Service - Wissenswertes über neue Schönheitsbehandlungen

Wer die Zeichen der Zeit in seinem Gesicht vermindern will, muss keineswegs unters Messer. Neue Formen der Beauty-Behandlungen liegen derzeit  im Trend. Wir geben einen Überblick, erklären die Vor- und Nachteile und sprechen über gesundheitliche Risiken und die Kosten für die Patienten. Studiogast: Yael Adler, Hautärztin und Bestsellerautorin.

Botox, genauer Botolinumtoxin ist ein starkes Nervengift. Die Substanz verursacht eine reversible Lähmung von Muskeln und wird seit geraumer Zeit zu kosmetischen Zwecken eingesetzt. Gesichtsmuskeln werden gelähmt, dadurch Mimikfalten reduziert. Das Gift, so die gängige Meinung nach heutigem Wissensstand, wird vom Körper nach drei bis sechs Monaten abgebaut.

Hyaluron oder  Hyaluronsäure ist eine Körpereigene Substanz, die Feuchtigkeit im Gewebe bindet, sie gewissermaßen aufpolstert. Die Substanz wird künstlich hergestellt) und zur Unterspritzen von erschlafften Hautpartien verwendet.

Mesotherapie ist eine komplementärmedizinische Behandlungsmethode. Sie enthält Elemente aus der Akupunktur, aus der Neuraltherapie und kennt Reflexzonen. In die mittlere (meso) Hautschicht werden Injektionen mit homöopathischen sowie niedrigdosierten herkömmlichen Medikamenten eingebracht (Injektionsakupunktur). Die jeweiligen Mischungen sind von Arzt zu Arzt verschieden, sie enthalten oft Vitamine, Spurenelemente oder Hyaluron

Eine Walze, gespickt mit hunderten feiner Nädelchen, rollt über das Gesicht, immer wieder und wieder. Was nach Folter klingt, hat in Wahrheit das Ziel, Falten verschwinden zu lassen und das Hautbild zu verjüngen. Hollywood-Schönheit Angelina Jolie soll darauf schwören, auch in Deutschland lassen sich immer mehr Frauen in Kosmetikstudios und Hautarztpraxen "nadeln." Denn hinter der pieksigen Behandlung steht ein sattes Versprechen: Die Nadelstiche sollen die Regenerationsfähigkeit der Haut anregen, die sich dadurch quasi selbst verjüngt.

Grundsätzlich kann man sagen, Microneedling löst feinste Verletzungen aus, die die Haut als Wunden registriert. In der Haut werden dann verschiedene Botenstoffe und Wachstumsfaktoren ausgeschüttet, um die Wundheilung anzuregen. Dieser Vorgang kurbelt auch die Produktion von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure an – die Zutaten für eine straffe, elastische Haut.

Needling ist nicht gleich Needling
Allerdings: Wie effektiv diese Selbstverjüngung ist, hängt nicht zuletzt davon ab, wie tief die Nadeln in die Haut eindringen. Beim rein kosmetischen Microneedling dringen die Nadeln lediglich 0,1 bis 0,3 Millimeter tief ein, reizen also nur die oberste Hautschicht. Das kann zwar auch die Kollagenproduktion anregen, aber nur in geringem Maße. In der dermatologischen Fachliteratur bestreitet mancher Experte diesen Effekt für das oberflächliche, kosmetische Needling sogar ganz.

Feine Knitterfältchen glätten
Eine rein kosmetische Anwendung kann entweder mit der Nadelwalze erfolgen, dem so genannten Dermaroller, oder mit einem Derma-Pen, einer Art vibrierendem Stift, an dessen Spitze feine Nädelchen sitzen. Die Preise für die Behandlung beginnen bei gut hundert Euro pro Sitzung, können aber auch deutlich höher liegen – je nach Methode und Behandler. Wunder dürfen vom kosmetischen Microneedling aber nicht erwartet werden. Aber das Hautbild wird insgesamt frischer und rosiger und auch erste, feine Knitterfältchen lassen sich glätten. Das Microneedling eignet sich vor allem, um die Haut vorzubereiten und durchlässiger zu machen, damit sie Cremes und Seren besser aufnehmen kann.

Kollagenproduktion und neue Hautzellen

Effektiver wird es ab 0,5 Millimeter Tiefe, wenn die Nadeln auch die Dermis, die Lederhaut, erreichen. Dann lassen sich Lachfältchen oder Stirnfalten durchaus reduzieren, was durch den professionellen Needlingpen erreicht werden kann. Gegen tief eingegrabene Nasolabialfalten, die Linien zwischen Nase und Lippe, oder gar erschlafftes, hängendes Gewebe ist aber auch tiefergehendes Needling weitgehend machtlos.

Beim medizinischen Microneedling dringen die feinen Nadeln sogar ein bis drei Millimeter tief in die Haut ein. Dann beobachten Dermatologen tatsächlich eine nennenswerte Kollagenproduktion. In geringem Umfang entstehen auch neue Hautzellen. Dadurch lassen sich etwa Aknenarben oder Dehnungsstreifen mildern. Sollen Verbrennungsnarben auf diese Weise behandelt werden, übernimmt unter Umständen die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung. Anders als die Bezeichnung "medizinisches Microneedling" vermuten lässt, kommt diese Methode nicht nur in Hautarzpraxen, sondern auch in Kosmetikstudios zur Anwendung.

Von Pieksen bis Schmerz
Generell gilt: Wer Effekte sehen will, muss Geduld mitbringen, denn Kollagenaufbau und Hauterneuerung brauchen Zeit. Für eine Faltenreduktion empfehlen wir sechs bis acht Anwendungen im Abstand von etwa zwei Wochen. Drei bis sechs Monate später ist dann mit einer Verbesserung zu rechnen.

Vor der Behandlung mit dem professionellen Microneedling Pen wird den Patienten eine betäubend wirkende Salbe aufgetragen um den Schmerz weitgehend zu reduzieren.

Beitrag von Ute Mueller-Schlomka

 

Gast im Studio: Dr. Yael Adler, Dermatologin aus Berlin, Therapeutin im Einspieler: Sylvia Drews, Heilpraktikerin aus Berlin