Mädchen hat Milch getrunken (Quelle: Colourbox)
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Service - Pflanzendrinks: Alternativen zur Milch

Soja-, Hafer-, Reis- oder Mandelmilch – die Auswahl an pflanzlichen Alternativen zur Kuhmilch ist groß und die Nachfrage steigt. Ob die Pflanzendrinks eine gesunde Alternative zu Kuhmilch sind, worauf man beim Kauf achten sollte und für was man sie verwenden kann, klären wir heute im Service.

Immer mehr Menschen greifen anstatt zur Milch lieber zu Drinks aus Hülsenfrüchten, Getreiden oder Nüssen. Einige tun es ihrer Gesundheit zuliebe, zum Beispiel weil sie keine Laktose vertragen. Andere trinken aus Tier- oder Klimaschutzgründen lieber Pflanzenmilch.

Das reinweiße Image der Kuhmilch hat in den letzten Jahren Schaden genommen. Ihr Gesundheitswert wird von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern immer wieder diskutiert. Die Milch soll angeblich Osteoporose, Entzündungen und sogar Krebs fördern.  Von den Ernährungsinstituten wie z.B. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird Milch als Grundnahrungsmittel nach wie vor empfohlen. Allerdings nehmen Allergien und Unverträglichkeiten zu. Etwa 15 Prozent der Deutschen vertragen keinen Milchzucker. Sie haben eine Laktoseintoleranz. Für sie sind Pflanzendrinks eine echte Alternative.
Im Gegensatz zu Milch, die besonders viel Kalzium liefert, haben Pflanzendrinks wie Soja oder Hafer von Natur aus kein oder kaum Kalzium. Allerdings werden inzwischen einige dieser Produkte mit Kalzium angereichert.  Das ist wichtig zum Beispiel für Veganer.
Vom Eiweißgehalt her reicht nur Sojamilch an Kuhmilch heran. Die anderen Pflanzendrinks haben einen deutlich geringeren Eiweißgehalt.  Ein Plus von Pflanzendrinks: Sie haben kein Cholesterin und einen geringeren Wert an gesättigten Fettsäuren.

Vielseitige Verwendungsmöglichkeiten
Ob aus Dinkel, Mandel, Reis oder Soja: Grundsätzlich lassen sich alle Pflanzendrinks wie Kuhmilch verwenden. Der Klassiker ist  Sojamilch. Als Allrounder eignet sie sich zum Backen, Kochen oder zum Müsli. Aufpassen sollten aber Birkenpollen-Allergiker. Denn die vertragen oft auch keine Soja-Produkte.

Stark im Kommen ist Milch aus Hafer. Eine gute Alternative für Leute, denen die Sojamilch im Kaffee  immer gerinnt. Vegane Barista schwören auf  Hafermilch für ihren Cappuccino. Allerdings ist die Getreide-Milch nichts für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit.
Reismilch
ist wässriger und durch ihren natürlich hohen Zuckeranteil vergleichsweise süß. Mandelmilch eignet sich durch ihre gehaltvolle, cremige Konsistenz gut für Desserts.
In anderen Ländern schon gehypt, bei uns noch ein Geheimtipp und schwer zu finden: Milch aus Hanf-Samen. Sie enthält viel der gesunden Omega 3-Fettsäuren und Eiweiß.
Die Unterschiede im Geschmack sind übrigens auch zwischen den einzelnen Marken groß. Es lohnt sich, mehrere Marken auszuprobieren, bis man eine Pflanzenmilch gefunden hat, die einem schmeckt.

Sind Pflanzendrinks nachhaltiger?
Für den Anbau von Soja werden in Brasilien nach wie vor riesige Flächen von Regenwald gerodet. Es entstehen meist gentechnisch veränderte Monokulturen, die massiv mit Pestiziden besprüht werden.
Deutschland ist einer der Hauptimporteure von Soja aus Südamerika.  Allerdings wird der größte Teil davon, nämlich 80 Prozent, als Kraftfutter für die Nutztiere hierzulande verwendet. Auf den tierischen Produkten wie Milch, Fleisch oder Eier muss übrigens nicht vermerkt sein, dass sie mithilfe von gentechnisch veränderten Futtermitteln produziert wurden. In der Bio-Produktion ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln verboten.
Europäische Sojamilch-Hersteller versichern, dass sie nur nachhaltig angebaute Sojabohnen aus Kanada und Europa (vor allem Frankreich) verwenden. Ob Soja die Umwelt schädigt, hängt also von der Art und dem Ort des Anbaus ab.
Hafermilch gilt als besonders nachhaltig, denn Hafer wird regional in Deutschland angebaut und hat daher keine langen Transportwege.
Bei Mandelmilch sieht die Sache schon anders aus. Die meisten Mandeln werden in Kalifornien angebaut. Lange Transportwege und der Fakt, dass Mandelbäume extrem viel Wasser verbrauchen, machen Mandelmilch zu einem nicht besonders ökologischen Produkt. 
Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Pflanzendrinks ungesüßt sind. Die Zutatenliste sollte möglichst kurz sein und möglichst keine Stabilisatoren, Verdickungsmittel, Phosphate etc. enthalten.

Rezepte mit Pflanzendrinks

Vitamin-Shake mit Hafer-Reismilch
100 ml Hafermilch
100 ml Reismilch
1 Kiwi
1 Limone
3 Stiele Minze (wahlweise Melisse)
1 TL Reissirup
2 Eßl. Granatapfelkerne

Zubereitung:
Die Kiwi schälen und mit gezupften Minzblättchen pürieren, mit etwas Limonensaft und Reissirup abschmecken. Danach mit Hafer-Reismilch aufgießen und gut shaken. 1 Eßl. Granatapfelkerne unterheben.In ein Glas füllen und mit den restlichen Granatapfelkernen garnieren. Schluckweise genießen! An wärmeren Tagen passen gut ein, zwei Eiswürfel in den Shake!

Frühlingsnudeln mit Mandelmilch
120 g Spaghetti ,50 g Basilikumtofu, 1 Schalotte,1 Bund Bärlauch, etwas Kresse,1 TL Senf, etwas Weißwein (alternativ Apfelsaft) ,100 ml Mandelmilch,2 Eßl. Olivenöl, Salz, Pfeffer,1 Eßl. Parmesan;

Zubereitung:
Spaghetti in Salzwasser kochen. Parallel das Öl in einer Pfanne erhitzen und die fein gewürfelte Schalotte zugeben. Ebenso den gewürfelten Tofu, den fein geschnittenen Bärlauch und einen Teilder Kresse. Alles leicht anbraten und mit Wein ablöschen. Mandelmilch dazu geben und kurz köcheln lassen.  Alles mit etwas Senf, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Hälfte des Parmesan einrühren, die Spaghetti auf einen Teller geben, mit Sauce übergießen und mit restlichem Parmesan und Kresse garnieren.

Beitrag von Sina Krambeck