Service - Service: Bewerben, aber richtig!

Die Wirtschaft boomt, Bewerber werden dringend gesucht – der ideale Zeitpunkt, um sich jetzt den Traumjob zu schnappen. Doch wie sieht eine gute schriftliche Bewerbung heute aus? Und wie bewirbt man sich online? Bewerbungspapst Jürgen Hesse kennt alle Tricks.

Egal, ob es um den Job als Konzernchefin oder als Krankenpfleger geht, die Regeln für eine gute Bewerbung sind dieselben. Bewerbungsexperte verrät seine 8 wichtigsten Tipps:

1. Auf Ihre Einstellung kommt es an.

Nach unserer Einschätzung ist am allerwichtigsten: Ihre Einstellung. Und dies im doppelten Wortsinne. Also die mentale Auseinandersetzung und Einstimmung auf Ihr Vorhaben, einen Arbeitsplatz zu erobern. Dabei spielt die gründliche Vorbereitung die alles entscheidende Hauptrolle, was übrigens regelmäßig unterschätzt wird. Weil die Bewerber sich nicht intensiv genug vorbereiten, wissen sie gar nicht, was auf sie zukommt und worum es wirklich geht. Die richtige Vorbereitung aber ist genau der Grundstein für den Erfolg, so wie ein solides Fundament die sicherste Basis für einen stabilen Hausbau ist.

2. Das sind die entscheidenden Weichensteller in Ihrem Vorhaben:

Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit sind die Essentials einer jeden Bewerbungssituation und die Herausforderung beim Erstellen Ihrer schriftlichen Bewerbungsunterlagen. Das bedeutet:

1. Verfügt der Bewerber über die erforderlichen generellen und fachlichen Qualifikationsmerkmale?

2. Was bewegt den Bewerber, was sind seine Motive für Arbeitsplatz- und Aufgabenwahl und ist er motiviert, Außerordentliches zur Verwirklichung von Unternehmens- bzw. Institutionszielen zu leisten?

3. Mobilisiert der Bewerber Sympathiegefühle, kann man sich mit ihm "wohlfühlen" und passt er zum Team, zum Unternehmen (bzw. zur Institution)? Stimmt die persönliche "Chemie"?

3. Warum neben Kompetenz vor allem Sympathie und Leistungsmotivation so wichtig sind:

Abgesehen vom fachlichen Können sind die absoluten "Weichensteller" Ihr Sympathie mobilisierender Auftritt und die Leistungsmotivation. Denn: Es geht auch bei der Leistung und dem Können um Zutrauen in Ihre Potentiale und das bedeutet Vertrauen – und dabei hilft Sympathie ungemein. Durch ein professionelles und individuelles Bewerbungsfoto sowie gut gewählte Hobbys oder sonstige Besonderheiten können bereits in den schriftlichen Unterlagen Sympathie und Vertrauen geweckt werden.

4. So geht gute Vorbereitung:

Die drei Essentials der Bewerbungssituation - Persönlichkeit, Leistungsmotivation und Kompetenz – müssen während des gesamten Bewerbungsverfahrens als Signale so prägnant ausgesendet werden, dass sie beim potentiellen Arbeitgeber wirklich gut ankommen. Das gilt für die Erstellung der schriftlichen Unterlagen ebenso wie für das persönliche Auftreten im Vorstellungsgespräch.

Vorzubereiten sind Antworten auf folgende Fragen:

Was für ein Mensch sind Sie, und wie präsentieren Sie sich?

Wie bringen Sie Ihre Leistungsmotivation deutlich zum Ausdruck?

Wie vermitteln Sie überzeugend Ihre Kompetenz?

5. Entwickeln Sie zusätzlich so etwas wie eine Leitidee oder einen roten Faden:

Das ist dabei sehr hilfreich: die berühmten vier Fragen:

Was für ein Mensch bin ich?

Was kann ich?

Was will ich?

Was ist für mich möglich?

Zur eigenen Standortbestimmung eignen sich auch die folgenden Fragen:

Was liegt hinter Ihnen?

Wie schätzen Sie sich und Ihre Fähigkeiten ein?

Wie sieht Ihre aktuelle Situation aus, mit der Sie sich auseinandersetzen müssen? Geht es bei Ihnen um einen Neueinstieg, Wechsel oder Wiedereinstieg?

6. Wie Sie sich aus der Masse der Bewerber positiv abheben:

Das können Sie auf unterschiedliche, vielfältige Weise. Vor allem: Indem Sie sich besonders gut vorbereiten. Und hier ein Patentrezept - falls es so etwas überhaupt gäbe - zu verraten, würde die Sache ja wohl gleich ad absurdum führen. Entscheidend jedenfalls ist, dass Sie sich gerade mit den genannten wichtigen Fragen intensiv auseinandersetzen und dazu z.B. Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen kreativ und innovativ gestalten.

Übrigens: Auch die telefonische Kontaktaufnahme kann dazugehören. Und: Wenn Sie z.B. selbst die Initiative ergreifen, heben Sie sich auch schon deutlich von anderen ab.

7. Zum Beispiel mit einer Initiativ-Bewerbung:

Sie wollen sich positiv von anderen Bewerbern unterscheiden? Eine Initiativbewerbung kann Ihnen, wenn sie gut, d. h. wirklich überzeugend formuliert und gestaltet ist, den gewünschten Erfolg, also mindestens eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bringen und darauf kommt es zunächst einmal an. Nach der intensiven Vorbereitung wissen sie, wovon Sie sprechen (evtl. telefonieren) und schreiben und verfolgen das Ziel einer persönlichen Begegnung mit dem potentiellen Arbeitgeber viel überzeugender.

8. Das müssen Sie wissen, wenn Sie sich auf Stellenanzeigen bewerben:

Sie bewerben sich auf Stellenanzeigen? Selbstverständlich, aber das allein reicht noch lange nicht aus! D.h. es kommt darauf an, wie viel Zeit Sie haben, bis Ihre Bemühungen Erfolg haben sollen. Denn: Neben den sicherlich immer noch wichtigen klassischen Stellenanzeigen ist ein Marktpotential an Arbeitsplätzen in einem Umfang von etwa 60 bis 70 Prozent ausschließlich über andere Wege zu erobern. Angefangen von der Initiativbewerbung, dem eigenen Stellengesuch bis hin zur mehr oder weniger persönlichen Empfehlung gibt es ein Spektrum an direkten und mittelbaren Kontakten - Stichwort Personalberatungsgesellschaften, Headhunter, aber auch Messen und andere Foren und Arbeitszirkel, die einen als Arbeitssuchenden weiterbringen können.

Beitrag von Christine Knospe