Service - Angelboom in Brandenburg

Mehr als sechs Millionen Deutsche angeln - und wo kann man dieses Hobby besser ausüben als in Brandenburg, dem Land der vielen Seen? Wir waren mit zwei Angelexperten unterwegs, berichten über aktuelle Angeltrends, geben Tipps für Technik und Köder und haben den ein oder anderen nützlichen Ratschlag für Einsteiger. 

Einfach so losangeln kann man leider nicht. Als erstes benötigt man einen Angelschein. Den gibt es nach bestandener Prüfung für 50 Euro. Außerdem braucht man eine Angelkarte, die für etwa 80 Euro im Anglerfachgeschäft erhältlich ist. Dafür darf man dann ein Jahr lang seine Route in der entsprechenden Gewässerregion auswerfen.
In Brandenburg ist auch ohne Fischereischein zumindest der Friedfischfang möglich.  Soll es nachts auf Fischpirsch gehen, benötigt man aktuell zusätzlich eine Nachtangelkarte, die das Angeln ab einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang erlaubt. Kosten: satte 120 €!
Technik
Das Angebot an Angelruten, Rollen und jeglichem Zubehör ist fast unbegrenzt und man kann viel Geld dafür ausgeben. Die Preise für Ruten und Rollen beginnen bei etwa 40€ und reichen bis hin zu über 400 €. Der einigermaßen komfortable Einstieg in das Anglerhobby ist bereits ab etwa 135 €  möglich: Teleskop- oder Steckrute, Rolle mit Schnur, Pose, Schnurzubehör, Haken, Kescher, Reuse und ein Anglerstuhl.
Köder
Die Köder unterscheiden sich je nachdem ob man Fried-oder Raubfische angeln will. Für die Räuber gibt es die klassischen Blinker, die dem Raubfisch lebende Beute vorgaukeln soll – dafür jedoch muss man den Blinker bewegen, ihn häufig von neuem auswerfen. Mittlerweile gibt es aber Weiterentwicklungen aus Kunststoff, die schon bei leichten Angelbewegungen anfangen zu tanzen und die Raubfische anziehen sollen.
Für Friedfische braucht es dagegen lebendige oder zumindest organische Köder: Würmer oder Maden halten neben selbstgeknetetem Teig dafür her. Eine Liste der gängigen Köder finden Sie über nebenstehenden Link.
Elektronik
Zunehmend hält die Elektronik Einzug in die Angelei: Ein Angler-GPS führt speziell über die Wasserwege und ermöglicht es, die Koordinaten besonders reicher Fischgründe zu speichern. Ein Echolot scannt die Wassersäule unter dem Boot und liefert Informationen: Bodenstruktur, Tiefe, Bewuchs und Fische, wenn diese nicht allzu klein sind. Ein Kombigerät GPS/Echolot von guter Qualität kostet um die 500 €.

Beitrag von Reinhard Rychlik