Pflaster auf einer Kinderhand (Quelle: Colourbox)
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Service - Erste Hilfe bei Wunden

Schnell hat man sich im Haushalt geschnitten, gestoßen oder verbrannt, und dann muss man rasch eine kleine Wunde verarzten. Aber wie? Bei der Wundversorgung kann man viel falsch machen, zudem gibt´s unsinnige Mythen. Wir geben praktische Tipps, wie man bei der Wundbehandlung am besten vorgeht und was man dafür braucht.

Expertin: Dr. Yael Adler, Hautärztin

Kleine Verletzungen, die nicht allzu stark bluten – egal ob Schnitt-, Schürf- oder Brandwunde  - kann man problemlos selbst versorgen.

Reinigung
Kleinere Schnittverletzungen kann man einfach ausbluten lassen. So wird der Schmutz ausgeschwemmt. Ist die Wunde stark verschmutzt oder blutet nicht allzu stark, sollte man sie mit lauwarmem, fließendem Leitungswasser aus dem Hahn reinigen.
Ist kein sauberes Wasser zur Hand, ist Spucke eine gute Alternative, weil darin natürliche Antikörper und Enzyme enthalten sind.

Desinfektion
Schneidet man sich an einer Glasscheibe oder reißt sich an einem rostigen Nagel die Haut auf, sollte man die Wunde unbedingt desinfizieren. Auch verschmutzte Schürfwunden, die kaum bluten, sollte man desinfizieren, um alle Schmutzpartikel zu entfernen.

Stacheln, Glassplitter oder Steinchen
Manchmal stecken kleine Splitter, Steinchen oder Stacheln in der Wunde. Diese sollte man vorsichtig mit einer Pinzette entfernen oder, wenn sie zu tief sitzen, den Arzt aufsuchen.

Pflaster
Früher hieß es, dass Wunden, die an der Luft trocknen, schneller abheilen, als wenn man sie mit einem Pflaster verschließt. Dies ist nicht der Fall. Auch bei Bagatellwunden sollte man stets ein Pflaster verwenden, um die Wunde zu schützen.

Bei größeren Wunden empfiehlt sich eine feuchte Wundauflage, entweder ein Feuchtpflaster (Hydrokolloidpflaster) oder- bei größeren Verletzungen - eine feuchte Kompresse mit einer gelhaltigen Auflage aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt. Ein Feuchtpflaster erleichtert die Wundheilung, weil sich die Epithelzellen, die für die Heilung notwendig sind, im feuchtwarmen Klima besser vermehren können. Zudem wird die Narbenbildung minimiert, da kein Schorf entsteht. Ein Feuchtpflaster verschließt die Wunde außerdem keimdicht, ist aber trotzdem luftdurchlässig.

Sprühpflaster
Sprühpflaster sind eine gute Alternative zum normalen Verband oder Pflaster. Sie sind atmungsaktiv, so dass die Wunde schneller heilen kann, sowie wasser- und schmutzabweisend. Bei Verbrennungen, tiefen oder infizierten Wunden sollten sie allerdings nicht angewendet werden.

Infizierte Wunden
Ist eine Wunde geschwollen, gerötet oder eitrig, kann man zunächst ein spezielles Pflaster oder Vlies mit Silberionen, das wundbedingte Mikroben abtötet, auf die Wunde geben. Tritt keine Besserung ein, sollte man unbedingt den Arzt aufsuchen.

Brandwunden
Kleine, leichtgradige Verbrennungen oder Verbrühungen sollte man zunächst fünf Minuten lang zum Kühlen unter fließendes, lauwarmes Wasser halten.

Da Brandwunden oft nässen und sich Blasen bilden können, sollte man sie auf jeden Fall mit einem Hydrokolloidpflaster bedecken. Es schützt die verletzte Stelle und bildet aus der Wundflüssigkeit ein Gel, das die Heilung beschleunigt. Zudem ist es wasserdicht, so dass man damit problemlos duschen kann.

Wundheilungsstörung
Wenn eine Wunde wochenlang nicht abheilt, sollte man auf jeden Fall den Arzt aufsuchen. Für eine Wundheilungsstörung gibt es mehrere Gründe: eine falsche Ernährung (Mikronährstoffe fördern die Wundheilung), weißer oder schwarzer Hautkrebs können die Ursache sein oder auch versteckte Krampfadern, die dazu führen, dass Wunden am Bein nicht gut abheilen.
 

Beitrag von Gela Braun