Advent-Kerzen im Schnee, Bild: imago images / Panthermedia
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Service - Adventsdeko selbst gemacht

Auch bei der Adventsdeko kann weniger mehr sein – zumindest wenn es nach der Deko-Expertin Marlies Schiller geht. Sie zeigt, dass Adventsdeko nicht immer funkeln und glitzern muss, sondern auch ganz natürlich und minimalistisch sein kann - zum Beispiel im Scandi Style.

Was ist Scandi Style?

Scandi Style oder - Chic gibt es im Wohnbereich und in der Mode schon seit geraumer Zeit. Der Stil kommt aus Skandinavien und zeichnet sich durch Schlichtheit, Minimalismus und klare zeitlose Formen aus. Er ist hell, licht mit viel Holz, Naturmaterialien und zarten Farben.

Advent im Scandi Style: Materialien

Als Materialien nimmt man viel aus der Natur: Moose, Zapfen, Beeren, Zweige, Orangen und Mandarinen aber auch Lebkuchen und Salzteig-Elemente. Ganz typisch für Scandi Style: Eukalyptus, der kleinblättrige und der bekanntere großblättrige aber auch die dekorativen Früchte des Eukalyptus. Durchsichtiges Glas, weißes Porzellan, Backförmchen. Und als einzelne Farbakzente: Schleifen, matte Glasperlen. Für die Adventsdeko bedeutet es: weniger ist mehr, es geht ohne funkeln und glitzern. Die typischen Farben sind weiß und hell, pastellig, matt mit einzelnen Farbakzenten.

Kleine Deko-Elemente

Als erstes fertigt Marlies Schiller kleinere Deko Elemente, die später entweder einzeln gehängt oder in größere Teile  eingearbeitet werden. Minikränze aus Rosmarin: duften gut und sind schnell gemacht, nur frischen Rosmarin verwenden, zum Kranz winden und mit Draht fixieren. Mit diesen Kränzen kann man Kerzenleuchter schmücken oder man kann sie an die Wand hängen oder den Tisch schmücken. Das funktioniert auch gut mit kleinen Kränzen aus Zieräpfeln, sie werden auf Draht aufgezogen, auch andere Beeren oder Hagebutten eignen sich. Und ergeben so Farbtupfer im Scandi Style. Ein Nachteil  dieser Naturmaterialien: sie schrumpeln schnell in der warmen Stube. Deshalb Marlies Tipp: Matte rote Glasperlen statt Beeren, wenn es lange halten soll.

Madarinen-Sterne: Zur Adventszeit gehören natürlich auch Orangen und Mandarinen. Aus den frischen Schalen lassen sich mit Plätzchenausstechern Sterne ausstanzen. Dünne Orangenscheiben kann man selber im Ofen trocknen und z.B. zu Girlanden auf fädeln. Ganze frische Orangen werden mit  Gewürznelken gespickt und verströmen einen weihnachtlichen Duft.

Holzsterne: Adventszeit ist Zeit der Sterne. Im Scandi Style sind sie jedoch sehr reduziert: Fünf Holzstiele (aus dem Bastelbedarfsladen) so übereinander legen, dass sie einen Stern ergeben und mit Holzleim verkleben, dabei den letzten Stiel erst kleben, wenn die anderen getrocknet sind. Eine andere zartere Variante nach demselben Prinzip  sind Sterne aus  Holzspießen und Kupferdraht. An den Ecken werden die Spieße mit dem Draht ein paar Mal umwickelt.

Salzteig-Elemente: Salzteig ist schnell gemacht: Mehl, Salz und Wasser in den Teilen 2/1/1 verkneten, Sterne ausstechen, trocknen lassen bzw. ausbacken und z.B. zur Girlande auffädeln. Diese Sterne haben den typischen pudrig-hellen Scandi Charme.

 

Eukalyptuskranz: Eine ganz typische Zutat des Scandi Styles ist Eukalyptus, in all seinen Formen. Marlies nimmt nur wenige Zweige und befestigt sie mit Draht an einem Metallring (gibt es fertig zu kaufen oder selber biegen). Holz- und Glasperlen runden diesen schlicht-filigranen Kranz ab. Er kommt an die Wand oder ins Fenster.

