Zimmerpflanzen (Quelle: Colourbox)
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Service - Zimmerpflanzen für besseres Raumklima

Lange waren Zimmerpflanzen als Staubfänger verpönt – doch mittlerweile wissen wir: Sie hübschen nicht nur das Wohnzimmer auf, sondern sorgen auch für bessere Luft – wenn ein paar Dinge beachtet werden. Wir zeigen, welche Pflanzen im Moment besonders im Trend liegen und geben Tipps zum Kauf und zur Pflege.

Seit Jahren schon forscht die US-Raumfahrtbehörde NASA, wie Pflanzen die Luft in Raumschiffen verbessern. Die luftreinigende Wirkung der grünen Gewächse ist unumstritten. Die Empfehlung der Forscher lautet daher: mindestens eine Pflanze pro neun Quadratmeter aufzustellen.

Pflanzen in unseren Zimmern sehen nicht nur hübsch aus - sie sorgen auch noch für bessere Luft. Sie sind Sauerstoffspender, Schadstofffilter und Luftbefeuchter.

Pflanzen spenden Sauerstoff
Grünpflanzen wandeln über das Chlorophyll in ihren Blättern mithilfe von Sonnenlicht Kohlendioxid (CO2) unter anderem in Sauerstoff um.

Pflanzen sind natürliche Luftbefeuchter
Um die 80 Prozent des Gießwassers werden wieder an die Umgebung abgeleitet. Feuchte Luft hilft gegen trockene Atemwege und schützt vor Erkältung. Denn Erreger können sich in feuchter Luft schlechter durch den Raum bewegen als bei trockener Luft.Vor allem im Winter, wenn die trockene Heizungsluft im Raum hängt, können Pflanzen eine echte Wohltat sein. Aber auch im heißen Sommer zeigen sie Wirkung, denn die Feuchtigkeitszufuhr sorgt für eine angenehme Kühle.

Generell gilt: je mehr Pflanzen, desto größer die Sauerstoffgehalt und Befeuchtungsleistung. Gut geeignet sind großblättrige Arten wie die Zimmerlinde, Nestfarn, Ficus oder die Monstera. Die Blätter der Monstera etwa können einen Durchmesser von bis zu 40 cm erreichen. Hierbei gilt natürlich zu beachten, dass die Pflanze ausreichend Platz braucht.

Pflanzen entgiften die Luft
Möbel, Teppiche, oder Baustoffe können Schadstoffe in der Luft verbreiten. Grünpflanzen können die natürliche Luft im Raum verbessern, indem sie Schadstoffe binden. Der Drachenbaum etwa neutralisiert Benzol und Trichlorethylen, die meist in Farbe, Gummiartikeln oder Lacken zu finden sind.

Worauf beim Pflanzenkauf zu achten ist
Zimmerpflanzen bieten viele gesundheitliche Vorteile - damit das auch so bleibt, sollten beim Kauf ein paar Dinge beachtet werden.

Thema Giftigkeit: Wer kleine Kinder oder Haustiere in der Nähe hat, der sollte sich vor dem Pflanzenkauf immer genau erkundigen. Manche Pflanzen sind giftiger als andere. Das Gute daran ist, dass die meisten davon nur in großen Mengen schädlich sind. Dieffenbachien etwa sind sehr pflegeleicht, daher überaus beliebt - aber auch stärker giftig. Diese Pflanze sollte außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren gehalten werden.

Thema Allergien: Es gibt Zimmerpflanzen die Schnupfen oder juckende Augen hervorrufen können. Wer da empfindlich ist, sollte sich vorab erkundigen. Bei Birkenfeige und Gummibaum befinden sich die auslösenden Stoffe, die Allergene, im Pflanzensaft und gelangen an die Blattoberfläche. Christiane Schuh vom Gartencenter Teltow empfiehlt: man sollte Pflanzen möglichst im Frühjahr oder Herbst beschneiden.

Auch Schimmelsporen können Allergien auslösen. Durch zu häufiges Gießen etwa kann sich Schimmel in der Blumenerde bilden. Die verschimmelte Erde sollte sofort entsorgt werden. Laut Gärtnerin Christiane Schuh könnte man auf Hydrokultur umschwenken: „Hydrokultur heißt, sie haben die Pflanze, den Blähton und das Wasser mit der Nährlösung. Also ein sehr sauberes Verfahren. Das ist gut für Menschen, die viel unterwegs sind, oder die vielleicht nicht so den grünen Daumen haben.“

Am besten kann die Zimmerpflanze ihr Potential entfalten, wenn sie richtig steht. Der Standort ist essentiell. Die Experten im Gartencenter Geltow geben dafür folgende Tipps an die Hand: „Je heller die Pflanze im Blattwerk ist, desto heller möchte sie auch stehen. Blühpflanzen müssen immer Licht haben, damit sich Knospen ausbilden. Und dann sollte man unterscheiden zwischen hellem und sonnigem Standort und ob es nur morgens oder auch über die Mittagszeit sonnig ist. Über Mittag kommen dann nur Sukkulenten, es sind ganz wenige Pflanzen, die das durch eine Scheibe aushalten.“

Auch wenn Pflanzen anpassungsfähig sind, wollen sie nicht hin - und hergerückt werden. Ein fester Platz tut ihnen gut.

Beitrag von Julia Gühlholtz