Eine Frau putzt eine Fensterscheibe mit Putzmittel aus einer Sprühflasche und einem gelben Mikrofastertuch (Quelle: Colourbox)
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Service - Fenster putzen, aber richtig

Fenster putzen – selten eine Lieblingsbeschäftigung im Haushalt. Doch jetzt, da die Sonne durch die schmutzigen Fenster scheint und uns jeden Streifen, jede Schliere allzu deutlich vor Augen führt, ist genau die richtige Zeit, um das zu ändern. Wir haben die besten Tipps.

Spezielle Reiniger gehen auf Dauer ins Geld – und sind auch völlig unnötig. Zumindest wenn man der Lifehackerin glauben will. Ihr Youtube-Kanal hat fast 40.000 Fans, allein das Video zum Fensterputzen wurde über 200.000 Mal angeklickt. Die Lifehackerin, die im normalen Leben Nadia Holdener heißt, empfiehlt Spülmittel mit einem Schuss Spiritus. Oder einfach ein gutes Mikrofasertuch und klares Wasser. Doch was ist mit all den anderen Tricks, die im Internet kursieren?

Internet-Trick Nr. 1: Essig
Davon rät die Lifehackerin ab – und das, obwohl dieses Hausmittel immer wieder empfohlen wird. „Essig und Zitronensäure greifen die Fugen an und hinterlassen unschöne Schlieren“, so die Profi-Fensterputzerin. Und tatsächlich: Im Praxistest schneidet Essig nicht gut ab. Hinzu kommt der beißende Geruch. Also lieber auf andere Hausmittel ausweichen.

Internet-Trick Nr. 2: Spritus
Dank Spiritus soll Regenwasser von den Scheiben abperlen – die Fenster bleiben also länger sauber. Im Netz ist allerdings immer wieder von einem Mischverhältnis von 1:1 die Rede. Das scheint Nadia Holdener eindeutig zu viel zu sein. „Wir nehmen normalerweise nur einen Schuss Spiritus, das reicht vollkommen aus“, so die Lifehackerin. Wichtig: Beim Putzen mit Spiritus unbedingt Handschuhe tragen.

Internet-Trick Nr. 3: Schwarzer Tee
Die Gerbstoffe im Tee sollen fettlösend wirken. Und tatsächlich kennt Nadia Schwarztee als Hilfsmittel zum Reinigen von Abflüssen. Lauwarm aufgetragen kann er fettige Fingerabdrücke oder auch starke Verschmutzungen wie Vogelkot beseitigen. Und: Nikotin-Spuren sollen so ebenfalls verschwinden. Doch Vorsicht: Schwarzer Tee hat eine stark färbende Wirkung. Weiße Rahmen könnten davon bräunlich werden.

Internet-Trick Nr. 4: Glyzerin
Pflanzliches Glyzerin ist im Internet der letzte Schrei – angeblich das perfekte Universal-Reinigungsmittel. Tatsache ist, dass schon unsere Großmütter Glyzerin als Hausmittelchen kannten. Zu ihren Zeiten fiel es als Nebenprodukt der Seifenherstellung an. Es entsteht nämlich immer dann, wenn pflanzliche oder tierische Fette gespalten werden, wie es bei der Verseifung geschieht. Heute kann Glyzerin außerdem aus Erdöl oder mithilfe von Hefen aus Melasse gewonnen werden. Ein Großteil stammt inzwischen aus der Produktion von Biodiesel. Im Praxistest erweist sich Glyzerin aber als untauglich – es hinterlässt einen fettigen Film auf den Scheiben. Aber: Um Fugen weich zu erhalten, ist Glyzerin ideal.

Internet-Trick Nr. 5: Spülmittel
Bestes Hausmittel zum Einschäumen der Scheibe. Aber Vorsicht: ein paar Tropfen in lauwarmem Wasser reichen völlig aus. Bei zu viel Geschirrspülmittel sind Streifen vorprogrammiert. Auch die Lifehackerin schwört auf Spülmittel zusammen mit einem Schuss Spiritus für die Langzeitwirkung.

Beitrag von Christine Knospe