Service - Kreativ mit Kalk- und Kreidefarben

Seit einiger Zeit sind sie wieder ganz groß im Trend: Kalk- oder Kreidefarben oder auch Chalk Paints. Sie lassen sich gut verarbeiten und eignen sich unter anderem zur Wandgestaltung oder zum Umstylen von Kleinmöbeln. Deko Expertin Marlies Schiller zeigt, was man mit den Farben alles machen kann und was ihren Reiz ausmacht.

Was ist Kreidefarbe?
Kreidefarbe ist eine Farbe auf Wasserbasis mit natürlichen Pigmenten und Kreideanteil. Sie hat  eine hohe Deckkraft, lässt sich gut verarbeiten und erzeugt ein mattes bis pudriges Erscheinungsbild. Sie ist ein Multitalent und eignet sich für Kleinmöbel, Accessoires aber auch für Wände. Es lassen sich mit ihr zahlreiche Untergründe gestalten: Holz, Metall, Glas, Porzellan, Kunststoff und sogar Stoff. Das Aussehen ist pudrig-matt, voluminös, geht in Richtung used/vintage Look. Deswegen eignen sich die Farben gut für den Shabby Chic und Landhausstil.

Verarbeitung
Der Untergrund muss in der Regel nicht angeschliffen oder grundiert werden. Er sollte aber staub- und fettfrei sein. Hat man allerdings ein Möbelstück aus Holz, das „ausbluten“ kann, also z.B. ein Stück aus Eichenholz, sollte man es vorher grundieren, etwa mit Schellack. Damit verhindert man, dass später unschöne Flecken durch die Farbe durchscheinen. Die Farbe sehr gut umrühren, damit sich alle Pigmente gut verteilen. Die Farbe lässt sich mit Pinsel und mit Rollen auftragen, sie trocknet sehr schnell. Man muss zügig arbeiten, die Pinselstruktur ist oft deutlich zu erkennen, das ist von vielen gewünscht. Oft reicht schon ein Anstrich, um zu decken.

Finish/Schutz
Die mit Kreidefarbe gestrichene Oberfläche ist porös und eher empfindlich gegenüber Gebrauchsspuren, deshalb sollte man am Schluss immer einen Schutz auftragen, entweder einen Lack (z.B. bei sehr beanspruchten Flächen wie einem Tisch) oder Wachs. Mit dem Wachs kann man außerdem noch besondere Effekte erzielen, so gibt es z.B. farbloses, weißes oder schwarzes Wachs (für den sogenannten industrial Look)

Shabby Chic
Shabby bedeutet übersetzt schäbig.  Kreidefarbe eignet sich dafür besonders gut, da sie sich gut abschleifen lässt. Diesen Look  probiert Marlies Schiller auf einem alten Bilderrahmen. Zunächst streicht sie den Rahmen grau, lässt die Farbe trocknen, darüber kommt weiß.   Dem trocknen Rahmen verpasst sie dann mit grobem Schleifpapier ein paar Macken. So sieht er gebraucht, angestoßen aus.

Eine Weinkiste kalken

Leicht geweißte Möbelstücke und Accessoires sind nach wie vor groß im Trend „white wash“ heißt dieser Look. Marlies Schiller möchte eine alte Weinkiste weißen, weil sie ihr pur zu rustikal für den Innenraum wäre. Sie rührt diese Kreidefarbe selber an aus wasserlöslicher weißer Farbe, Wasser und Gips. Sie lässt die Farbe relativ flüssig. Diese Kreidefarbe deckt und haftet zwar nicht so gut, wie gekaufte, erzielt hier aber genau den gewünschten Effekt: wenig weiß, viel Holzstruktur. Für alle, die es lieber farbig mögen, hat Marlies einen Tipp: in die Farb-Grundmischung einfach Farbpigmente geben.

Gefäße mit Kreidefarben gestalten
Auch glatte Oberflächen, wie Glas, Porzellan, Fliesen oder Metall lassen sich mit Kreidefarben gestalten. Marlies hat ein altes verschnörkeltes Porzellangefäß in einem knalligen Gelbton gestrichen. Ein toller Kontrast zwischen moderner Farbe und altmodischer Formgebung. Das Gefäß ist jetzt eine Vase. Für Essgeschirr sollte man Kreidefarben allerdings besser nicht verwenden. Und die neu gestalteten Gefäße auch nicht mehr in den Geschirrspüler stellen, sondern per Hand waschen.

Kreidefarbe an der Wand
Einige Hersteller bieten Kreidefarben speziell für Wände an, sie haben eine andere Zusammensetzung, sind in der Regel nicht so abriebempfindlich und benötigen von daher keinen zusätzlichen Schutz. Auch diese Farben lassen sich mit Pinsel und Rolle auftragen. Ist es beim Anstreichen sehr heiß oder saugt der Untergrund sehr viel Farbe, kann man entweder die Farbe mit Wasser verdünnen oder die Wand direkt mit Wasser befeuchten/bespritzen.

Beitrag von Susanne Stein