Backpulver auf einem Löffel (Bild: imago/Westend61)
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Service-Reihe - Gewusst wie: Allzweckwaffe Backpulver

Backen – eine der Lieblingsbeschäftigung vieler Menschen während des Corona-Lockdowns. Jetzt, da wieder mehr Aktivitäten möglich sind, ist womöglich mehr Backpulver im Haus, als gebraucht wird. Bloß nicht wegwerfen, Backpulver soll ein echtes Wundermittel sein. Wir haben getestet, wofür es wirklich taugt.

Backpulver – unverzichtbar beim Backen, aber auch Allzweckwaffe im Haushalt und bei der Körperpflege. Studentin Laura hat im Internet die besten Alltagstricks recherchiert. Welche funktionieren – und welche eher nicht? Laura macht den Test.

Trick Nr. 1: Backpulver als Weißmacher

Lauras Bluse hat gelbe Flecken, typisches Problem bei weißer Wäsche. Schweißränder, Makeup-Spuren, nach Jahren vergilbtes Weiß. Backpulver soll eine Alternative zu chemischem Bleichmittel sein, heißt es im Netz. Dazu eine halbe Tasse Backpulver und eine halbe Tasse Essig mit in die Waschmaschine geben – und das Weiß soll wieder strahlen. Nach einer Stunde ist die Wäsche fertig. Und? Ernüchterung. Die gelben Flecken sind nicht rausgegangen. Das Weiß der Bluse ist tatsächlich ein kleines bisschen weißer geworden. Bei Grauschleier scheint Backpulver zu wirken – mehr aber auch nicht.

Trick Nr. 2: Rohr frei durch Backpulver

Ihre Hände wäscht Laura in Zeiten von Corona besonders oft. Umso ärgerlicher, wenn es ewig dauert, bis das Wasser abfließt. Backpulver und Essig statt Chemiebombe aus der Drogerie, so steht es im Internet. Vier Esslöffel Backpulver in den Abfluss geben, sofort eine halbe Tasse Essigessenz hinterher. Vermischen sich Essig und Backpulver, ist ein Sprudeln zu hören. Wenn kein Geräusch mehr aus dem Abfluss kommt, heißes Wasser durchlaufen lassen. Und das Fazit: Das Wasser läuft wieder mühelos ab. Allerdings ist die Freude nur von kurzer Dauer. Schon nach kurzer Zeit ist die Verstopfung wieder da. Ist der Abfluss also wirklich dicht, kommt man um das Spezialprodukt wohl nicht herum.

Trick Nr. 3: Kratzer entfernen mit Backpulver

Laura ist mutig und testet mit ihrem eigenen Handy. Zwei Kratzer sind auf dem Display zu sehen. Die Anleitung aus dem Internet: Einfach einen feuchten Lappen in Backpulver tunken und das Display mit der breiigen Masse abreiben. Danach den Backpulver-Brei gründlich entfernen. Bringt das was? Laura ist enttäuscht. Die Kratzer sind immer noch sichtbar.

Trick Nr. 4: Backpulver-Shampoo

Backpulver enthält neben Natriumhydrogencarbonat meist auch noch Phosphate und Zitronensäure. Alles Stoffe, die auf der Haut nichts verloren haben. Laura entscheidet sich deshalb zur Beauty-Anwendung lieber für pures Natron. Ein Shampoo aus Natron soll die Haare von Pflegerückständen reinigen, sie fülliger machen und bei längerer Einwirkzeit sogar aufhellen. Der Internet-Tipp: Eine ganze Tasse Natron auf drei Tassen Wasser, die breiige Masse großzügig im feuchten Haar verteilen. Die Spitzen dabei am besten auslassen, denn das Natron trocknet die Haare aus. Drei bis fünf Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen. Zur Aufhellung beträgt die Einwirkzeit etwa 20 Minuten.

Lauras Fazit nach dem Föhnen: Die Haare fühlen sich ein bisschen an wie nach einem Tag am Strand – sehr trocken und strohig. Sie bekommt sie kaum durchgekämmt. In Zukunft wird Laura ihre Haare wohl eher wieder mit Haarseife waschen, das ist auch umweltfreundlich, pflegt die Haare aber statt sie kaputt zu machen.

Trick Nr. 5: Zarte Füße dank Backpulver

Hornhaut im Sommer – ein Ärgernis. Laura probiert’s wieder mit reinem Natron. Etwa zwei Esslöffel für ein Fußbad. Ihre verhornten Stellen reibt die Studentin außerdem mit einem Natron-Brei ab. Der soll übrigens auch bei Mückenstichen helfen. Also rauf damit. Und wie ist das Ergebnis? Das Jucken des Stichs lässt nach, so lange das Natron drauf ist. Nach dem Abwaschen aber setzt es schnell wieder ein. Die Hornhaut ist auch nicht weicher geworden. Angenehm war es aber, das Fußbad.

Nur einer von fünf Backpulver-Tricks hat funktioniert – ernüchternd. Dann doch lieber Backen.

Beitrag von Christine Knospe