Oliven, Olivenöl und anderes Speiseöl (Quelle: Colourbox)
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Service - Olivenöle im Test – kann gut auch günstig sein?

Die Stiftung Warentest hat jetzt 28 Olivenöle, von günstig bis teuer und exklusiv genau unter die Lupe genommen. Die Qualitätsurteile reichen von gut bis mangelhaft. Wir wollten wissen, wie preiswert ein Olivenöl sein kann, das gut schmeckt, keine Schadstoffe enthält und nicht verfälscht ist.

Olivenöle im Test
28 Olivenöle der Kategorie „nativ extra“ hat die Stiftung Warentest ins Labor geschickt und auf Schadstoffe, chemische Qualität, Herkunft und Geschmack hin untersuchen lassen. Darunter waren sowohl günstige Öle vom Discounter, Bio-Produkte als auch hochwertige Feinkost-Öle mit Preisen bis zu 52 Euro pro Liter.

Olivenöl ist - nach Raps- und Sonnenblumenöl - das drittbeliebteste Speiseöl der Deutschen. Dank seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren kann es das schlechte Cholesterin im Blut senken. Außerdem ist es sehr hitzebeständig und eignet sich daher nicht nur für Salate, sondern auch zum Braten. Besonders beliebt ist Olivenöl aus Italien. Doch die Nachfrage ist größer als das Angebot. Das verführte in der Vergangenheit immer wieder zu Tricksereien. So importierten einige Hersteller billiges Öl aus Tunesien, der Türkei oder Spanien. Die Flaschen suggerierten aber, dass reines italienisches Öl aus der Toskana enthalten sei. Auf solche Panschereien stießen die Warentest im aktuellen Test glücklicherweise nicht.

Testkriterien
Wichtigstes Testkriterium war der Geschmack. Das Ergebnis daraus beeinflusste die Endnote zu 65 Prozent. Außerdem wurden die chemische Qualität (z.B. Alter des Öls), die Schadstoffbelastung sowie die Kennzeichnung überprüft. Diese drei Kriterien beeinflussten die Note zu jeweils 10 Prozent. Das Testkriterium Verpackung floss zu 5 Prozent in die Bewertung ein.

Schadstoffbelastung
Pestizide und PAK wurden nicht in kritischen Mengen festgestellt. Aber in einigen Olivenölen wurden Mineralölrückstände gefunden. Diese können z.B. aus der Ölpresse stammen, die mit Schmierölen gereinigt wird, oder aus der Umwelt, wenn die Olivenbäume beispielsweise an einer stark befahrenen Straße stehen.

Das „Solivellas Oli“-Olivenöl aus Mallorca, das knapp 30 Euro pro Liter kostet, erhielt vor allem deshalb die Note 5. Ein zweites Öl, das „Filippo Berio“ für 8,40 Euro pro Liter, enthielt nicht nur Mineralölrückstände, sondern schmeckte auch noch ranzig. Note: ebenfalls „mangelhaft“.

Testgewinner
Neun Öle erhielten die Note „gut“. Darunter sind drei teure aus dem Feinkosthandel sowie sechs günstige zu Literpreisen zwischen 5 und 8,60 Euro, unter anderem die Bio-Öle von Lidl, Aldi Nord und Aldi Süd, das konventionelle Olivenöl von Aldi Nord sowie zwei Öle vom Marktführer Bertolli.
 

Beitrag Gela Braun