Symbolbild Joggen. Quelle: Colourbox
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Service - Laufen für Einsteiger: So werden Sie fit!

Es gibt eigentlich nur einen Sport, der wirklich überall und fast immer möglich ist – selbst in den letzten Wochen mit den vielen Beschränkungen: Laufen! Manche nennen es Jogging, die Anglophilen sagen Running. Für alle, die jetzt in diesem besonderen Corona-Frühling die Sportschuhe anziehen und mit dem Joggen beginnen wollen, hat zibb die wichtigsten Tipps zum Laufen für Einsteiger.

Für viele Hobby-Läufer bedeutet ihr Sport Fitness und Freiheit - das will das Team von Marathon-Veranstalter SCC Events bei ihren Lauftrainings auch möglichst vielen Menschen vermitteln. Im Moment fallen die Trainingsstunden aus, so erläutern Lauftrainerin Nathalie Baron und Lungenarzt Matthias Krüll, auch Medizinischer Leiter des Berlin-Marathons, für zibb die wichtigsten Tipps und Ratschläge: geduldig und langsam anfangen.

Jeder sollte selbst motiviert sein, statt sich von anderen zum Laufen überreden zu lassen, und mit sich selbst Geduld haben: Je nach Vorerfahrung und Kondition reicht es anfangs, nur alle paar Tage loszutraben. Dabei gern abwechselnd ein paar Minuten gehen und langsam laufen. Der größte Fehler vieler Laufeinsteiger: Sie laufen zu schnell los, wollen gleich mit geübten Joggern mithalten, zu lange oder zu oft laufen. Das bringt nur Schmerzen statt Spaß, diese Menschen hören meist schnell wieder auf.

Der Vorteil des Laufens: Jeder kann zur für ihn passenden Uhrzeit und überall laufen, es ist kein teures Equipment nötig. Wer daran Spaß findet, sollte nur bald seinen Füßen vernünftige Laufschuhe gönnen. Zibb hat sich bei Laufberater Carsten Weinrich Tipps geholt - ihm gehört der auf Laufen spezialisierte Laden Laden Long Distance.

Das Wichtigste beim Laufen seien vernünftige Schuhe, die zum Läufer passen. Verschiedene Marken haben sich auf Laufschuhe wirklich spezialisiert - für gute Laufschuhe, die so flexibel wie nötig sind und den ungeübten Fuß dabei gut stützen, müssten Läufer um die 140 Euro ausgeben, sagt er.

Den passenden Schuh finden die Laufberater gemeinsam mit jedem Kunden je nach dessen Fußform, Beinstellung und Ambitionen, zum Beispiel extra stützende Schuhe. Dafür beobachten und filmen sie jede Kundin und haben mehrere Kriterien: Wie steht und läuft die Läuferin, wie ist der Bewegungsablauf? Manche brauchen Schuhe, die in eine bestimmte Richtung stützen, andere eher "neutrale" Modelle.  

Die Kleidung ist weniger wichtig, aber: Baumwolle saugt den Schweiß sehr auf und bleibt dann nass. Eine bequeme Hose mit weichem Innenslip und ein Funktionsshirt sind angenehmer: Darin scheuert nichts, sie nehmen den Schweiß auf und geben ihn nach außen ab. Material wie Polyamid riecht dabei noch weniger als Polyester.

Mit guten Schuhen eignet sich auch jeder Untergrund, ebener Asphalt ist für Anfänger sogar besser als Waldboden mit Stolperwurzeln. Die Lauftechnik ist eher zweitrangig: Anfänger sollten die so genannte Mittelfußtechnik nutzen, sagt die Lauftrainerin. Dabei setzt fast der ganze Fuß gleichzeitig auf dem Boden auf und rollt dann zum nächsten Schritt ab. Wer die Ferse zuerst aufsetzt, belastet Knochen und Gelenke zu viel. Profis treten sogar mit dem Vorderfuß zuerst auf, das bedarf aber viel Kraft und Training. Einsteiger achten dann irgendwann mal auch auf ihre Körperspannung: Matthias Krüll empfiehlt, aufrecht und mit einer gewissen Grundspannung in Rumpf und Bauchmuskulatur zu laufen. Alles andere komme bei Interesse später: Armhaltung, Atemtechnik, Schrittlänge.

Am besten ist am Anfang also: Kopf frei, Schuhe schnüren und einfach loslaufen.  

 

Beitrag von Corinna Meyer