Eier (Quelle: Colourbox)
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Service - Eier im Ökotest

Durchschnittlich 230 Eier isst jeder Deutsche pro Jahr. Das sind umgerechnet viereinhalb Eier pro Woche. Doch Ei ist nicht gleich Ei. Es gibt Bio-, Freiland-, Bodenhaltung und auch immer mehr mobile Ställe. Öko-Test hat Eier von 20 verschiedenen Herstellern unter die Lupe genommen und sowohl Schadstoffe als auch Qualität und Haltungsbedingungen überprüft.

Fast alle Eier ohne bedenkliche Schadstoffe

Im Labor wurden die Eier auf Salmonellen, Dioxine und das Insektizid Fipronil untersucht. Das Ergebnis: Alle Eier können bedenkenlos verzehrt werden. Kritisiert wurden von Öko-Test lediglich die "GutBio"-Bio-Eier von Aldi Nord, weil sie den gesetzlichen Grenzwert für Dioxine zu mehr als 50 Prozent ausschöpften. Aber: der Dioxinwert lag noch immer weit unter dem gesetzlichen Grenzwert, so dass die Eier uneingeschränkt verkehrsfähig sind.

Dioxine gelangen z.B. ins Ei, wenn Hühner damit belastete Erdkrumen aufpicken. Sie gelten als fortpflanzungsschädigend; einige stehen auch im Verdacht, krebserregend zu sein.

Fast immer überzeugende Qualität

Im Großen und Ganzen stimmte die Qualität der untersuchten Eier. Nur bei einigen wenigen Eiern stellten die Ökotester kleinere Mängel wie gesprungene Schalen, Blutflecken im Ei oder ein etwas zu geringes Gewicht fest.

Kritik in Punkto Tierhaltung

Öko-Test hat auch die Haltungsbedingungen der Legehennen überprüft und von den Anbietern entsprechende Belege wie z.B. Lieferscheine angefordert.

In Punkto Tierwohl überzeugten viele Eier nicht. Öko-Test vergab für "Tierhaltung und Transparenz" fünfmal die Note "ausreichend" und dreimal die Note "mangelhaft". Kritisiert wurde vor allem, dass die Besatzdichte der Legehennen in vielen Ställen zu hoch ist, es also pro Henne zu wenig Platz gibt.

Bei den Eiern aus der konventionellen Bodenhaltung haben die Legehennen zudem weder Kaltscharräume noch einen Grünauslauf. Gesetzlich ist dies auch nicht vorgeschrieben, aber es führte in Punkto Tierhaltung bei Öko-Test zur Abwertung.

Ebenfalls abgewertet wurde, dass immer noch viele Anbieter die männlichen Küken sofort nach dem Schlüpfen töten – per Schredder oder Gas. Bei 15 der 20 getesteten Hersteller war dies der Fall. Der Grund: Die männlichen Küken können weder Eier legen noch eignen sie sich – aufgrund ihrer Rasse - zum Mästen.

Inzwischen gibt es immer mehr freiwillige Initiativen, die die männlichen Küken aufziehen und erst nach einigen Monaten zum Schlachter geben. Darunter fallen z.B. die Bruderküken-Initiative (Alnatura), Bruderhahn-Initiative (Bioland und Demeter), Hähnlein-Initiative, "Huhn & Hahn", "Henne & Hahn" oder "Spitz & Bube" (Rewe). In der Regel sind die Eier dieser Anbieter entsprechend auf dem Karton gekennzeichnet.

Beitrag von Gela Braun