Service - Mit Schwung: Tretroller im Trend

Mit dem schnittigen, kleinen Scooter zur Schule oder dem flotten "Footbike", also "Fuß-Fahrad" trainieren – immer mehr Berliner und Brandenburger entdecken den praktischen Tretroller für sich und ihre Lieben: Damit können sie auf dem Bürgersteig gemütlich rollern, denn nur dort dürfen Tretroller bisher fahren, weil sie immer noch als Spielzeug gelten. Oder durchaus auf Wald- und Feldwegen Sport treiben, denn es gibt auch Roller mit großen Luftreifen.

Generell finden Roller-Fans neben den klassischen Kinderrollern zwei Typen von Tretrollern:

Scooter

So genannte Scooter haben kleine Rollen meist aus Kunststoff – die kleinsten mit drei Rollen können schon Zweijährige fahren und wachsen teilweise mit. Im Angebot: Alles vom leichten Schülerroller für 33 Euro über den voll beweglichen Stunt-Roller für die Halfpipe bis zum Stylo-Scooter mit 20 Zentimeter-Rädern, federndem Fiberglass-Trittbrett und zuverlässig funktionierender Klapp-Mechanik, der passt auch in Kofferraum oder U-Bahn. Listenpreis: Mehr als 200 Euro, dafür sind die Rollen und Lager auch hochwertig. Bis zu hundert Kilogramm können diese Scooter tragen. Bleibt die Entscheidung: schnelle harte Kunststoffräder oder lieber gemächlich mit leiser, federnder Luftbereifung? Und: Vorsichtig rollern ist wichtig, denn die einzige Bremse ist hinten mit einem Fuß zu betätigen.

Footbikes/große Tretroller
Mit Luftgefüllten Rädern ab etwa 16 bis sogar 28 Zoll Durchmesser sind eher sportliche Rollerfahrer unterwegs - es gibt sogar Weltmeisterschaften, vor allem aber sind diese Tretroller für aktive Menschen in der Großstadt praktisch, da sie schneller sind als zu Fuß zu gehen, dabei aber teils flexibler als Fahrräder zu nutzen: Das Absteigen an jeder Ecke ist stressfreier.
Der Trend zum Rollern kommt aus Tschechien, dort fahren viele Leute Roller im Alltag: Tatsächlich haben schon vor 50 Jahren junge Leute auf Kinderrollern Rennen – und viel Unsinn – veranstaltet.

Tomas Ullmann von "Flow Footbike" hat vor drei Jahren Tretroller zum Beruf gemacht und gerade einen Pop Up Store in Prenzlauer Berg eröffnet: Dort verkauft er Kinderroller ab 110 Euro, der Rennroller kostet stolze 750 Euro. Die meisten Footbikes für Erwachsene liegen um 400 Euro inklusive hochwertigem Zubehör und handgeschweißten Rahmen – die müssen schließlich einiges aushalten, denn Roller haben im Gegensatz zu Fahrrädern kein stabilisierendes Diagonalrohr.

Roller mit kleineren Rädern sind wendiger, viele lassen sich für den Transport falten; große Laufräder rollen ruhiger und schneller. So eignen sich die unterschiedlichen Tretroller für Alltags- wie für sportliche Touren und machen auch Untrainierte beweglich. Die Uniklinik Braunschweig nutzt inzwischen Tretroller in der Reha – und Trainerin Beate Jahn aus Hermsdorf. Denn Rollern trainiert schonend fast den ganzen Körper. Dabei ist die richtige Technik wichtig: Gestrecktes Fahren schont die Knie, regelmäßig die Seite wechseln trainiert den ganzen Körper,  und auch sicheres Bremsen gehört zum Training.

Für Ältere oder Kniepatienten gibt es als Einstieg den Reha-Roller mit Sattel. Rollern kann also fast jeder – und bald erhöht sich die Auswahl noch: In Paris und anderswo stehen schon E-Scooter zur Ausleihe bereit, noch dieses Jahr werden die Roller mit Akkuantrieb wohl auch für Deutschland genehmigt. Und bis dahin treten die Rollerfreunde weiterhin mit Muskelantrieb, Schwung und Spaß.