Großer Stern aus Butterbrottüten

Man benötigt 8 Tüten. Jede Tüte in umgekehrter T-Form mit Kleber bestreichen. Dann aufeinander kleben. Und zwar so, dass von der Tütenöffnung immer eine kurze Seite auf eine kurze Seite trifft und eine lange auf eine lange. Für einen einfachen schlichten Stern oben den Zacken einschneiden (also jeweils links und rechts die Ecke ab). Muster gibt es, wenn zusätzlich noch beide Längsseiten eingeschnitten werden. Den Stern auseinander klappen, die Enden zusammenkleben, an eine  Faden hängen, fertig ist der Stern mit Wow-Effekt. Marlies Tipp: Die seitlichen Muster nicht zu tief einschneiden (max. 3 cm), sonst verliert der Stern Stabilität. Aber ruhig  viele verschiedene Muster ausprobieren: wie Wellen oder halbe Herzen.

Adventskränze im Scandi Style
Für viele gehört der Adventskranz zur Vorweihnachtszeit. Marlies Schiller hat zwei Modelle zusammengestellt.

Großer Grüner: Die Basis bildet ein gewundener Kranz aus einer Ranke oder Winde, die Marlies Schiller aus ihrem Garten zurückgeschnitten hat. Es geht aber auch ein gekaufter Tannenrohling. Der wird auf ein großes Tablett gelegt. In die Mitte kommt eine Moosbett (damit es höher steht, ein kleines Gefäß drunter stellen) Dann werden rund um den Basiskranz wenige unterschiedliche Zweige gesteckt, alle in eine Richtung. Das können grüne Zweige wie Eukalyptus, Kiefer und Tanne sein und getrocknete Erle mit Zapfen und alte bemooste Zweige. Als Farbtupfer am Schluss einige getrocknete Orangenscheiben auf dem Kranz verteilen. Die Kerzen kommen in einen Dornenhalter und dann in den Kranz, dabei dürfen sie ruhig asymmetrisch verteilt sein.  

Zapfenkranz: Für diese Kranzvariante hat Marlies Schiller ganz viele unterschiedliche Zapfen zusammengetragen. Die Basis bilden hier gekaufte kugelrunde Holz-Kerzenhalter, die in der Mitte ein Loch haben. Sie werden auf dicken Draht aufgefädelt, damit sie nicht wegrollen. Den Kranz auf einen großen Teller stellen und rund herum Zapfen drapieren, wenn nötig mit Heißkleber fixieren. Hellrosa Kerzen bringen hier ein wenig Farbe ins Spiel.

Scandi Style: Kerzen ohne Kranz

Advent auf der Flasche: Advent geht aber auch ohne Kranz: mit Flaschen, ein wenig Grün und Kerzen. Denn klares Glas ist auch passend zum skandinavischen Stil. Marlies nimmt vier Flaschen (sie müssen nicht die gleiche Form haben). In jede Flasche kommt ein zarter Zweig (z.B. Eukalyptus oder Tanne), dann mit Wasser auffüllen und auf den Flaschenhals eine Kerze stecken. Wer mag, kann um die Flaschen noch einen Rosmarinkranz oder Zierapfelkranz legen oder einen Salzteiganhänger. Vier Flaschen zusammen sind ein „Adventskranz“. Ein sehr puristischer Adventslook. Marlies Tipp für eine andere Variante: schlichte weiße Tassen mit etwas Moos und einer Stumpen-Kerze drin und Rosmarinkranz drum.

Advent in der Backform: Auch die letzte Adventsdeko-Idee ist schnell gemacht: In einer Backform verteilt Marlies Schiller getrocknete Orangenscheiben, ausgestochene Mandarinenschalen-Sterne, kleine Plätzchenausstecher und Teelichter verschiedener Größe.

Beitrag von Susanne Stein