Buchungsportal "booking.com" (Quelle: Imago)
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Service - Buchungsportale im Test

Jede zweite Urlaubsreise wird übers Internet gebucht. Die Anbieter versprechen eine große Auswahl und unschlagbar günstige Preise. Ob das alles wirklich so stimmt, wollte die Stiftung Warentest in ihrer Untersuchung von sechs Hotelportalen und neun Ferienwohnungsportalen wissen.

Eine Ferienwohnung auf Mallorca, ein Luxus-Hotel am Tropen-Strand, ein gemütliches Boutique-Hotel für den nächsten Städte-Trip: Buchungsportale im Internet bieten Millionen Unterkünfte weltweit, mit wenigen Klicks. Allein Booking.com bietet weltweit 2,6 Millionen Unterkünfte an, bei Airbnb sind es momentan sogar 7 Millionen. Doch was genau leisten diese Portale, wie unterscheiden sie sich voneinander? Buchung und Stornierung funktionieren bei allen gängigen Hotel-Buchungsportalen gut bis sehr gut, schreibt die Stiftung Warentest in ihrem Januar-Heft. Eine gut funktionierende Website, auf der die Buchenden schnell und problemlos  zu den gewünschten Informationen kommen, liefern laut Stiftung Warentest fast alle Portale. Das heißt: Mit wenigen Klicks vermitteln sich aufschlussreiche optische Eindrücke der Unterkunft, Informationen zu Ausstattung, Preis und Größe und klare Infos zu den Stornierungsbedingungen. Design und Aufbau der Seiten sind natürlich auch Geschmackssache – Transparenz bei der Buchung sollten Voraussetzung sein. In dieser Hinsicht hakt es bei einigen Portalen, zum Beispiel bei der Buchungs- oder Stornierungsbestätigung.

„Bei einigen Portalen mussten wir bis zu einem Tag warten auf die Stornierung und das ist nicht sehr kundenfreundlich,“ sagt Claudia Till von der Stiftung Warentest.

In Punkto Transparenz der veröffentlichten Bewertungen bekamen nur zwei Portale, nämlich agoda.com und booking.com  die Note gut. Bei diesen Portalen stammen die Bewertungen von Reisenden, die tatsächlich vor Ort gewesen sind. Bei der Suche nach der passenden Unterkunft eine hilfreiche Orientierung.  Genauso wie aussagekräftige Fotos. Bevor es zu einer Enttäuschung kommt also lieber schon vor der Buchung  etwas genauer hinschauen: hat die Unterkunft tatsächlich einen eigenen Balkon oder suggerieren die Fotos das nur und am Ende handelt es sich um eine Gemeinschaftsterrasse? Auch fensterlose Zimmer werden manchmal vermietet, was auf Fotos nicht unbedingt erkennbar ist. Die Kategorie „budget“ beim Portal Booking.com weist auf weniger attraktive Zimmer in der jeweiligen Unterkunft  hin. Mit Hilfe der verlinkten Karten lässt sich im Vorfeld auch Nähe zu Sehenswürdigkeiten oder zum Strand überprüfen. Wer unglücklich mit seiner Unterkunft ist kann auch noch vor Ort mit  dem Hotel und dem Portal verhandeln. Das klappt  aber nicht in jedem Fall. Auf den ersten Plätze in den Listen tummeln sich übrigens meistens Hotels, die einen Aufpreis für die bevorzugte Platzierung bezahlen. Bei Expedia heißt das „gesponsert“ bei agoda „preferred“ bei booking.com  zeigt der hochgestreckte Daumen ein Sponsoring an.  Das sind also kein  Gütesiegel. Besser: Das Angebot nach Preis Lage oder Ausstattung  individuell zu filtern.  Funktionen, die jedes gute Portal bieten muss.

Neben Hotels hat Stiftung Warentest  Portale für Ferienwohnungen getestet und die Filter-Funktion ist bei den Portale für FeWos keine Selbstverständlichkeit. Einige Portale zeigen auch Tücken im Kleingedruckten. Im Durchschnitt schnitten sie schlechter ab als die Hotel-Buchungsportale. Die Note „Gut“ bekamen nur FewoDirekt und Airbnb.

Fazit: Der Großteil der getesteten Internet-Buchungsportale macht die Reiseplanung komfortabel. Kostensparender und unkomplizierter kann im Zweifelsfall eine direkte Buchung über die Homepage des Hotels sein. In diesem Fall entfällt die Gebühr für das Portal – was für Reisende und Hoteliers ein Vorteil ist.

Beitrag von Dagmar Kniffki