Schuheputzen (Quelle: Colourbox)
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Service - Schuhpflege für Profis

Nasskaltes Wetter – für unsere Schuhe eine Tortur. Nur gute Pflege lässt sie unbeschadet durch den Winter kommen. Im Schuhpflegeseminar in Berlin Mitte erfahren Schuhputzmuffel, dass nur wenige Produkte und ein paar Kniffe dafür nötig sind.

„Ein guter Beobachter sieht am Zustand der Schuhe, mit wem er es zu tun hat“, schrieb einst Honoré de Balzac. Und auch heute noch gilt: Ein gepflegter Schuh gehört zum gepflegten Erscheinungsbild einfach dazu. Eine gute Schuhpflege umfasst dabei allerdings mehr als nur das regelmäßige Put­zen. Das korrekte An- und Ausziehen, etwa mit Hilfe eines Schuhlöffels, die Ein­hal­tung von Tragepausen vor allem bei nasskaltem Wetter sowie das Nutzen von Schuhformern sind ebenfalls wichtig.
Leder speichert Feuchtigkeit. Wird es nass, kann es zu Verfor­mung­en des Schuhs und im schlimm­sten Fall zu Schäden führen. Regelmäßige mindestens 24-stündige Tragepause sind im Winter und bei Regenwetter deshalb unabdingbar. Schuhspanner aus Holz unterstützen das Trocknen.
Die Schuhpflege dient dazu, dem Leder verloren gegangene Öle und Fette zurückzuführen und ihre Verluste zu minimieren. Wer alle zwei bis drei Wochen richtig putzt, hilft dem Oberleder Elastizität, Geschmeidigkeit und Glanz möglichst lange zu behalten. Zusätzlich sollten die Schuhe nach jedem Tragen abgewischt oder –gebürstet werden, um den Schmutzpartikeln keine Angriffsflächen zu bieten. Tipp: Um festzustellen, ob die Schuhe noch in ausreichendem Maß gegen Feuchtigkeit geschützt sind, benetzt man den Schaft einfach mit etwas Wasser. Perlt es dann in einzelnen Tropfen ab, besteht noch ein ausreichender Schutz und das Putzen kann noch warten.

Ein Schuhpflegeset sollte mindestens vier Produkte enthalten: Eine Schmutzbürste aus Schweineborsten, Rinder- oder Pferdeschwanzhaaren für die Entfernung von grobem Schmutz, eine feine Bürste aus Pferde- oder Ziegenhaar für die Politur sowie eine farbige Pomade zum Nähren des Leders und ein Wachs für den abschließenden Glanz und die Imprägnierung.
Von Imprägniersprays und billiger Tubenpflege raten Experten ab. Die Sprays verkleben das Leder nur, die Tubenpflege trocknet das Leder auf Dauer aus. Es empfiehlt sich lediglich für unterwegs. Generell gilt: Nicht zu viel Produkt benutzen. Eine spitze Kotbürste ist ebenfalls überflüssig. Sie ist nur dann sinnvoll, wenn sehr grober Dreck an der Sohle klebt. Für das Leder selbst ist sie viel zu hart, sie würde das Leder nur zerkratzen.

Besitzer von Raulederschuhen nutzen für die Schmutzentfernung am Anfang eine spezielle Raulederbürste. Der gesäuberte und trockene Schuh wird dann mit dem farblosen und flüssigen Imprägniermittel behandelt. Das Sohlengelenk, die Sohlenkante und der sichtbare Teil des Rahmens werden im Anschluss mit einer farblich passenden Creme eingerieben und poliert. Nach einer halbstündigen Ruhepause wird abschließend mit den Gumminoppen der Raulederbürste das Ledergewebe wieder aufgerichtet.

Beitrag von Christine Knospe