS.
Eine Ansteckungsgefahr ist extrem gering, weil dieser Virus nur sehr schwach auftritt. Da wir aber fast alle Windpocken bekommen haben, besitzen wir in der Regel auch einen Immunschutz durch unser eigenes Immunsystem.

Heilbar ist die Gürtelrose nicht.  Man kann sie mit Salben oder speziellen Flüssigkeiten behandeln. Medikamente helfen bei der Schmerzbewältigung. Doch die Viren, die die Krankheit auslösen, bleiben im Körper, ziehen sich nur zurück und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiv werden. 

Was sollte man tun, um diese Krankheit erst gar nicht zu bekommen? Das Immunsystem fit halten ist natürlich das Beste. Ein möglichst regelmäßiger Tagesablauf, ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung und Bewegung tragen dazu bei. Es gibt aber auch eine Impfung. Bisher hatten die Viren freie Bahn. Doch ein Immunserum kann sie stoppen. Dafür gibt es einen Lebend- sowie einen Totimpfstoff, wobei letzterer von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch Instituts empfohlen wird. Vor einigen Jahren lag die Erfolgsquote dieser Schutzimpfung noch bei 50 Prozent. Inzwischen ist sie fast 100 prozentig wirksam. Nicht zuletzt deshalb haben sich die Krankenkassen entschieden, die Kosten dafür zu übernehmen. Und das ist keine Kleinigkeit, denn für die Schutzimpfung musste der Patient bisher gut 365 Euro bezahlen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen  die Impfkosten für alle Menschen über 60 Jahre. Wer Diabetes hat oder ein geschwächtes Immunsystem oder andere Erkrankungen wie Nieren- oder Darmbeschwerden, der kann sich ab 50 Jahre impfen lassen. Natürlich sind auch Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen. Schmerzen an der Einstichstelle, Rötungen, Schwellungen an der Impfstelle. Die sind aber meistens nach drei Tagen wieder weg. Weitere Begleiterscheinungen können sein: Erschöpfungszustände, Kopfschmerzen, Fieber oder Muskelschmerzen.
Ein Totimpfstoff besteht nur aus abgetöteten Krankheitserregern. Eine Vermehrung ist hier ausgeschlossen.  Sie regen das Immunsystem an,  entsprechende Antikörper zu bilden. Beim Lebendimpfstoff werden geringe Mengen vermehrungsfähiger Erreger  verwendet mit dem gleichen Effekt.
Laut Ständiger Impfkommission, die Impfstoffe  untersucht und empfiehlt, eignet sich der Totimpfstoff gegen die Gürtelrose besser, da er eine höhere Wirksamkeit verspricht, für alle Altersklassen besser verträglich ist und länger anhält. Deshalb werden von den Kassen auch nur diese Impfungen bezahlt. Um die Wirksamkeit zu garantieren, braucht man 2 Impfungen, die in einem Abstand  von 2 bis 6 Monaten erfolgen müssen.  Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat über Studien informiert, die belegen, dass dadurch die Gefahr an Gürtelrose zu erkranken innerhalb von 4 Jahren um 92 Prozent sinken kann und die Häufigkeit von Nervenschmerzen betroffen zu sein um 82 Prozent.

Beitrag von Boris Römer