Wäsche hängt auf einer Wäscheleine (Quelle: Colourbox)
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Service - Ökologische Kleidung

Die Deutschen kaufen jährlich immer mehr Kleidungsstücke. Schnäppchenpreise verlocken zum Konsumrausch. Die Herstellung der so genannten Fast Fashion hat enorme Auswirkungen auf die Umwelt. Sind Bio-Baumwolle und nachhaltig produzierte Kleidung eine Lösung?

Heute hip, morgen ex und hop
Unsere Kleidung wird immer mehr zur Wegwerfware. Jedes Jahr landen in Deutschland eine Million Tonnen Altkleider im Container. Nur ein Teil davon wird weiterverkauft oder recycelt. Der Rest landet auf dem Müll.  Eine riesige Verschwendung an Ressourcen, denn die Herstellung der so genannten „Fast Fashion“ belastet die Umwelt enorm. In Zeiten des Klimawandels stellt sich die Frage: Wie kann man sich nachhaltig, aber trotzdem stylisch kleiden? Wir zeigen ein paar Möglichkeiten…

Fair und ökologisch kaufen
Die Zahl der Modelabels, die ihre Kleidung nachhaltig und fair produzieren lassen, wächst. Auch online hat man inzwischen eine gute Auswahl an nachhaltiger Mode.  Neben Bio-Baumwolle setzen die Marken noch andere umweltschonende Materialien ein, wie zum Beispiel Leinen, Eukalyptus-Fasern oder Garn aus recycelten Plastik-Flaschen. Mehrere Siegel kennzeichnen solche Textilien. Das größte und umfassendste Öko-Siegel ist derzeit der Global Organic Textile Standard (GOTS).  Er garantiert hohe Umweltstandards entlang der gesamten Herstellungskette, vom Anbau der Baumwolle bis zum letzten Knopf. Das Siegel des IVN (Verband der Naturtextilwirtschaft) ist sogar noch strenger. Hier müssen 100 Prozent aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Der Marktanteil der Kleidungsstücke, die dieses Siegel tragen, ist dadurch geringer als beim GOTS, bei dem „nur“ mindestens 70 Prozent der verwendeten Materialien aus Bio-Anbau stammen müssen.

Ein einheitliches Zeichen, das sowohl die faire als auch die umweltfreundliche Herstellung garantiert, gibt es bislang nicht. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will das ändern. Der „Grüne Knopf“ soll als erstes staatliches Siegel  im Juli eingeführt werden, doch bisher machen nur wenige Unternehmen mit.
Für faire Arbeitsbedingungen garantieren das Zeichen der „Fair Ware Foundation“ sowie das Fair Trade Siegel.
Bio-Baumwolle, wie sie viele große „Fast Fashion“-Ketten in speziellen Kollektionen im Sortiment haben, sind laut Experten ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn immerhin verbraucht der Anbau von Bio-Baumwolle 70 Prozent weniger Wasser als der herkömmliche Anbau, da bei Bio-Baumwolle viel mit Regenwasser gearbeitet wird. Doch allein die Nutzung von Bio-Baumwolle garantiert noch nicht, dass in den weiteren Produktionsschritten chemiefrei produziert wird oder dass die Arbeiter dafür angemessen bezahlt werden. Genauso wenig ist ein hoher Preis aussagekräftig.

Second hand kaufen oder tauschen
Wer sich faire Mode, die naturgemäß mit den Schnäppchenpreisen von großen Ketten nicht mithalten kann, nicht leisten kann oder mag, für den sind Second Hand-Läden oder Internetplattformen, auf denen gebrauchte Kleidung verkauft oder getauscht wird, eine gute nachhaltige Möglichkeit. Auch Kleidertauschpartys bieten die Möglichkeit, den eigenen Kleidungsschrank umweltbewusst aufzufrischen.

Kleidung auf Zeit mieten
Den Großteil der Kleidung in unseren Schränken ziehen wir so gut wie nie an. Hier setzt die Idee von Robina von Stein mit ihrem Start up „Rent“ an. Ihre Vision: Jeder hat nur noch eine schlichte Basis-Garderobe, die dann saisonal und anlassbezogen mit Mode zum Mieten ergänzt wird. Das Abo gibt es  bei Rent ab 30 Euro im Monat. Dafür darf man sich bis zu 3 Teile nach Hause liefern lassen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Kleidung nur für wenige Tage zu leihen.

Auch große Unternehmen steigen in den Mode-Miet-Markt ein.  Tchibo bietet seit einem Jahr Kinderkleidung zum Mieten an. Offenbar erfolgreich, denn vor kurzem verkündete das Unternehmen, dass es das Projekt weiter ausbauen will.

Fazit: Weniger neu kaufen, öfter Sachen tauschen oder leihen, und wenn es etwas Neues sein soll, beim nächsten Kauf ruhig mal darauf achten, ob das schöne Stück auch ökologisch ein Hingucker ist.

Beitrag von Sina Krambeck