Illustration: Reisen (Bild: colourbox.com)

Service - Reise-Rücktrittversicherungen im Test

Sonne, Strand und Meer. Doch manchmal zerplatzt der Urlaubstraum kurz vor der Abreise. Zum Beispiel wegen einer unerwarteten Krankheit oder einem Unfall. Wer dann seine Reise absagen muss, bleibt oft auf erheblichen Stornierungskosten sitzen. Davor schützen Reiserücktrittsversicherungen. Doch nicht alle sind empfehlenswert. Finanztest hat jetzt 138 Tarife von 15 Versicherungen untersucht.

Eine Reiserücktrittsversicherung erstattet die Stornierungskosten. Wie hoch diese sind, hängt vom Gesamtpreis der Reise und vom Zeitpunkt der Stornierung ab. Je kurzfristiger man absagt, umso teurer wird es. Bis 30 Tage vor Reisebeginn verlangen Reiseveranstalter bei Pauschalreisen 25% des Gesamtpreises. Bei 6 bis 1Tag vor Abreise können die Stornierungskosten 75 – 90 % betragen. Eine Reiseabbruchversicherung übernimmt die Umbuchungskosten bei vorzeitiger Rückreise und für nicht genutzte Reiseleistungen, zum Beispiel wenn man im Urlaub krank wird.

Eine gute Reiserücktrittsversicherung gibt es zum Beispiel für Einzelpersonen schon ab 52 Euro bei einem Reisepreis von 1500 Euro.

Im aktuellen Test gab es mehrere gute Tarife. Vor allem die Würzburger TravelSecure, Europ Assistance und Signal Iduna schnitten in allen Kategorien (Einzelreisen, Jahresverträge, Familien- und Singletarife) gut ab.

Der Jahrestarif für Familien der safety card/Adler erhielt das Urteil „mangelhaft“. Hier war vor allem der Reiseabbruchschutz sehr schwach.

Woran man einen guten Tarif erkennt
Das wichtigste vor dem Abschluss ist der Blick ins Kleingedruckte. Hier steht, welche Ereignisse versichert sind und welche nicht. Ein guter Tarif umfasst neben Krankheit, Unfall und Tod von Angehörigen auch Komplikationen bei einer Schwangerschaft, Arbeitsplatzverlust oder – wechsel oder zum Beispiel Schäden am Eigentum wie einen Hausbrand.

Empfehlenswert ist ein Tarif ohne Selbstbeteiligung, denn diese beträgt oft zwanzig Prozent der Stornokosten. Für Familien ist meist ein Jahresvertrag sinnvoll. Familienmitglieder sind damit auch dann versichert, wenn sie alleine verreisen. Ein guter Familientarif versichert auch volljährige Kinder, die noch in der Ausbildung sind.

Streit über „unerwartete Krankheit“
Knackpunkt bei den Versicherungen ist die Formulierung „unerwartete und schwere Krankheit“. Darüber, wann das der Fall ist, gibt es oft Streit, vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen. Chronisch Kranke (z.B. Diabetiker oder Menschen mit Osteoporose) sollten daher vor dem Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung mit dem Versicherer besprechen, inwieweit die Vorerkrankungen vom Schutz gedeckt sind. Außerdem sollte sich der  Kunde vor der Buchung der Reise eine Reisefähigkeitsbescheinigung von seinem Arzt ausstellen lassen.

Sollte sich der Versicherer dennoch weigern, den Schaden zu bezahlen, kann sich der Kunde an den Versicherungsombudsmann wenden. Er vermittelt zwischen Kunde und Versicherung. Diese Schlichtungsstelle kann den Gang zum Gericht ersparen und die damit verbundenen Kosten. Das Verfahren ist für Verbraucher kostenlos. Entscheidungen bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro sind für die Unternehmen verbindlich. Allerdings nehmen nicht alle Versicherungen an diesem Verfahren teil. Daher sollten Kunden beim Abschluss eines Tarifs darauf achten, dass die Versicherung an Schlichtungsverfahren teilnimmt.

Beitrag von Sina Krambeck