Einkaufswagen, Foto: Colourbox
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Einkaufswagen | Bild: Colourbox

Service - Ordnung in der Vorratskammer

Seit der Corona-Krise haben die meisten Menschen etwas mehr Vorräte im Haus als sonst – sicher ist sicher. Doch schnell entsteht Chaos in Vorratskammern und -schränken. Wir zeigen, wie sich Vorräte gut organisieren lassen.

Wir fragen nach beim Bundeszentrum für Ernährung. Auf deren Internetseite gibt es gerade jetzt viele Tipps zur Vorratshaltung. Die Frage, die sich die meisten stellen: Wie viele Vorräte sollte man überhaupt anlegen? Leiterin Dr. Margareta Büning-Fesel empfiehlt, in etwa für eine Woche mit frischen Lebensmitteln ausgestattet zu sein, da das Einkaufen in Corona-Zeiten etwas mühsam und zeitaufwändig sei. Hinzu kommt Haltbares wie Konserven und Tiefgekühltes sowie trockene Vorräte wie Linsen, Haferflocken oder Mehl.  Die häufig zitierte Zwei-Wochen-Empfehlung – also so viel im Haus zu haben, dass man zwei Wochen ohne Einkauf auskommt – gelte eher für Katastrophen, die die Lieferketten der Supermärkte beeinträchtigen. Erstmal Entwarnung also. Für Hamsterkäufe besteht kein Anlass. Und trotzdem: Ein paar Vorräte im Haus zu haben, ist immer gut und wird übereinstimmend von Experten empfohlen.  

Regel Nr. 1: Der richtige Raum
Kühl und trocken soll sie sein, die Vorratskammer. Wer keinen abgeschlossenen Raum für seine Vorräte zur Verfügung hat, sollte darauf achten, dass der Vorratsschrank in der kühlsten Ecke der Küche – oder vielleicht sogar im Flur steht. Ideal ist ein Raum mit Fenster, um regelmäßig lüften zu können. Der Keller eignet sich nur, wenn er nicht feucht ist.  

Regel Nr. 2: Gut zu reinigen
Damit sich keine Schädlinge einnisten können, sollten Regale und Schränke leicht abwischbar sein. Mottenlarven verstecken sich gerne in Ritzen und Bohrlöchern. Tipp: Alte Regale einfach mit Wachstuchdecke bespannen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann vorbeugend Pheromonfallen für Nahrungsmittelmotten und Fruchtfliegen aufstellen.

Regel Nr. 3: Gruppen bilden

Schluss mit überraschenden Vorratskammer-Funden mit Ablaufdatum von anno dazumal. Wer alle Vorräte nach Lebensmittel-Gruppen in Kisten sortiert, behält den Überblick und lässt garantiert nichts mehr schlecht werden. Öle und Essige in eine Kiste, Saucen in eine Kiste, Nudeln in eine Kiste, Reis und Couscous in eine Kiste und so weiter. Dabei gilt: Gerade bei trockenen Vorräten ist das Mindesthaltbarkeitsdatum nur ein Richtwert. Vieles ist auch weit danach noch genießbar.

Regel Nr. 4: Umfüllen
Offene Verpackungen ziehen Schädlinge an und lassen trockene Vorräte schneller schlecht werden. Deshalb nach dem Öffnen in gut verschließbare Behälter umfüllen. Getrocknete Hülsenfrüchte wie Linsen halten sich so nahezu unbegrenzt. Tipp: Das Etikett ausschneiden und beilegen. Am besten mit der Angabe zur Kochzeit. Spart Etiketten und Schreibarbeit.

Dr. Margareta Büning-Fesel, Leiterin des Bundeszentrums für Ernährung, rät bei gemahlenen Nüssen oder Kernen dazu, sie im Gefrierfach zu lagern. So werden sie nicht so schnell ranzig und Schädlinge haben keine Chance.
Kartoffeln am besten lose bevorraten, gut belüftet und mit Zeitungspapier abgedeckt. Sonst treiben sie zu schnell aus. Und: Äpfel immer weit weg stellen, am besten luftdicht verschlossen. Sie geben das Reifungshormon Ethylen ab und lassen alles um sich herum schneller reifen – und verderben. Zwiebeln bleiben länger frisch, wenn sie gut getrennt in einem alten Strumpf verknotet werden.

Regel Nr. 5: Sortieren

Generell gilt: Neu gekauftes nach hinten stellen, so dass die älteren Vorräte zuerst aufgebraucht werden. Und: Gleiches immer zu Gleichem. Nur so gibt’s keine Vorratskammer-Leichen. Konserven sind übrigens meist weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar. Dr. Margareta Büning-Fesel rät, sich die Dose gut anzuschauen. Ist der Deckel gewölbt, haben sich Gärprozesse entwickelt und der Inhalt ist nicht mehr genießbar. Ansonsten einfach aufmachen, daran riechen, eine kleine Menge probieren – wenn alles ist, wie immer, ist die Konserve noch in Ordnung.

Beitrag von Christine Knospe