Fahrrad mit verschiedenen Sorten von Schlössern zum Test(Quelle: rbb)
rbb
Fahrradschlösser im Test (Quelle: rbb) | Bild: rbb

Service - Keine Chance für Diebe: Fahrradschlösser im Test

Die Stiftung Warentest hat zum Start der Fahrradsaison 20 Schlösser getestet. Nur fünf davon haben die Note "gut" erreicht, vier Testverlierer rasseln mit "mangelhaft" durch. Wir stellen die Testergebnisse vor und geben Tipps für Sicherungsmöglichkeiten Ihres Fahrrads.

Wer sein Fahrrad liebt, der schließt es gut ab. Denn Diebe klauen in Berlin und Brandenburg jährlich insgesamt fast 50 000 Fahrräder. Die Stiftung Warentest hat für die Mai-Ausgabe ihres Heftes acht Bügel-, sieben Falt- und fünf Kettenschlösser getestet. Panzerkabelschlösser wurden dieses Mal nicht berücksichtigt, weil selbst die dicken Kabel in früheren Tests zu leicht zu knacken waren.

Im Labor hat die Stiftung die 20 Schlösser nach vier Kriterien geprüft. Am wichtigsten: Die Sicherheit. Aber auch auf mögliche Korrosion haben die Tester untersucht – also: wie lang hält ein Schloss im Regen durch - sowie auf Schadstoffe. Außerdem: Hat es eine Halterung und wie gut lässt es sichhandhaben? Testsieger ist das Abus Granit XPlus mit der Note 1,6. Ein ebenfalls gutes Bügelschloss bietet Decathlon mit dem B´Twin, Note 2,0. Das einzig mit "gut" bewertete Faltschloss kommt ebenfalls von Abus, das Bordo Granit XPlus bekam eine 1,9. Und bei den Kettenschlössern haben das Abus CityChain und Kryptolok Combo von Kryptonite jeweils mit 2,0 abgeschnitten. Auch schlechte Noten gab es bei allen Schlosstypen: Das Contec Powerlock, Luma Carpenter, das XLC Dr. Mabuse und Abus Tresor haben mangelhafte Testergebnisse.

Dadie Tester immer ein "Mangelhaft" vergeben, wenn ein Produkt in einem Kriterium nur mangelhafte Ergebnisse, sollte jeder, der ein Schloss kaufen möchte, aber genau auf die ihm wichtigen Kriterien und die unterschiedlichen Noten achten: Ein Schloss hat das "mangelhaft" zum Beispiel wegen der Schadstoffbelastung erhalten, schließt aber sehr sicher.

Generell sind Bügelschlösser die eher sichersten Schlösser. Sie haben auch meist eine praktische Halterung fürs Fahrrad. Allerdings passen sie nicht um dickere Pfähle oder Bäume, können das Rad also nur an Bügeln oder Schildernfestschließen.

Auch Zahlenschlösser haben übrigens teils gut abgeschnitten, sie sollte der Radfahrer aber mit einem schwierigen Code sichern und die Zahlen in unterschiedlicher Richtung verdrehen.

Generell gilt: Je höherwertig ein Fahrrad, desto teurer gern auch das Schloss. Leichte und günstige Schlösser gelten Dieben eher als willkommene Geschenkbänder.

Sichern Sie Ihr Fahrrad möglichst doppelt mit zwei verschiedenen Schlosstypen. Pendler können dafür auch ein Schloss vor dem Büro deponieren. Das Rad fest an einem stabilen Bügel oder einer Laterne befestigen. Und: hoch anschließen, damit Diebe weniger Deckung haben und den Boden nicht als Hebel für den Bolzenschneider nutzen können.

Für alle, die es gern noch sicherer haben, bieten diverse Marken inzwischen intelligente Systeme an: versteckte GPS-Tracker fürs Rad, Schlösser mit Alarmanlage oder Abschließen per Smartphone – das gibt es auch von einem Startup namens "I lock it" aus Brandenburg.

Beitrag von Corinna Meyer