Milchgläser (Bild: colourbox)

Service - Gut und gesund: Frische Vollmilch im Test

Wer zu Milch im Kühlregal greift, wählt meistens die länger haltbare Variante, auch ESL-Milch genannt. Gekühlt hält sie sich drei Wochen lang. 18 Produkte hat die Stiftung Warentest untersucht. Das Ergebnis: Was Inhaltsstoffe und Geschmack angeht, kann sie locker mit traditionell hergestellter Milch mithalten. Expertin im Studio: Anke Kapels, Stiftung Warentest.

Frisch im Geschmack und keine schädlichen Inhaltsstoffe, Antibiotikarückstände oder Keime - damit können die meisten der getesteten Produkte aufwarten. 14 von 18 bekamen das Testurteil "gut". Bei einer Milch im Test war die Qualität nur ausreichend, weil ihr
Geschmack an H-Milch erinnerte, in einem anderen Fall stellten die Tester einen ungewöhnlich hohen Jodgehalt in der Milch fest.

Irreführende Versprechen

Abgewertet wurde Milch vor allem dann, wenn auf der Verpackung mit falschen Tatsachen geworben wurde. Auf der Flasche der Meierkamp Alpenmilch von ALDI Nord prangte ein Bild von einer Kuh auf der Weide. Bei ihren stichprobenartigen Besuchen der zugehörigen  Betriebe sahen die Experten von der Stiftung Warentest hingegen nur Tiere im Stall.

Tierwohl und Umweltschutz

Neben Sensorik und Inhaltsstoffen der Milch überprüften die Tester auch, inwieweit die Unternehmen ihrer Verantwortung nachkommen - also wie Tiere gehalten werden, ob sich Lieferketten transparent nachvollziehen lassen und welche Preise die Erzeuger bekommen. Unternehmen mit Bio-Milch schnitten in diesem Bereich grundsätzlich gut ab, Anbieter von
konventioneller Milch zeigten sich weniger engagiert. Die Molkereien hinter Bärenmarke, Landliebe und Weihenstephan gaben keine Informationen zu ihren Produktionsbedingungen preis. Von der Stiftung Warentest bekamen sie dafür das Urteil "mangelhaft".

Ist bio immer besser?


Unter den sieben besten Produkten im Test kamen zwei aus Bio-Betrieben, genauso gehören aber auch zwei Bio-Produkte zu den schlechtesten. Wer beim Milchkauf neben dem Geschmack auch auf gute Tierhaltung und faire Erzeugerpreise achtet, sollte grundsätzlich zu den etwas teureren Bio-Produkten greifen.

Rohmilch, traditionell hergestellt oder länger haltbare Milch direkt von der Kuh ins Glas gibt es nur noch selten. Sogenannte Rohmilch muss vom Bauern innerhalb von 24 Stunden verkauft werden. Da sie unbehandelt ist, eignet sie sich nicht für Schwangere, Säuglinge oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Traditionell hergestellte und länger haltbare Frischmilch wird pasteurisiert, also erhitzt, um Keime abzutöten und ihre Haltbarkeit zu verlängern. Dem Geschmack der Milch schadet das dank moderne Verfahren nicht und auch die Inhaltsstoffe bleiben weitestgehend erhalten.

Beitrag von Alena Hecker