Die Zahnbürsten der Kinder der Awo-Kita "Hanna Lucas" stehen in Zahnputzbechern auf einem Regal im Badezimmer (Quelle: Christian Charisius / dpa)
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Service - Die 10 größten Zahnpflege-Irrtümer

Zähneputzen gehört für uns alle zum Alltag, daher glauben wir meist auch, dass wir alles darüber wissen. Doch in ihren Arztpraxen haben Zahnärzte immer wieder mit Patienten zu tun, die ihre Zähne "falsch" gepflegt haben, was dann zu Problemen führt.

So gibt es etwa viele Menschen, die ihre Zähne direkt nach dem Essen putzen, weil sie glauben, dass sei gut für ihre Zähne. Tatsächlich aber weichen säurehaltige Speisen und Getränke (etwa Säfte, Früchte, Saucen, Sauerkonserven) den Zahnschmelz auf, da sie ihm Mineralien entziehen. Putzt man dann seine Zähne, wird der aufgeweichte Zahnschmelz abgetragen. In dem Fall ist es besser, mindestens eine halbe Stunde zu warten. Wir klären die größten Zahnpflege-Irrtümer auf. Studiogast: Dr. Falk Schwendicke, Zahnarzt Charité Berlin

Zähne einer Frau (Quelle: rbb)

Irrtum Nr. 1: Ich habe die schlechten Zähne von meinen Eltern geerbt.

Nein. Schlechte Zähne sind nicht genetisch bedingt. Karies entsteht durch Zucker und nicht entfernte Plaques. Kariöse Zähne haben viel mit der Ernährung und der Beschaffenheit der Bakterienflora im Mund zu tun.

Frau putzt Zähne (Quelle: imago/Science Photo Library)

Irrtum Nr. 2: Nach dem Essen sollte man sofort die Zähne putzen.

Falsch. Säurehaltige Speisen, wie Obst oder Wein, erweichen kurzzeitig den Zahnschmelz. Wer sofort nach dem Essen  losschrubbt, beschädigt ihn. Man sollte warten, bis der Speichel den angelösten Zahnschmelz wieder remineralisiert hat, und frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen zur Zahnbürste greifen.

Zahnbürste mit Zahnpasta (Quelle: imago/Science Photo Library)

Irrtum Nr. 3: Fluorid in Zahnpasta ist giftig.

Falsch. Fluor ist ein Giftstoff, aber nicht Fluorid. Fluorid ist wichtig als Schutz vor Karies, denn es härtet den Zahnschmelz. Das Putzen mit einer Zahnpasta ohne Fluorid führt zu verstärkten Kariesschäden.

Elektrische Zahnbürste beim Zähne putzen (Bild: imago/JuNiArt)

Irrtum Nummer 4: Tüchtig schrubben bringt am meisten.

Falsch. Eine zu rabiate Putztechnik beschädigt den Zahnschmelz und kann das Zahnfleisch zurückschieben und die empfindlichen Zahnhälse freilegen.

Frau putzt sich die Zähne (Quelle: imago/Peter Widmann)

Irrtum Nr. 5: Eine harte Zahnbürste putzt besser als eine weiche.

Auch das ist falsch. Eine harte Zahnbürste zerstört eher den Zahnschmelz.

Zahnpflege Produkte (Quelle: imago/Jochen Tack)

Irrtum Nr. 6: Zweimal täglich die Zähne zu putzen genügt.

Dies ist zwar wichtig, aber es reicht alleine nicht aus. Die Zahnbürste gelangt nur an rund 70 Prozent der Zähne. Erst mit Hilfe von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste werden alle Bakterien beseitigt.

Eine Frau hält einen grünen und roten Apfel in den Händen © imago/Westend61

Irrtum Nr. 7: Ein Apfel nach dem Essen ersetzt das Zähneputzen.

Falsch. Äpfel sind zwar wegen ihres hohen Vitamin-C- und Mineralstoffgehaltes gesund. Aber bei der Zahnreinigung wirken sie allenfalls oberflächlich.

Zahnpasta auf einer Zahnbürste

Irrtum Nr. 8: Solange die Borsten nicht krumm sind, brauche ich keine neue Zahnbürste.

Falsch. Schon leicht verschlissene Bürsten putzen nicht mehr gründlich. Spätestens alle zwei bis drei Monate sollte man die Zahnbürste wechseln.

Eine Frau putzt sich die Zähne (Bild: colourbox.com)

Irrtum Nr. 9: Weißmachende Zahnpasta hellt die Zähne auf.

Falsch. Sie kann wie Schleifpapier wirken und die Zahnoberfläche verletzen. Langfristig können die Zähne dadurch sogar gelb werden, wenn das Dentin zum Vorschein kommt.

Symbolbild für Zahnarztpraxis (Bild: imago/wolterfoto.de)

Irrtum Nr. 10: Man soll beim Zähneputzen auch das Zahnfleisch massieren.

Falsch. Das Zahnfleisch ist gut durchblutet; man muss es nicht zusätzlich massieren. Dadurch traumatisiert man es eher; und es kann zum Zahnfleischrückgang kommen.

Beitrag von Gela Braun