Wasserglas mit Eiswürfeln, Foto: Colourbox
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Wasserglas mit Eiswürfeln | Bild: Colourbox

Service - Das beste Wasser für mich

Wer nicht so viel Geld ausgeben und keine Getränkekisten schleppen will, der bevorzugt Leitungswasser gegenüber abgefüllten Mineralwasser. Doch kann man es trotz Gülle, Glyphosat und Schwermetallen noch bedenkenlos genießen? Die Stiftung Warentest hat das jetzt untersucht und außerdem Wassersprudler getestet, mit der man sein eigenes Sprudelwasser herstellen kann.

Leitungswasser oder Mineralwasser? Mit Sprudel oder lieber still? Stiftung Warentest hat den großen Wassertest gemacht und festgestellt: Leitungswasser ist sogar gesünder als manches Mineralwasser aus dem Supermarkt. Es ist preiswert – ganze 500 Liter gibt es im Schnitt für einen Euro.
Leitungswasser enthält wichtige Mineralien wie Calcium, Magnesium oder Natrium. Mit Wassersprudlern lässt sich zuhause problemlos Kohlensäure hinzufügen. Dann ist die Erfrischung aus dem Hahn allerdings genauso teuer, wie gekauftes Mineralwasser. Aber das Schleppen entfällt und auch die Entsorgung von Plastikflaschen.  
Viele schmecken noch nicht einmal den Unterschied, wenn man ihnen Leitungswasser und Mineralwasser zum Probieren vorsetzt. Zudem ist Leitungswasser in Deutschland das am besten kontrollierte Lebensmittel.
Die Stiftung Warentest hat Wasserproben aus ganz Deutschland ins Labor geschickt, auf 126 Stoffe überprüft und kann bestätigen: die genauen Kontrollen führen durchaus zu einer guten Wasserqualität. Allerdings gibt es regionale Auffälligkeiten. In ländlichen Gebieten gelangen Pestizide und Nitrate über die Böden ins Grundwasser. Landwirte sollen zukünftig noch stärker in die Verantwortung für sauberes Grundwasser eingezogen werden.
In den Städten wird die Wasserqualität vor allem durch Medikamente getrübt: Schmerzmittel, Hormone oder Kontrastmittel. Labore finden auch Süßstoffe, Spuren von Cremes oder Mikroplastik aus Kosmetika. So wenig wie möglich davon sollte in den Abfluss, denn diese sogenannten Spurenstoffe überleben selbst das Klärwerk. Mit Shiitakepilzen oder Aktivkohle könnten solche unerwünschten Spurenstoffe in Kläranlagen beseitigt werden. Doch daran wird immer noch geforscht und mit neuen Anlagen könnten die Wasserpreise steigen.
Doch auch wir Verbraucher müssen Verantwortung tragen, wenn`s um sauberes Trinkwasser geht: Kontrastmittel, Farben, Lacke, Lösungsmittel, scharfe Reinigungsmittel und Chemikalien gehören nicht in den Abfluss. Bisher sind solche Spurenstoffe aber nur in sehr schwacher Konzentration zu finden und sind kein Gesundheitsrisiko, bestätigt Stiftung Warentest.
Eigenverantwortlich sind Hausbesitzer, Mieter und Vermieter, was die Wasserrohre in den eigenen vier Wänden betrifft. In Häusern, die vor 1972 gebaut wurden, kann über alte Leitungen Blei ins Wasser gelangen. Gefährlich für Schwangere und Kleinkinder. Im Zweifelsfall also testen lassen. Das ist kostenpflichtig. Knapp 15 Euro kostet der Blei-Test im Potsdamer Wasser- und Umweltlabor Labor, ebenso viel bei den Berliner Wasserbetrieben. Bei Grenzwertüberschreitungen in Mietshäusern muss der Vermieter sanieren. Es wird also einiges getan. Vor der Aufbereitung enthält das Wasser übrigens noch natürliche Metalle aus dem Boden: Uran, Arsen und Chrom. Nicht zum Verzehr geeignet – es muss herausgefiltert werden. Leitungswasser besteht zu 62 % aus dem Grundwasser. Der Rest kommt aus Flüssen, Quellen, Talsperren und Seen. Unsere natürlichen Ressourcen werden knapper, nicht zuletzt deshalb ist der sorgsame Umgang mit Wasser überlebenswichtig.

Beitrag von Dagmar Kniffki

 

 


Studiogast: Julia Witt, Stiftung Warentest