Service - Wasch- und Putzmittel selbst herstellen

Allzweckreiniger, Backofenspray, Ceranpolitur - wer's sauber mag, kann eine Menge Chemie einsetzen. Dabei genügen wenige Zutaten, um umweltschonende Waschmittel selbst herzustellen. Doch machen diese wirklich so sauber wie die Chemie aus dem Supermarkt?

Viele Inhaltsstoffe in konventionellen Reinigungsmittel sind schädlich für die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier. Darum setzen einige Menschen wieder auf altbewährte Hausmittel und mischen sich ihr Putzmittel selbst. Dafür braucht es nicht mehr als fünf Zutaten: Natron, Zitronensäure, Soda, Essig und Kernseife. Daraus lassen sich effektive Allzeckreiniger, Scheuerpaste, Waschmittel und Pulver für die Spülmaschine herstellen.

Natron
Natron ist wie Kochsalz ein Natriumsalz. Bei Hitze, Feuchtigkeit oder im Kontakt mit Säuren reagiert Natron und setzt Kohlensäure frei. Das sorgt zum Beispiel für einen lockeren Kuchenteig. In der Regel wird Natron in einem chemischen Verfahren aus natürlichem Kochsalz gewonnen, in natürlicher Form kommt es in Afrika und Nordamerika vor und wird dort auch heute noch abgebaut.
Natron kostet wenig und ist in großen Mengen verfügbar, trotzdem sollte man mit dem Salz nicht verschwenderisch umgehen, weil es für dessen Herstellung große Mengen an Frischwasser braucht werden und chemischer Abfall produziert wird. Natron wirkt sanft, aber effektiv, es ist ungiftig und umweltschonend.

Zitronensäure

Zitronensäure ist eine natürlich auftretende Carbonsäure. Sie kommt in Äpfeln, Birnen, Kirschen und vielen anderen Früchten vor und wird sogar in unserem Körper produziert. Im Handel ist in der Regel nur industriell hergestellte Zitronensäure erhältlich. Dafür verarbeitet ein Schimmelpilz zuckerhaltige Melasse oder Glukose, die meist von Zuckerrüben oder Mais stammt. In Reinigern wird Zitronensäure vor allem zum Entkalken verwendet, in Lebensmitteln verstärkt sie einen fruchtigen Geschmack und verlängert als Konservierungsmittel die Haltbarkeit. Für Anwendungen in der Küche reichen ein paar Spritzer oder die Schalen einer Zitrone oft aus, um Kalk auf Armaturen zu lösen.
Der Kontakt von Zitronensäure mit den Augen sollte gemieden werden, bei empfindlicher Haut ist es ratsam, Handschuhe zu tragen. Auch in Speisen sollte Zitronensäure nur sparsam verwendet werden, weil zu große Mengen den Zahnschmelz angreifen können.

Soda

Soda ist ein natürlich vorkommendes Salz, das in natürlichen Ablagerungen als Kristallsoda an sogenannten Natronseen auf der ganzen Welt vorkommt. Es reagiert stärker als Natron und ist darum für viele Reinigungsaufgaben noch besser geeignet. Außerdem wird es als Wasserenthärter eingesetzt.
Soda kann die Augen und die Atemwege reizen, darum ist es ratsam bei der Verarbeitung einen Mundschutz zu tragen und sich danach gründlich die Hände zu waschen. Es sollte nicht auf aluminiumhaltigen Oberflächen angewendet werden und eignet sich nicht für tierische Fasern wie Wolle und Seide, weil es die Fasern aufquellen lässt. Aufgrund seiner wasseranziehenden Wirkung sollte das Pulver immer trocken und luftdicht verschlossen lagern. Wichtig außerdem: Eine gut sichtbare Beschriftung, um eine Verwechslung mit Natron auszuschließen.

Essig
Essig wird durch die Fermentation alkoholhaltiger Flüssigkeiten durch Essigsäurebakterien hergestellt und lässt sich darüber hinaus aus Früchten, Gemüse und Honig herstellen. Essig ist in unterschiedlichsten Formen bekannt, sein Säuregehalt macht ihn zu einem idealen Konservierungsmittel. Er wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und fiebersenkend und hilft unter anderem gegen Mundgeruch und Sodbrennen. Für die innere Anwendung empfiehlt es sich, natürlich gewonnen Fruchtwessig zu verwenden, für die Reinigung genügt ein gewöhnlicher Tafelessig mit einem Säuregehalt von fünf bis sechs Prozent.
Essig ersetzt Weichspüler und Klarspüler, in Verbindung mit Natron oder Soda reagiert er stark und kann so auch hartnäckige Verschmutzungen lösen. Auf Aluminiumoberflächen sowie Natursteinböden sollte er nicht angewendet werden, Silikonfugen oder Gummidichtungen können durch den Einsatz von Essig porös werden. Eine gute Alternative ist hierfür Zitronensäure oder Natron.

Kernseife
Kernseife entsteht in einem Prozess, bei dem pflanzliche oder tierische Fette unter Zuhilfenahme einer Lauge in Seife und Glyzerin umgewandelt werden. Sie ist härter als herkömmliche Seifen, hält sich länger und ist frei von Duft- oder Farbstoffen. Sie ist leicht basisch und daher gut geeignet, um Fette zu lösen, kann aber auch für die Körperreinigung eingesetzt werden. Eine sinnvolle Alternative zu palmölhaltiger Kernseife sind Seifen aus Oliven- regionalem Pflanzenöl. Zudem ist es auch möglich, Kernseife selbst herzustellen.

Wo bekomme ich die Zutaten her?
All diese Dinge gibt es in verpackungsfreien Läden, bei Drogerien oder auch im Bioladen zu kaufen. Einen besonderen Service bietet die Leipziger Firma Sauberkasten. Sie verkauft alles, was zum Herstellen von Putzmitteln notwendig sind, praktisch verpackt im Holzkasten. Dazu zehn Rezeptkarten und nach Bedarf Putzlappen, Handschuhe und Messutensilien.

Rezept für Flüssigwaschmittel
4 El Waschsoda
30 g Kernseife
10 - 20 Tropfen ätherisches Öl
2 l Wasser


Geraspelte Kernseife mit Soda verrühren. Wasser aufkochen und über die Mischung geben, kräftig umrühren, bis sich alles aufgelöst und gut vermischt hat. Auf Wunsch ätherisches Öl einrühren und in Flaschen abfüllen.

Beitrag von Alena Hecker