E-Tretroller (Quelle: imago)
Imago
Bild: Imago

Service - E-Tretroller erobern die Städte

In vielen Metropolen tauchen sie immer häufiger im Straßenverkehr auf: die E- Tretroller. Man kann sie kaufen oder auf Sharingdienste zurückgreifen. Sie erreichen Geschwindigkeiten von über 20 km/h. Auch bei uns steigt das Interesse an den mobilen Flitzern rasant, obwohl sie offiziell als Kraftfahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr noch nicht zugelassen sind.

Mikromobilität: Ein Geschäftsmann benutzt einen eScooter

Wer jetzt schon damit im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs war, tat dies mit einem motorbetriebenen Fahrzeug ohne Betriebserlaubnis und Straßenzulassung sowie ohne Versicherungsschutz, also illegal und damit strafwürdig.

Neue Verordnung zur Zulassung der "Elektrokleinstfahrzeuge"

Nun wurde versprochen noch im "Frühjahr 2019" in Deutschland eine Verordnung zur Zulassung der "Elektrokleinstfahrzeuge" (eKFZ) durch den Bundesrat zu bringen. Aktuell ist vom 17. Mai die Rede. Der Entwurf dieser Verordnung listet auf: Wer wo und wie technisch ausgerüstet und versicherungsrechtlich abgesichert im öffentlichen Straßenverkehr mit einem E-Tretroller unterwegs sein darf. Händler und Sharinganbieter haben sich auf die Zulassung solcher Fahrzeuge gut vorbereitet und stehen in den Startlöchern. Schon vor der Verordnung hatten "Scooterhelden" in Berlin über 5000 E-Tretroller verkauft. Der Hinweis, dass diese noch nicht für den Straßenverkehr zu gelassen waren, hat Kunden kaum abgeschreckt.  

Vom Sinn und Unsinn von E- Tretrollern

Parallel läuft eine heftige Diskussion zu Sinn und Unsinn von E- Tretrollern im öffentlichen Straßenverkehr. Während viele die E-Tretroller als sinnvolle und abgasfreie Ergänzung des  Stadtverkehrs begrüßen, kritisieren andere wie die Deutsche Verkehrswacht, FUSS e.V. oder der ADFC deren Zulassung. Sie sehen ein großes Unfallpotenzial und ein regelrechtes Chaos auf dann ohnehin zu wenigen und überlasteten Radwegen, auf dem Gehweg, aber auch durch das Einstiegsalter von 12 bzw. 14 Jahren. Prof. Kurt Bodewig, Präsident DVW: Kleine Elektro-Roller sind Kraftfahrzeuge und keine Spielgeräte! Ihre Zulassung und sichere Nutzung verlangen einen verantwortungsvollen Umgang. Mit solch einem Fahrzeug und 12 km/h haben 12jährige Kinder auf dem Gehweg nichts zu suchen. Schon gar nicht gehören 14jährige Heranwachsende mit 20 km/h ungeschützt auf die Straße, ohne vorher Kenntnisse der StVO nachweisen zu müssen.    

Symbolbild - Ein Geschäftsmann steht auf einem motorisierten Tretroller (Bild: imago/worschak)

Kernpunkte des Entwurfes

1) Pflichtausstattung: Lenk- oder Haltestange, zwei voneinander unabhängige Bremsen, Scheinwerfer, Schlussleuchte, Rückstrahler, Seitenreflektoren und eine „helltönende Glocke“, alles wie Fahrradausrüstung gemäß § 67 StVZO

2) Die Maximalgeschwindigkeit beträgt 20 km/. Mit dieser Höchstgeschwindigkeit gehören die E-Tretroller auf den Radweg, ist ein solcher nicht vorhanden auf die Straße. Das
Mindestalter die Nutzer solcher die E-Tretroller beträgt 14 Jahre.  

3) Bei einer Geschwindigkeit von weniger als 12 km/h dürfen Gehwege und gemeinsame  Geh- und Radwege genutzt werden und das bereits von 12Jährigen.
 
4) Ein Führerschein ist nicht nötig.
 
5) Es besteht keine Helm-, aber eine Versicherungspflicht über eine Plakette ähnlich der für Kleinkrafträder, jedoch kleiner und zum Aufkleben.