Eine Frau chillt in ihrem Mietwagen am Strand (Quelle: Colourbox)
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Service - Mehr vom Urlaub: So erholen Sie sich richtig

Wer in den Urlaub fährt, will sich möglichst gut erholen. Aber wie gelingt das am besten? Einige nehmen ihre beruflichen Probleme mit in den Urlaub, bei anderen ist die Erholung nach den Ferien nach wenigen Tagen wieder verflogen. Wir geben Tipps, wie man das Urlaubsgefühl nachhaltig bewahren und mehr Urlaub im Alltag erleben kann.

Jetzt beginnen sie, die schönsten Wochen des Jahres. Im Urlaub können wir endlich das nachholen, was im stressigen Alltag meist zu kurz kommt. Doch oft gelingt uns das mit der Seele baumeln lassen nicht so, wie wir es möchten. Unsere Gedanken kreisen um die Arbeit und liegen gebliebene Aufgaben. Aber es gibt Tipps und Tricks, wie Erholung gelingt und auch noch im Alltag lange anhält.

Unser Gehirn funktioniert nicht wie ein Lichtschalter. Deshalb darf man auch nicht erwarten, dass man von jetzt auf gleich nicht mehr an die Arbeit oder Probleme denkt und sobald man im Urlaub ist, tiefenentspannt ist. Es ist okay, noch einige Zeit über bestimmte Arbeitsprobleme nachzudenken. Es sollte im Urlaub kein Leistungsdruck entstehen, dass man auf Knopfdruck abschalten kann. Denn dann funktioniert es erst recht nicht.

Für den Erholungseffekt ist es übrigens nicht entscheidend, ob man wegfährt oder Zuhause bleibt und ob man vier Wochen fährt oder vier Tage. Im Gegenteil: Kürzere, dafür aber häufigere Auszeiten, z.B. Städtetrips, können sehr erholsam sein. Ebenso der "Urlaub auf Balkonien".
Erholungsforscher haben sechs „Bausteine“ ausgemacht, die für gute Erholung wichtig sind:

-    Entspannung: Einfach mal nichts tun
-    Gedankenfreiheit
-    Verbundenheit mit anderen Menschen
-    Selbstbestimmtheit:  Als erholsam wird erlebt, wenn Abläufe selbstbestimmt gestaltet werden können.
-    Herausforderung: Raus aus der Komfortzone. Mal etwas ausprobieren, was man im Alltag nicht macht
-    Sinnvolles Tun: Auch im Urlaub fördert sinnvolles Tun die Zufriedenheit - etwa der Besuch einer sozialen Einrichtung

Was erholsamer ist, ob  Aktivurlaub mit Wandern oder Segeln oder der klassische Strandurlaub mit Nichtstun, lässt sich pauschal nicht sagen. Das ist individuell verschieden. Jemand,  der viel im Büro vor dem Computer sitzt, erholt sich vermutlich besser, wenn er im Urlaub etwas aktiver ist.
Moderat Dinge anders machen ist auf jeden Fall zu empfehlen. Eine gewisse Herausforderung hat positive Effekte: Kleine Abenteuer bringen Abwechslung, das Meistern neuer Herausforderungen macht zufrieden. Eine neue Sportart, eine unbekannte Wanderroute - komplette Passivität führt keineswegs zur größten Erholung. Andererseits sollte sich jemand, der introvertiert ist und gerne für sich, nicht zwingen, seinen Urlaub in einer großen Gruppe zu verbringen.

Krank im Urlaub

Gerade Menschen, die beruflich stark eingebunden sind, kennen das, dass sie im Urlaub erstmal krank werden. Das ist eine normale körperliche Reaktion. Der Körper entspannt sich und es wird ihm signalisiert: Du kannst loslassen. Daher der Tipp: Das im Vorfeld schon mit einplanen und sich davon nicht stressen lassen. Für die ersten 2 bis 3 Tage kein großes Programm einplanen, sondern erstmal in Ruhe am Urlaubsort ankommen.
Im Urlaub die mails zu checken, davon raten Forscher eher ab. Denn es reißt einen aus dem Urlaubsgefühl. Man sollte sich vorher bewusst machen: Was möchte ich? Und dass dann auch klar dem Chef und Kollegen kommunizieren. „Ihr könnt mich im Notfall anrufen“ – oder eben nicht.
Wer es gar nicht aushält, sollte sich pro Tag eine feste Zeit (z.B. abends für 15 Minuten) Zeit nehmen, um seine mails zu lesen. Diese sollten aber  möglichst nicht beantwortet werden, denn dann kriegt man unter Umständen viele Folgemails, weil die Absender sehen: „Ah, toll,  der ist ja erreichbar.“
Ein weiterer Tipp: Den Arbeitsbeginn möglichst auf einen Mittwoch oder Donnerstag legen. Dann hat man nicht gleich eine lange Woche vor sich und schneller wieder Wochenende.
Und damit die Erholung auch im Alltag möglichst lange anhält, sollte man sich jeden Tag kleine Pausen einbauen, z.B. ein Spaziergang in der Mittagspause; einen lieben Menschen umarmen; das essen, was man im Urlaub immer gern gegessen hat.

Beitrag von Sina Krambeck