Service - Rapsöl im Test: ist es wirklich so gesund?

Rapsöl ist das beliebteste Speiseöl in deutschen Küchen und es hat den Ruf sehr gesund zu sein. Die Stiftung Warentest untersuchte sowohl raffinierte als auch kaltgepresste Rapsöle auf Zusammensetzung, Geschmack, Schadstoffe und chemische Qualität. Die Ergebnisse reichen von gut bis mangelhaft.

Zu Gast im Studio: Sara Waldau von der Stiftung Warentest

Wenig gesättigte Fettsäuren, stattdessen viel gesunde Ölsäure (60 Prozent)- kein Wunder, dass Rapsöl das beliebteste Speiseöl der Deutschen ist. 78 Millionen Liter wurden 2017 davon verkauft. Das entspricht einem Marktanteil von 41 Prozent. Auf Platz zwei und drei in der Beliebtheitsskala folgen Sonnenblumen- und Olivenöl.
Mit seinem nussigen Aroma passt kaltgepresstes Rapsöl gut zu Salaten. Mit raffiniertem Rapsöl  lässt sich wunderbar backen und braten. Wie es um Geschmack und Schadstofffreiheit steht, hat die Stiftung Warentest jetzt untersucht.

Testkriterien
Die Stiftung Warentest hat 23 Rapsöle untersucht, darunter 13 raffinierte und 10 kaltgepresste. Getestet wurden Geschmack und Geruch, chemische Qualität, Schadstoffgehalt,  Spritzverhalten und Hitzestabilität.

Testergebnisse
Von den 23 Ölen im Test schnitten 21 mit gut und zwei kaltgepresste mit mangelhaft ab. Beim letzten Rapsöl-Test der Stiftung Warentest im Jahr 2009 war noch jedes zweite  kaltgepresste Rapsöl durchgefallen.

Mangelhaft gab es im aktuellen Test für das kaltgepresste Rapsöl von Aldi Süd und das kaltgepresste Bio-Rapsöl von Biozentrale. Grund war die schlechte Sensorik. Die Öle rochen und schmeckten modrig. Ein modriger Geruch ist in der Regel auf eine feuchte Lagerung der Rapssaat zurück zu führen.

Schadstoffbelastung
In 12 der 13 raffinierten Rapsöle wurden geringe bis sehr geringe Mengen an Glycidyl-Estern gefunden. Dies ist ein Schadstoff, der beim Raffinieren entstehen, und das Erbgut schädigen kann. Die Mengen lagen allerdings allesamt unter dem Grenzwert für Speiseöle.

Beitrag von Gela Braun