Regal mit einer groflen Auswahl an bunten Stoffen, Foto: imago images / CHROMORANGE
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Gut und luftig durch den Sommer - Die besten Stoffe bei Hitze

Schwitzen ist gesund, doch es gibt viele Situationen im Alltag, bei denen wir nicht unbedingt mit am Körper klebender Kleidung herumlaufen möchten. Zum Glück gibt es Stoffe, sich auch bei großer Hitze angenehm tragen. Doch welche sind das genau? Wir klären auf.

Eine helle Farbe und ein luftiger Schnitt können helfen, starkes Schwitzen zu vermeiden. Doch das reicht meist nicht. Denn vor allem kommt es bei Kleidung auf den verarbeiteten Stoff an.

Antje Gühne-Poprawa leitet ein Stoffgeschäft in der Potsdamer Innenstadt und rät von vollsynthetischen Stoffen, wie etwa Polyester, ab. Vor allem im Sommer kann das sehr unangenehm werden. "Das ist ganz schlecht fürs Mikroklima, also überhaupt nicht atmungsaktiv. Der Schweiß wird nicht nach außen transportiert, die Bakterien freuen sich darüber und fangen an den Schweiß zu verarbeiten." Das kann dann sehr unangenehm riechen. Hinzu kommt, dass die Herstellung von diesen synthetischen Kunstfasern gar nicht umweltfreundlich ist.

Synthetische Kunstfasern

Das sind künstlich hergestellte Fasern wie etwa Polyamid, Elasthan oder Polyester. Rund 60 Prozent unserer Kleidung besteht aus Polyester, aus dünn gesponnenen Plastikfasern. Diese werden aus Erdöl hergestellt, ein nicht nachwachsender Rohstoff, und sind deswegen gar nicht umweltfreundlich.

Trotzdem wird vor allem im Sport – und Outdoorbereich noch viel Kleidung mit synthetischen Kunstfasern produziert. Mario Stöcker, der als Sportbekleidungs-Experte in einem Potsdamer Outdoorladen arbeitet, erklärt warum: "Weil sie einen super schnellen Feuchtigkeitstransport besitzen, sie können keinerlei Feuchtigkeit speichern, heißt, der Körper bleibt über einen langen Zeitraum sehr trocken."

Wer sich jedoch nach dem Sport noch mit Freunden verabredet, sollte lieber ein Wechselshirt mit dabei haben, fügt Mario Stöcker hinzu.

Oder eben zu Alternativen greifen. Naturfasern etwa sind nach dem Schwitzen geruchsneutraler als synthetische Kunstfasern.

Naturfasern

Naturfasern sind aus tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Die Bekanntesten: Wolle, Leinen, Baumwolle. Sie werden aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und sind deswegen umweltfreundlicher.

Baumwolle ist die weltweit beliebteste Naturfaser. Vor allem im Sommer punktet sie durch eine hohe Saugfähigkeit, aber: "komme ich halt doch mehr ins Schwitzen, dann nimmt die Baumwolle die Feuchtigkeit zwar an, speichert sie jedoch. Die Feuchtigkeit wird nicht schnell abgegeben, sondern eher gehalten," sagt Mario Stöcker. Nach einer sportlichen Stunde Fahrradfahren wird ein Baumwollshirt demnach schneller kleben und sich recht schwer anfühlen.

Mario Stöcker aus dem Outdoorladen empfiehlt Kleidung aus natürlicher Kunstfaser. Die kann vor allem bei sportlicher Tätigkeit im Sommer eine Bereicherung sein.

Natürliche Kunstfasern

Diese werden auf Basis von Zellulose aus Bäumen und anderen Pflanzen gewonnen. Sie haben ähnliche Eigenschaften wie die synthetischen Kunstfasern, sind aber biologisch besser abbaubar. Modal zum Beispiel wird aus Buchenholz gemacht.

Bei Alltagskleidung im Sommer verspricht vor allem Leinen, oder Seide, ein angenehmes Gefühl auf der Haut. Leinen hält die Hitze ab, absorbiert Schweiß sehr gut und feuchte Stellen trocknen schnell. Ein großer Nachteil jedoch: Knitteralarm.

Auch Seide ist bei heißen Temperaturen ein tolles Material, es ist leicht, liegt kühl auf der Haut – ist aber ein sehr elegantes Material und auch sehr hochpreisig.

Die Materialien der Zukunft?!

Antje Gühne-Poprawa glaubt fest an die Zukunftstrends – für sie, sind das ganz klar die Materialien Hanf und Bambus.

Vor allem im Sommer ist Kleidung aus Hanf ideal, denn die Pflanze schützt die Haut vor UV-Strahlen. Außerdem verfügt die Hanffaser durch ihre Lufteinschlüsse über temperaturregulierende Eigenschaften. Auch Bambus ist ein sinnvolles Sommermaterial: "Es fühlt sich an wie Seide, ist super angenehm zu tragen, man schwitzt nicht drin, es ist ganz leicht und wesentlich günstiger als Seide", erklärt die Textil-Kennerin Poprawa.

Jedoch müssen sich diese Materialien erst im Modemarkt richtig etablieren, damit es sie auch überall zu kaufen gibt.

Wir merken: Sommer-Stoffe gibt es viele und je nachdem wie sportlich wir unterwegs sind, trägt sich der eine besser als der andere. Fakt aber ist: Der Blick auf das Material lohnt sich immer, ganz besonders im Sommer.

Beitrag von Julia Gühlholtz

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