Frau beim Kraftsport im Fitnessstudio (Quelle: imago)
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Service - Fitness-Studios im Test

Mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland sind in einem Fitness-Studio angemeldet. Die Auswahl ist riesig. Vom edlen Hightech-Studio bis zum Discount-Anbieter ist alles dabei. Doch welches Studio hat die Nase vorn? Die Stiftung Warentest hat aktuell die sieben größten Fitnessketten untersucht.

Prüfpunkte waren unter anderem Einführung (Trainingsplan-Erstellung, Gesundheitscheck), Betreuung der Kunden, die Kompetenz der Trainer, Geräteausstattung, Räumlichkeiten sowie Vertragsbedingungen (AGB). Dafür setzte die Stiftung Warentest 35 geschulte Tester ein, die sich als  Einsteiger anmeldeten. Sechs Mal besuchten die Tester jedes Studio und arbeiteten ein Prüfprogramm ab. Sie dokumentierten das Einführungstraining, den Zustand der Geräte sowie die Betreuung. Um die Kompetenz der Trainer zu testen, schilderten sie zum Beispiel körperliche Beschwerden wie Kribbeln im Bein oder Schwindelgefühle. Und sie trainierten absichtlich falsch, um zu prüfen, ob die Trainer das merken und sie korrigieren.

Hauptkritikpunkt: mangelnde Betreuung

An der Ausstattung, der Sauberkeit und den Räumlichkeiten hatte die Stiftung Warentest bei allen untersuchten Fitnessketten kaum etwas zu bemängeln. Allerdings hapert es an der Betreuung. Die lässt fast überall zu wünschen übrig. Kaum ein Trainer korrigierte fehlerhafte Ausführungen von sich aus oder reagierte angemessen auf die vom Proband geschilderten Probleme. Ein Problem, denn wer über längere Zeit mit zu hohen Gewichten oder einer falschen Körperhaltung trainiert, riskiert Schäden an Sehnen, Bändern oder Gelenken. Hinzu kommt: Die Altersgruppe der Über-60-Jährigen, die Mitglied in einem Fitnessstudio sind, wächst. Gerade in dieser Altersgruppe ist eine gute Beratung und Einführung wichtig.

Dass gute Betreuung rar ist, liegt auch am typischen Geschäftsmodell von Fitness-Discountern. Sie bieten große Räume und qualitativ hochwertige Maschinen, die die Mitglieder rund um die Uhr nutzen können. Beim Personal dagegen sparen sie. Die Trainierenden sind oft auf sich allein gestellt. Aber auch bei höherpreisigen Studios wie zum Beispiel Fitness First war die Betreuung eher mau. Der einzige Anbieter mit guter Betreuung ist Kieser Training. Hier achteten die Trainer darauf, dass ihre Kunden die Bewegungsabläufe richtig ausführen. Dafür erhält  der Anbieter als einziger im Test das Urteil „gut“.

Die Testergebnisse

Das Mittelfeld teilen sich "EasyfitnessClub", "Injoy", "Fitness First" und "FitX". Alle vier bekommen die Gesamtnote befriedigend. Schlusslichter sind "Clever Fit" und "McFit". Auch hier bemängelt die Stiftung Warentest die Betreuung und lückenhafte Gesundheitschecks. Bei "Clever fit" enthalten die Verträge auch mehrere unzulässige Klauseln im Kleingedruckten. Daher reicht es in der Gesamtnote nur für ein „ausreichend“.

Beim Marktführer "McFit" sahen die Tester oft nur einen einzigen Mitarbeiter. Dieser ist oft für Empfang, Überwachung des Sportbereichs, Probetraining und sogar Reinigung der Duschen zuständig. So bleibt kaum Zeit, um auf Trainingsfehler der Kunden zu achten. Und die Kurse übernimmt bei "McFit" kein Trainer, sondern die Anweisungen kommen per Videofilm.

Wie findet man das für sich passende Studio?

Das Studio sollte zu den eigenen Zielen passen. Wie ist es ausgestattet mit Ausdauer- und Krafttrainingsmöglichkeiten? Welche Kurse bietet es an? Zum Beispiel bietet der Testsieger Kieser Training gar keine Kurse an, sondern nur Krafttraining an Maschinen, hauptsächlich für den Rücken. Auch die Erreichbarkeit des Studios ist wichtig. Für Anfänger sehr wichtig: Die Qualifikation der Trainer. Die ist für Laien allerdings sehr schwer einzuschätzen. Am besten ist es daher, man fragt nach der Ausbildung bzw. Qualifikation der Trainer.