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Service - Selbstverteidigung für Senioren

Viele Senioren fühlen sich mit zunehmendem Alter auf der Straße immer unsicherer, weil sie befürchten, sie könnten überfallen oder ausgeraubt werden. Statistisch ist diese Gefahr gering, aber die Angst davor ist trotzdem da – egal ob in der Großstadt oder auf dem Land. Dafür gibt es spezielle Selbstverteidigungstrainings für Senioren.

Das besteht sowohl aus mentalem, als auch aus physischem Training. Dabei geht es um das richtige Verhalten im Gefahrenfall, was auch grundsätzlich das subjektive Sicherheitsgefühl erhöht. Und es geht um leichte, körperliche Trainings, die gelenkschonend sind und Muskelkraft aufbauen, die die Reaktionsfähigkeit schulen, was  auch im Alltag zur Sturzprophylaxe nützlich ist. Selbst das Gedächtnis wird dabei geschult.
Angriff ist keineswegs die beste Verteidigung. Und Alter kein Hindernis eine Kampfkunst zu erlernen. Das beweisen die aktuellen Zahlen vom Deutschen Karateverband. Von 2017 bis 2018 hat sich die Zahl der Senioren 60+ verdoppelt. Kein Wunder, denn vieles spricht für jung erhaltende Wirkung bei denen, die regelmäßig üben: Kraft, Beweglichkeit, Koordination, Konzentration – das alles wird gefordert und gefördert und ist auch mit über 80 noch machbar.
Wer im Alter Selbstverteidigung lernen möchte, sollte sich eine stehende Form aussuchen und auf Bodenwürfe verzichten. Und eine Schule und einen Lehrer seines Vertrauens. Kampfkunst-Senioren fühlen sich sicher, die Angst vor Angreifern wird kleiner und das Training ist eine gute Sturzprophylaxe, die Knochenbrüchen vorbeugt. Neben den traditionellen Kampfkünsten werden für Senioren auch Maßgeschneiderte Selbstverteidigungskurse angeboten: Selbst mit dem  Rollator lässt sich ein Angriff möglicherweise verteidigen. Oder mit dem Gehstock. Mit  Rollenspielen sensibilisieren Trainer ihre Teilnehmer für angemessenes Verhalten bei Gefahr. Ohne sie dabei zu überfordern, die eigenen Stärken und Schwächen kennen lernen steht bei den Kursen auch auf dem Programm.

Doch wie gefährlich ist der Alltag für Senioren überhaupt? Laut Kriminalstatistik sind über 60-Jährige sogar weniger gefährdet  als jüngere, trotzdem gibt es  Übergriffe und mit zunehmendem Alter wächst die Angst, schon allein weil Menschen sich schwächer fühlen. Genau dort setzt Selbstverteidigung für Senioren an – und macht die Ü-60-Genetaion wieder stark. Als Erste-Hilfe-Maßnahme, wenn man sich selbst oder andere vor einem Angriff schützen will lohnt es sich, die eigene Stimme zu trainieren. Laute, entschlossene Worte an den Angreifer traut Senioren kaum einer zu – schon aus Überraschung verzieht sich so mancher Angreifer sofort. Stimme, Körperhaltung, Ausstrahlung – das kann helfen gefährliche Situationen schon im Vorfeld zu umgehen.

Wir hinterfragen, welche Selbstverteidigungskurse bzw. Kampfkünste für Senioren geeignet sind und welche nicht. Wir begleiten zwei Herren um die 80 in ihren unterschiedlichen Kursen, sie berichten uns von ihren Erfahrungen, und wir geben Tipps, wie man entsprechende Angebote in Berlin und Brandenburg findet.

Beitrag von Dagmar Kniffki