Ein aufgeschnittenes Brot (Quelle: Colourbox)
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Service - So backen Sie Ihr Brot selber

Durch die Corona-Krise ist das Mehl in den Supermärkten zur knappen Ware geworden. Da fragt man sich: backen jetzt alle ihr Brot selbst? Wir glauben, das ist eine gute Idee, und wollen dazu eine Anleitung geben.

Manchmal gibt es nichts Besseres als eine frische Scheibe Brot mit ein wenig Butter. Und noch besser schmeckt es, wenn man dieses Brot selbst gemacht hat. Diejenigen, die in den letzten Wochen Mehl gehamstert haben sitzen zudem auf der wichtigsten Zutat für ein leckeres Brot und haben jetzt vielleicht auch die Zeit selber zu backen um anderen damit eine Freude zu machen...und das Hamstern wieder gut zu machen.

Für dieses Rezept braucht man:

1 mittelgroße Schüssel
1 große Schüssel
2 Gärkörbchen oder 2 Kastenformen

Vorteig:
Anstellgut (einen Rest Sauerteig) oder Sauerteig Extrakt vom Supermarkt, Bioladen oder dem Bäcker des Vertrauens
2 Tassen Dinkel – oder Weizenmehl
1,5 Tassen Wasser

Hauptteig:
5 Tassen Dinkel- oder Weizenmehl
1,5 Tassen Vorteig
etwa 1-1,5 Tassen Wasser
2 TL Salz
2 TL Trockenhefe (es geht auch frische Hefe)

Zunächst braucht man Anstellgut. Das ist ein Rest Sauerteig. Den kann man auch sehr einfach selbst machen. Hierfür benötigt man lediglich Mehl, etwas Wasser, ein Schraubglas, und ein paar Tage Geduld, damit das Anstellgut an Triebkraft gewinnt. Rezepte und Anleitungen gibt es im Internet, zum Beispiel hier:
https://www.ploetzblog.de/faq-archiv/wie-stelle-ich-sauerteig-her/

Wenn man erstmal das Anstellgut hat kann man davon immer einen Rest einbehalten und für das nächste Brot verwenden. Wer die Zeit nicht hat kann aber auch im Supermarkt, Bioladen oder bei einem guten Bäcker Anstellgut oder Sauerteigextrakt kaufen. Letzteres reicht für einen Backgang. Das Anstellgut wird zusammen mit 2 Tassen Dinkel- oder Weizenmehl und 1 – 1,5 Tassen Wasser zu einem Vorteig verrührt.

Wenn im Teig keine Mehlklümpchen mehr zu sehen sind kann man ihn abgedeckt in der Küche für etwa zwei Stunden ruhen lassen. In dieser Zeit bilden sich auf der Oberfläche kleine Bläschen. Das ist ein gutes Zeichen, denn der Sauerteig ist aktiv. Nach zwei Stunden nimmt man eine größere Schüssel für den Hauptteig.

Nun verknetet man 5 Tassen Dinkel- oder Weizenmehl mit 1,5 Tassen von dem vorher angesetztem Sauerteig (Vorteig), 2 Teelöffeln Salz, 2 Teelöffeln Trockenhefe oder einem halben Würfel frischer Hefe, und etwa 1,5 Tassen Wasser. Dann muss man gut kneten bis der Teig eine geschmeidige Konsistenz bekommt. Sollte er zu flüssig wirken oder zu trocken kann man dies jeweils mit etwas extra Mehl oder Wasser ausgleichen. Wenn der Teig geschmeidig genug ist einfach eine Kugel formen und ihn abgedeckt in der Schüssel etwa eine Stunde gehen lassen.

In der Zwischenzeit kann man den Rest Sauerteig in ein Schraubglas abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Wer keine Hefe hat kann übrigens den Vorteig auch über Nacht etwa 16h ruhen lassen. Er sollte dann genügend Triebkraft haben um später beim Backen auch ohne die Zugabe von Hefe aufzugehen. Nach einer Stunde Wartezeit sollte die Teigkugel in der Schüssel größer geworden sein.

Jetzt einfach die Kugel in zwei gleiche Teile schneiden. Beide Teige nochmal kurz durchkneten und jeweils in ein Gärkörbchen geben. Man kann die Teige auch in eine Kastenform oder einen Römertopf geben. Dort müssen die Teige eine weitere Stunde abgedeckt ruhen. Nach dieser Stunde sollte der Teig wieder etwas gewachsen sein. Wenn man ihn kurz mit dem Finger eindrückt sollte er langsam wieder hochkommen. Nun kann der Ofen vorgeheizt werden. 10 Minuten lang bei 250 Grad. Manche stellen ein Glas Wasser mit in den Ofen. Wasserdampf soll für eine knusprigere Kruste sorgen.

In der Zwischenzeit werden nun die Brotteige aus den Gärkörbchen gelöst und eingeschnitten. Dabei kann man der Fantasie freien Lauf lassen. Von der klassichen Kreuzform bis zu kreativen Mustern kann man das Brot mit den Einschnitten sogar dekorieren. Die Brotteige können nun in den Ofen. Zunächst 10 Minuten lang bei 250 Grad backen, dann die Temperatur auf 180 Grad herunterdrehen und weitere 20 – 25 Minuten backen.

Wenn das Brot nach dieser Zeit goldgelb und knusprig ist kann man es rausnehmen. Zum Abschluss sollte man das Brot unbedingt auf einem Rost komplett auskühlen lassen. Das hat den Vorteil, dass das heiße Brot nun von allen Seiten Luft bekommt und nicht durch zu frühes Aufschneiden innen klebrig ist. Und dann: ein Brot an jemanden verschenken der gerade nicht raus kann oder eine Aufmunterung braucht und das andere genüsslich selbst verzehren. Guten Appetit!

Beitrag von Nicole Rys