Frau beim Frühjahrsputz, Foto: colourbox
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Frau beim Frühjahrsputz, Foto: colourbox | Bild: colourbox

Service - Aufräumen - aber richtig!

Ordnung ist das halbe Leben - und wer viel zuhause ist, für den gilt das erst recht. Ordnungscoach Gunda Borgeest gibt Tipps, wie man sich leichter von Dingen trennt und wie man seine ganz persönliche "schönste Ordnung" findet.

Von allem zu viel und ein bisschen durcheinander – so sieht es vermutlich bei den meisten in der ein oder anderen Ecke aus. Nicht bei Gunda Borgeest. In ihrem Zuhause gibt es keine Unordnung. Und das schon allein von Berufswegen. Denn sie ist Ordnungscoach. Sie hilft anderen, ihre „schönste Ordnung“ zu finden: eine Ordnung, die zu ihnen und ihrem Leben passt.

Weniger ist mehr
Die Basis von Ordnung ist immer: sich trennen vom Zuviel. Gunda Borgeest kennt das Rezept gegen die drei großen Ausreden, mit denen sich ihre Kunden immer wieder das Leben im wahrsten Sinne schwer machen.

Ausrede Nummer 1: Das kann ich irgendwann bestimmt noch mal gebrauchen
Ein Totschlagsargument. Hier rät die Expertin, sich nicht selbst zu belügen. Wer eine Sache seit Jahren nicht mehr nutzt, wird es auch in den nächsten Jahren nicht nutzen. Weg damit also.

Ausrede Nummer 2: Das hat doch mal Geld gekostet
Das Geld kommt allerdings auch nicht wieder, wenn der Gegenstand noch weitere zehn Jahre im Keller lagert, so das Gegenargument von Gunda Borgeest. Hilfreich ist hierbei, nicht einfach nur wegzuwerfen, sondern lieber weiterzuverschenken oder zu verkaufen. Somit bleibt der Wert erhalten.

Ausrede Nummer 3: Das hab ich mal geschenkt bekommen
Beim Schenken zählt der Gedanke, so die Expertin, nicht die Sache an sich. Die Freude darüber bleibt also bestehen, auch wenn das Geschenk gar nicht zum Beschenkten passt. Der Rat: Umgeben Sie sich nur mit Dingen, die Sie wirklich mögen. Egal, ob Geschenk oder nicht.

Masterplan für mehr Ordnung im Leben
Ohne Plan, keine Ordnung, so Gunda Borgeest. Richtig aufräumen ist eine große Aufgabe, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Erstmal eine Bestandsaufnahme machen. Was hab ich eigentlich? Dann feste Termine zum Aufräumen in den Kalender eintragen. Kleinere Etappenziele festlegen, so erscheint der Berg bezwingbarer. Und – ganz wichtig – den Zeitaufwand realistisch einschätzen. Sonst gibt’s nur Frust. Zuletzt das Rüstzeug beschaffen, zum Beispiel genügend Kartons.

Ausmisten mit System
Die benötigt man für das „Sechs-Kisten-Prinzip“, der Basis allen Ausmistens. Dafür sechs saubere Kartons beschriften. Verschenken, spenden, Reparieren, Vielleicht behalten, Umräumen, Verkaufen. Alles soll in eine dieser Kisten einsortiert werden – kompromisslos. So wird aus dem Rumpelregal eine gut sortierte Bibliothek, aus der Altkleidersammlung ein strukturierter Kleiderschrank.

Zum Aussortieren immer alles raus aus den Schränken. Das verschafft einen Überblick über den Bestand. Dann: Gleiches zu Gleichem. Keine zweite Reihe, keine Stapel, Ungeliebtes verschenken, neue Sortierung finden. Anwendbar ist das auf den gesamten Haushalt. Und damit die so hart erarbeitete Ordnung auch wirklich ordentlich bleibt, gelten stets und ständig nur zwei grundsätzliche Regeln: Konsequent aussortieren und den Dingen, die bleiben, eine Heimat geben. Und schon fühlt sich das Leben ein kleines bisschen leichter an.

Beitrag von Christine Knospe