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Service - Giftfreie Schädlingsbekämpfung im Garten

Über 5400 Tonnen Pestizide kaufen Deutschlands Hobbygärtner jährlich. Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat dürfte das bekannteste sein. Mittlerweile ist es zwar aus vielen Verkaufsregalen verschwunden. Aber die Mittel, die stattdessen über die Ladentheke gehen, sind Experten zufolge nicht harmloser. Doch es geht auch anders.

Während in Frankreich zum Beispiel chemische Pestizide für den Privatgebrauch verboten sind, sind in Deutschland knapp 300 verschiedene Pestizid-Wirkstoffe zugelassen. Darunter hochgiftige und möglicherweise krebserzeugende Substanzen. Sie gefährden nicht nur die Gesundheit von uns Menschen, sondern schaden auch Insekten und Wasserlebewesen und belasten Böden und Grundwasser.

Zwar dürfen chemische Pflanzenschutzmittel im Handel nicht ohne vorherige Beratung verkauft werden, doch Stichproben von Verbraucherschützern und Umweltverbänden zeigen, dass die Beratung oft mehr als dürftig ist. Und online werden die Pestizide sogar völlig ohne Beratung verkauft.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND und viele andere Umweltschutzverbände raten komplett von chemischen Pestiziden ab. Sie sagen: Es ist vor allem im Privatgebrauch, aber auch für die Grünflächen der Kommunen nicht nötig, auf solche Stoffe zurückzugreifen.

Unkraut umweltschonend loswerden
Auf Wegen ist es am besten, regelmäßig zu fegen und zu bürsten, um damit Samen zu entfernen, so dass Löwenzahn und Co. gar nicht erst wachsen und sich vermehren können. Ist das Unkraut da, ist es am nachhaltigsten, es mitsamt der Wurzel auszurupfen. Am besten geht das mit einer Hacke. Abflämmen oder heißes Wasser über das unerwünschte Gewächs zu kippen geht zwar auch, aber dabei tötet man oft auch Insekten, das ist also nicht ganz so umweltfreundlich.

Gegen Unkraut im Beet hilft am besten mulchen mit Stroh oder Grünschnitt. Das unterdrückt das Unkraut und gibt gleichzeitig wertvolle Nährstoffe an den Boden ab. Tipp: Den Rasenschnitt vom Rasenmähen das nächste Mal einfach im Blumenbeet verteilen.

Blattläuse, Schnecken und Co.
Neben Unkraut (oder wie es im ökologischen Landschaftsbau genannt wird „Beikraut“) sind Schädlinge jedem Gärtner ein Dorn im Auge. Allen voran Blattläuse. Doch auch gegen sie kann man chemiefrei vorgehen.

Sind es erst wenige, kann man die Läuse mit Wasser abbrausen und mit der Hand abpflücken. Bei einem größeren Befall hilft zum Beispiel Kaffee. Die Kaffeereste einfach mit Wasser vermischen und dann mehrmals in der Woche spritzen. Blattläuse mögen offenbar kein Koffein. Auch ein Sud aus Brennnesseln soll gut gegen Blattläuse helfen.

Der Marienkäfer gilt als Glücksbringer und glücklich kann sich jeder schätzen, in dessen Garten sich die gepunkteten Gesellen tummeln. Denn Marienkäfer fressen Blattläuse. Bis zu 150 Läuse verputzt ein Käfer pro Tag. Einen ähnlich großen Appetit haben auch die Larven des Marienkäfers. Wer keine in seinem Garten hat, kann sich Marienkäfer-Larven und andere Nützlinge online bestellen.

Um Nützlinge langfristig bei sich im Garten zu halten, sollte man es ihnen gemütlich machen. Sie fühlen sich in naturnahen, artenreichen Gärten wohl, die viele Rückzugsorte bieten wie zum Beispiel Hohlmauern, Blätterhaufen oder Insektenhotels.
Gegen Schnecken hilft ein Schneckenzaun. Man kann auch Sand um die Beete streuen, da kommen sie schwer rüber.

Pilzkrankheiten
Ist die Pflanze von einem Pilz befallen, helfen Zwiebeln. 150 Gramm Zwiebeln auf zwei Liter kochendes Wasser geben, eine halbe Stunde ziehen lassen und den kalten Sud alle zwei Wochen auf die kranken Blätter spritzen.

Tomatenpflanzen haben häufig mit Kraut- und Wurzelfäulnis zu kämpfen. Dagegen hilft Moos. 24 Stunden in kaltem Wasser einweichen und diesen Sud dann auf die Tomatenpflanzen gießen. Das macht sie widerstandsfähiger.

Bei Mehltau soll Molke oder Rohmilch helfen. Einfach etwas davon in eine Sprühflasche füllen und auf die Blätter spritzen.


Beitrag von Sina Krambeck