Service - Nagellack im ÖKO-Test

Sie machen gute Laune, die bunten Farbtupfer auf den Nägeln. Die Palette ist riesig – ob Neongelb, Schlammgrün oder klassische Rottöne, für jeden Look gibt es die passende Farbe. Doch was auf den ersten Blick schön ist und gefällt, ist nicht unbedingt empfehlenswert. Zu Gast: Jürgen Stellpflug, Chefredakteur der Zeitschrift "ÖKO-TEST".

Denn der aktuelle Test hat Bedenkliches ergeben: So sind viele Nagellacke mit Schadstoffen belastet. Es zeigte sich, dass viele Marken ein Problem mit krebserregenden Nitrosaminen, bedenklichen UV-Filtern und anderen Schadstoffen haben. 25 Produkte wurden untersucht; insgesamt gab es sehr gute bis mangelhafte Testergebnisse.

In 19 der 25 Nagellacke hat das Labor von ÖKO-TEST allerdings krebserregende Nitrosamine gefunden. Laut Kosmetikverordnung ist dieser Schadstoff in Kosmetik verboten.

Nitrosamine

Nitrosamine sind krebserregend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung ordnet ein: "Nitrosamine sind genotoxische Kanzerogene, für die kein sicherer toxikologischer Schwellenwert existiert.

Für solche Verbindungen gilt das Minimierungsgebot, die Aufnahme über alle Quellen sollte möglichst gering sein. Nitrosamine sind laut Kosmetikverordnung in der EU verboten. Allerdings werden geringe Mengen toleriert, wenn sie bei "guter Herstellungspraxis" "technisch unvermeidbar" und "für die menschliche Gesundheit" sicher sind.

Ratschlag der ÖKO-TEST Redaktion

*Wer es bunt liebt, aber Nitrosamine meiden möchte, kann unter den von uns getesteten Produkten nur zur Naturkosmetik greifen. In allen anderen farbigen Lacken stecken zumindest Spuren von Nitrosaminen.

*Top-Coats, also Klarlacke, schneiden im Test tendenziell besser ab. Auch ohne Farbe lassen sich damit Akzente setzen.

*Öfter mal eine Pause machen: Nagellack und Nagellackentferner trocknen die Nägel aus. Deshalb Erholungsphasen einlegen und die Nägel in dieser Zeit immer mal wieder einfetten, zum Beispiel mit Handcreme.

Beitrag von Christine Wiedergruen