Service - Garten winterfest machen!

Schneeschimmel und Frosttrocknis - das sind die Schrecken vieler Gärtner. Jetzt, wo wir uns den Minustemperaturen annähern, stehen viele Hobbygärtnerinnen vor der Frage: Was tun, damit der Garten den Winter ohne diese Schäden übersteht? Die Berliner Gartenbloggerin Xenia Rabe-Lehmann erklärt, was jetzt noch zu tun ist und wer einen Frostschutz braucht.

Unterschied zwischen Schnee  und Frost

Ob es geschneit hat, und die Pflanzen unter einer dicken Schneeschicht verschwinden, oder ob sie dem Frost schutzlos ausgeliefert sind, macht einen großen Unterschied. Denn Schnee wirkt wie ein natürlicher Frostschutz. Er wirkt wie ein Puffer zwischen den Pflanzen und der kalten Luft. Ist kein Schnee in Sicht, aber frostige Temperaturen, müssen bestimmte Pflanzen geschützt werden. Sogenannte Kahl- oder Barfröste wirken sonst ungehindert auf die Pflanzen ein und schädigen sie.

Laub harken und nutzen

Zu den Arbeiten vor dem Winter gehört unbedingt das Laubharken. Dabei ist aber weniger oft mehr, Laub muss nicht überall entfernt werden. Auf Beeten kann es als natürlicher Frostschutz liegen bleiben. Vom Rasen sollte man es entfernen, sonst kann sich darunter Schimmel und Fäulnis bilden und der berüchtigte Schneeschimmel, eine Pilzerkrankung, die sich im Frühjahr an hässlichen braunen Stellen erkennen lässt. Das zusammengeharkte Laub kann man an anderer Stelle als Frostschutz nutzen. Matschiges Laub kommt hingegen auf den Kompost und Laub von kranken Pflanzen in die Biotonne.

Rasen stärken und stutzen

Durch die milde Witterung ist Rasen noch einmal kräftig gewachsen. Er soll vom Laub befreit werden. Im Spät-Herbst sollte er mit einem kaliumhaltigen Dünger versorgt werden. Und dann wird gemäht, bis die Winterruhe einkehrt, auf etwa vier bis fünf Zentimeter in der Höhe.

Damit er auf der einen Seite nicht zu lang ist, damit es keine Fäulnis gibt, wenn der Schnee draufliegt.  Und auf der anderen Seite nicht zu kurz, weil die Halme dem Rasen auch einen Schutz geben.

Bei Frost und Schnee sollte man den Rasen später übrigens nicht betreten, seine Halme würden brechen. Den Rasenschnitt kann man noch als Mulch verwenden. Als Frostschutz ist er nicht geeignet, weil zu feucht.

Frostschutz für Beetpflanzen

Normalerweise brauchen Stauden im Winter nicht großartig geschützt zu werden. Es sei denn, es sind empfindliche Pflanzen aus wärmeren Gefilden. Oder es handelt sich um Neupflanzungen. Dann kann man sie gut mit Laub oder Tannenreisig schützen.

Xenia Rabe-Lehmann lässt ihre Stauden den Winter überstehen und schneidet sie nicht zurück, ihre Botschaft: so wenig Schere einsetzen wie möglich. So bieten die Pflanzen auch noch Schutz und Nahrung für Tiere. Lange Gräser kann man zusammenbinden.

Mittelmeerkräuter wie Rosmarin, Salbei und co. sollten hingegen geschützt werden und zwar  nicht nur vor Kälte, sondern auch vor zu viel Nässe, denn die mögen diese Pflanzen nicht. Sie bekommen unten einen Frostschutz aus Laub, obenrum werden sie mit Tannenreisig geschützt und zusammengebunden, das hält gleichzeitig Kälte und Feuchtigkeit ab.

Rosen kann man mit Erde rund um die Verdelungsstelle anhäufeln, aber nicht mit dem sie umgebenen Erdreich, sondern z.B. mit Erde von Sommerkübelpflanzen. Würde man die Erde um sie herum nutzen, würde man ihr empfindliches Wurzelwerk verletzen. Bei Hochstammrosen liegt die Verdelungsstelle unter der Krone. Hier muss man mit Tannenreisig oder einem Fließ schützen.

Frostschutz für Bäume

Bei einigen jungen Bäumen, wie z.B. Obstbäumen, kann es sinnvoll sein den Stamm zu schützen, vor Frostrissen. Die können entstehen, wenn zu viel Wintersonne auf die Rinde scheint, sie  sich erwärmt und ausdehnt. Man kann den Stamm mit spezieller Baumfarbe weiß streichen, dann wird das Sonnenlicht reflektiert.

Wer sich an der weißen Farbe stört, setzt auf natürliche Verschattung durch z.B. Efeu am Baumstamm, aber aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Alternativ kann man den Stamm auch mit einer Bastmatte umwickeln oder stellt an der Sonnenseite ein Brett gegen den Stamm.  

Frostschutz für Immergrüne: Schattierungen

Und dann gibt es ja noch Pflanzen, die zwar winterfest und immergrün sind, aber die trotzdem geschützt werden müssen, gegen sogenannte Frosttrocknis. Immergrüne Gehölze, wie z.B. Rhododendron, Kirschlorbeer oder Buchsbaum muss man besonders schützen vor starker Wintersonne bei gleichzeitigen starken Frösten.

Denn die Pflanze verdunstet über ihre Blätter Wasser, bekommt aber über die Wurzeln kein Wasser mehr, weil der Boden stark durchgefrorenen ist. Ungeschützt besteht die Gefahr, dass die Pflanze vertrocknet bzw. unter Frosttrocknis leidet. Bei solch einer Wetterlage mit starken Frösten und gleichzeitiger intensiver Sonneneinstrahlung kann man die Pflanzen Verschatten mit Wintervliesen  oder speziellen Schattennetzen.

Frostschutz für Kübelpflanzen

Gartenbloggerin Xenia Rabe-Lehmann setzt auf das Topf in Topfsystem: Sie setzt die Kübelpflanze in einen größeren Kübel/Gefäß und füllt die Zwischenräume mit reichlich Laub aus, von oben wird die Pflanze mit einer Kokosmatte geschützt.