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Service - Von der Kommunikation zwischen Tieren und Pflanze

Wussten Sie, dass Fische lügen, Fledermäuse Selbstgespräche führen und Laubheuschrecken mit den Beinen hören? Erstaunliche Erkenntnisse aus der Wissenschaft zeigen: Tiere und Pflanzen kommunizieren ständig und auf vielfältigste Weise miteinander.

Studiogast: Madlen Ziege, Verhaltensbiologin, Science-Slammerin und Buchautorin

Alles hängt mit allem zusammen- auch und vor allem in der Natur, im Ökosystem. Das heißt, es herrscht ein reger Austausch zwischen Tieren, Pflanzen, sogar Einzellern.
Alles Leben braucht Kommunikation, schreibt Verhaltensbiologin Dr. Madlen Ziege. Die gebürtige Brandenburgerin wollte eigentlich das Verhalten von Katzen erforschen, landete dann aber bei ihren Studien in Potsdam, Berlin und Australien zunächst bei Fischen. In einem Sience Slam erklärte sie u.a. warum Fische lügen. Später machte sie weitere erstaunliche Beobachtungen: Fledermäuse z.B. führen Streitgespräche, Flusskrebse pinkeln ihre Gegner an, die Pistolengarnele macht Krach wie ein startender Düsenjet, um anderen Männchen zu signalisieren, dass ein Territorium schon besetzt ist. 

Auch Pflanzen kommunizieren, allerdings meistens geräuschlos: mittels Farbgebung weisen sie etwa den Insekten den Weg zu ihrem Blütenkelch. Gut zu beobachten ist dies bei Orchideengewächsen. In ihren Blütenkelchen finden sich farbliche Markierungen, ähnlich wie bei einer Landebahn auf Flughäfen. Selbst Einzeller senden Geruchssignale aus, ebenso wie Pflanzen. Dadurch entsteht ein Biotop, in dem optimale Bedingungen für die “Bewohner“ entstehen.

Wie auch durch Förster und Autor Peter Wohlleben bekannt, beschreibt die promovierte Biologin, wie Pflanzen durch verschiedene Signale. u.a. Taktile miteinander in Beziehung treten. Kommen sich etwa die Wurzeln bestimmter Arten zu nahe, zieht sich eine der Pflanzen zurück.

Wer sich schon immer gefragt hat, warum die Natur beispielsweise dem Fliegenpilz eine so auffällige Farbe gegeben hat, findet Antworten im Bereich der Kommunikation, des Austauschs von Signalen zum Anlocken der Beute oder der Bestäuber oder zur Abwehr von Feinden und Konkurrenten.

Im Buch „Kein Schweigen im Walde“(Piper Verlag) erklärt Madlen Ziege auf gut verständliche, unterhaltsame Art, wie ganze Ökosysteme in Kontakt zueinander treten.


Beitrag von Ute Mueller-Schlomka