Frau hat Hitzewallungen (Quelle: colourbox)
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Service - Hormontherapie in den Wechseljahren

Die Wechseljahre sind keine Krankheit sondern eine ganz normale Lebensphase. Dennoch können Hitzewallungen, Schweißausbrüche und depressive Verstimmungen belasten. Obwohl die Hormonpräparate inzwischen niedriger dosiert sind, gibt es Nebenwirkungen. Vor- und Nachteile müssen also sorgfältig abgewogen werden.

Hormontherapie
Der Grund für die Beschwerden ist der absinkende Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Ob und wie stark Frauen unter Wechseljahresbeschwerden leiden, ist individuell sehr verschieden. Ein Drittel aller Frauen kommt gut damit zurecht und hat keine oder kaum Probleme.
Beschwerden lassen sich mit einer Hormonersatztherapie lindern. Obwohl die Hormonpräparate inzwischen niedriger dosiert sind, sind Nebenwirkungen wie Brustkrebs oder Thrombose nicht ausgeschlossen. Vor- und Nachteile müssen also sorgfältig abgewogen werden. Die aktuellen Leitlinien: Verschrieben werden sollten sie nur bei starken Beschwerden, die den Alltag beinträchtigen. Die Hormone sollten in der niedrigsten wirksamen Dosierung und für die kürzeste mögliche Dauer eingesetzt werden.

Alternativen
Doch es gibt auch Alternativen aus der Natur. Zum Beispiel die Traubensilberkerze mit einem so genannten Phytohormon. Ein Wirkstoff, der auf den Hormonstoffwechsel eines Menschen einen ähnlich regulierenden Effekt hat wie körpereigene Hormone. Die Wirkung der Traubensilberkerze kommt der von Östrogenen gleich. Die Yamswurzel kann als natürliche Alternative in der Östrogen-Therapie eingesetzt werden. Das in der Yamswurzel enthaltene Diosgenin ist eine Vorstufe des natürlichen Hormons Progesteron. Ein Mangel an Progesteron kann zu Stimmungsschwankungen, Depressivität, Wassereinlagerungen, trockener Haut und Haaren, Kreislaufstörungen und zu Libidoverlust führen. Mit Hilfe der Yamswurzel kann in den Wechseljahren ein Ausgleich zwischen den Hormonen Progesteron und Östrogen geschaffen werden. Doch auch die Einnahme von Phytohormonen sollte mit Ärzten und Heilpraktikern abgeklärt werden. Die Pflanzenapotheke bietet noch mehr: Mönchspfeffer, Rotklee, Ginseng, Frauenmantel, Scharfgabe, Ringelblume, Johanniskraut. In der Broschüre „Wechseljahre – Praktische Begleitung für diese Lebensphase“, herausgegeben vom Feministischen Frauengesundheitszentrum Berlin, werden pflanzliche Alternativen zur Hormonersatztherapie ausführlich beschrieben.
Und nicht zuletzt spielt auch die Lebenseinstellung eine bedeutende Rolle: Gesunde Ernährung, in Bewegung bleiben, Sport treiben aber auch Ruhepausen kultivieren. Bei den meisten Frauen steht das im Widerspruch zum Alltag mit Beruf und Familie. Entspannungstechniken helfen die Balance zu finden. Unterstützend in den Wechseljahren wirken auch Kneipp-Behandlungen, Heilfasten, Beckenbodentraining, Akupunktur, Yoga oder Qigong.

Beitrag von Dagmar Kniffki