Junge Gemüsesetzlinge in einem Beet (Quelle: Colourbox)
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Der Frühling naht - Gärtnern mit Vorsprung

Leidenschaftliche Gärtner scharren spätestens ab März ungeduldig mit Spaten und Harke. Wem es bis zum Beginn der Gartensaison zu lange dauert, der kann aber auch jetzt schon etwas tun: Pflanzen drinnen vorziehen. Die Berliner Gartenbloggerin Xenia Rabe-Lehmann zeigt, wie es geht.
 
 

Xenias Fensterbank steht längst voll mit lauter Töpfchen, aus denen die Keimlinge sprießen. Sie zieht vor. Aus drei guten Gründen: Erstens hat sie dadurch mehr Auswahl, denn im Handel gibt es nicht immer alle Pflanzen schon fertig zu kaufen. Zweitens kann sie so die Ernte in unseren Breitengraden sichern und teilweise auch vorverlagern. Und drittens sind Samen, wenn sie draußen ausgesät werden, den Schnecken und anderen Räubern schutzlos ausgeliefert.

Samenfest oder Hybrid?

Die Basis einer gesunden Pflanze, ist das Saatgut. Hobby-Gärtner sollten auf die Bezeichnung F1 auf der Verpackung achten. Dabei handelt es sich um künstlich erzeugte Hybrid-Samen. Aus den daraus gewachsenen Pflanzen lässt sich kein neues Saatgut für die nächste Saison gewinnen. Sogenanntes samenfestes Saatgut ist also nachhaltiger. Wer noch ein paar Beutel aus der letzten Saison hat, kann eine Keimprobe machen. Einfach ein paar Samen auf ein Küchenpapier verteilen und feucht halten. Wenn etwa die Hälfte aufkeimt, ist das Saatgut noch keimfähig.

Blumen- oder Anzuchterde?

Nicht minder bedeutsam ist das Substrat. Die Gartenbloggerin empfiehlt, zunächst Blumenerde in den Topf zu füllen, darauf kommt eine Schicht Anzuchterde. Reine Blumenerde ist für das Vorziehen ungeeignet. Denn sie ist vorgedüngt – zu viele Nährstoffe also für die zarten Keimlinge. Eine Alternative sind Kokospads. Einfach in Wasser aufquellen lassen und den Samen direkt hineinlegen. Einen Topf braucht man nicht mehr. Das Ganze ist kompostierbar, das heißt, es kann später auch direkt ins Blumenbeet eingesetzt werden.

Glühbirne oder Pflanzenlampe?

Pflanzen wachsen jedoch nicht nur wegen des gesunden Bodens, sondern vor allem dank Licht. Davon gibt es in den Winter- und frühen Frühlingsmonaten allerdings zu wenig – gerade für Pflanzen aus südlichen Ländern oder gar den Tropen. Glühbirnen-Licht ist für die Pflanze nicht verwertbar. Deshalb nutzt Xenia spezielle Pflanzenlampen mit energiesparender LED-Technik. Sie stellen ein Lichtspektrum zur Verfügung, das dem Pflanzenwachstum dient. Hobby-Gärtner sollten auf die Mikromol-Angabe auf der Verpackung achten. Je höher sie ist, desto besser. Dann nämlich gibt die Lampe besonders viel rotes und blaues Licht ab – ideal für die Pflanzen.

Beitrag von Christine Knospe