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Service - Blumenzwiebeln

Wer im Frühjahr volle Blütenpracht genießen will, sorgt jetzt vor: Im Herbst ist Pflanzzeit für Blumenzwiebeln von Frühjahrsblühern wie Tulpen, Narzissen und Krokussen. Aber warum sieht es eigentlich in einigen Parks oder in Nachbarsgarten manchmal viel prächtiger aus, als im eigenen? Was läuft da schief? Auf was sollte man achten? Wir holen uns Rat von Xenia Rabe-Lehmann.

Sie beackert seit 20 Jahren  einen Schrebergarten in Berlin und  hat dort bereits einige Tausende Blumenzwiebeln in die Erde gebracht. Auf ihrem preisgekrönten Blogg www.berlingarten.de gibt sie anderen Hobbygärtnern wertvolle Tipps.

Pflanzzeit

Ab September bis zum ersten Frost kann man Zwiebeln von Frühjahrsblühern setzen.

Planen

Ein Plan lohnt sich. Was soll wo hin? Wo müssen Pflanzen ersetzt werden, die im vergangenen Frühling nicht mehr geblüht hatten (Im Frühling am besten Fotos vom Garten machen. So weiß man auch, wo „Blüh-Löcher“ sind)? Welche Farben sollen es sein? Sollen nur Beete oder auch Rasen bepflanzt werden? Auf Beeten macht es Sinn, die Zwiebeln der Größe nach einzupflanzen: Hinten im Beet kommen die höchsten (z.B. große Allium), in die Mitte mittlere wie Narzissen und Tulpen und ganz vorn in die erste Reihe niedrige Krokusse. Wie viele Zwiebeln man von einer Sorte setzt, ist Geschmackssache. Unsere Expertin mag lieber wenige Sorten und davon aber reichlich. So dass ganze Farbflächen entstehen. Das können schon gern einmal 50 Zwiebeln einer Sorte sein.

Kaufen

In Fachbetrieben kann man schon im Sommer Zwiebeln (vor-)bestellen und bekommt sie dann entsprechend zur Pflanzzeit geliefert. Tipp: Raritäten rechtzeitig bestellen, sie sind oft schnell vergriffen)

In Supermärkten und Baumärkten werden Blumenzwiebeln meistens passend zur Pflanzzeit angeboten.

Gute Qualität kann man an folgenden Kriterien erkennen: je größer die Zwiebel, desto größer die Blüte (es gibt natürlich auch Ausnahmen), die Zwiebel sollte sich fest und schwer anfühlen, nicht hohl, möglichst intakt sein. Kleinere Stellen oder Risse oder wenn die äußerer Schale fehlt, schadet der Zwiebel in der Regel nicht. Wer sich unsicher ist, kann die Zwiebel in der Mitte aufschneiden und prüfen, ob schon die Blüte fürs nächste Jahr angelegt ist (diese Zwiebel ist dann allerdings verloren).

Hat man die Zwiebeln gekauft, sollte man sie nicht allzu lange zu Hause aufbewahren, sondern bald setzen.

Pflanzen

Standort: die meisten Zwiebelblüher mögen einen hellen bis sonnigen Standort.

Boden: Der Boden sollte nicht zu schwer und lehmig sein, Zwiebeln mögen keine Staunässe und faulen dann. Eine Schicht aus Sand oder Kies als Drainage unten im Pflanzloch kann Abhilfe schaffen. Beim Zwiebel Setzen  muss der Boden in der Regel noch nicht gedüngt werden, weil die Zwiebeln schon regelrechte Kraftpakete sind.

Pflanztiefe: Allgemein gilt, dass das Pflanzloch etwa drei Mal so tief sein sollte, wie die Zwiebel hoch ist. Die Zwiebel ist also mit dem Doppelten  ihrer Höhe mit Erde bedeckt. Pflanzt man zu flach, hat die Pflanze zu wenig halt, pflanzt man zu tief, schafft die Pflanze es nicht bis ans Licht.

Pflanzabstand: In der Regel reicht das Doppelte der Zwiebelgröße.

Lasange-Prinzip oder Sandwich-Prinzip: Um viele Zwiebeln auf kleinem Raum zum Blühen zu bringen, kann man sie in Schichten übereinander pflanzen. Ganz nach unten kommen dabei die größten Zwiebeln.

Pflanzen im Rasen:

Dazu ein rechteckiges Stück Rasen ausstechen und die Sode vorsichtig zurückklappen. In die freigelegte Fläche reichlich Zwiebeln stecken (z.B. Krokusse, Schneeglöckchen, Blausterne). Die Sode vorsichtig zurückklappen und festtreten.

Pflanzen in Schalen/Töpfen/Kästen:

Auch Gefäße lassen sich gut mit Zwiebeln bepflanzen. Hier kommen z.B. Raritäten gut zur Geltung und sind geschützt vor Wühlmäusen. Das Loch im Topf zunächst lose mit einer Tonscherbe verschließen. Dann etwas Blähton als Drainage einfüllen. Darauf eine Schicht mit Kübelpflanzerde. Diese Erde am besten vorher mit ein wenig Sand mischen, so ist sie „abgeschwächt“ und durchlässiger. (Xenia Rabe-Lehmann legt zuvor noch ein Stück Fließ über den Blähton, damit sich der Blähton und die Erde nicht so schnell vermischen. Dann die Zwiebeln setzen und alles mit dem Erde-Sandgemisch auffüllen.

Nach dem Pflanzen immer gut angießen.

Was hilft gegen Wühlmaus-Fraß an den Zwiebeln?

Es gibt spezielle Pflanzkörbe und -Schalen, in die man die Zwiebeln setzen kann. Dabei muss man allerdings darauf achten, dass man den Korb auch von oben z.B. mit einem Maschendraht verschließt. Man kann auch einen Pflanzkorb aus Maschendraht komplett selber bauen. Es kann auch helfen, Pflanzen zu setzen, deren Geruch Wühlmäuse nicht mögen, wie z.B. die Kaiserkrone oder Knoblauch. Oder man setzt die Zwiebeln nicht in den Boden, sondern in schöne Schalen und Töpfe.

Beitrag von Susanne Stein