Viele Reisebusse, Foto: COLOURBOX/Erwin Wodicka
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Viele Reisebusse, Foto: COLOURBOX/Erwin Wodicka | Bild: COLOURBOX

Service - Meine Rechte bei Busreisen

Auch in diesem Jahr werden es vermutlich über 25 Millionen Fernbusreisen in Deutschland werden. Kein Wunder, denn es ist sicher die günstigste Art zu reisen. Daher ist es wichtig, seine Rechte zu kennen. Wir erklären, welche Rechte Reisende bei Verspätungen oder Ausfällen haben, was bei Gepäckverlusten gilt und an wen man sich im Streitfall wenden kann.

Studiogast: Stefanie Kahnert, Verbraucherzentrale Brandenburg.

Neben den oftmals unschlagbar günstigen Tickets schätzen viele Reisende es, dass der Bus auch kleine und mittlere Städte anfährt und sie diese ohne Umsteigen erreichen können. Dafür nehmen sie auch längere Fahrzeiten in Kauf. Doch ein niedriger Ticketpreis bedeutet nicht, dass man keinerlei Rechte hat, wenn etwas schief geht. Auch im Fernbusverkehr sind die Rechte der Fahrgäste durch eine EU-Verordnung umfassend geregelt.

Zunächst sind die Beförderer dazu verpflichtet, die Reisenden unverzüglich, spätestens jedoch 30 Minuten nach der planmäßigen Abfahrt über Verspätungen und Annullierungen zu informieren. Müssen die Veranstalter eine Reise komplett annullieren oder startet deren Abfahrt mit einer Verspätung von mindestens 90 Minuten (bei Fahrten mit einer planmäßigen Dauer von über drei Stunden), sind sie außerdem dazu verpflichtet, Reisenden eine kostenlose Verpflegung bereitzustellen.

Wenn ein Unternehmen eine Fahrt annulliert, überbucht oder mit einer Verspätung von mehr als 120 Minuten startet, haben die Passagiere zwei Optionen: Sie können sich entweder ihr Ticket erstatten lassen und auf eine kostenlose Rückfahrt mit dem Bus zum ursprünglichen Abfahrtsort bestehen oder auf eine Alternative umbuchen.

Wenn Busunternehmen diese Optionen nicht anbieten, haben Fahrgäste sogar zusätzlich Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von bis zu 50 Prozent des Fahrpreises.
Ist es schon spät abends und man kommt an diesem Tag nicht mehr weg, muss das Busunternehmen eine Hotelübernachtung bezahlen.

Die Fahrgastrechte gelten für Strecken, die länger als 250 km sind und sich der Ankunfts- oder Abfahrtsort innerhalb der EU oder Island, Liechtenstein oder Norwegen befindet. Zudem muss es sich um einen sogenannten Linienverkehrsdienst handeln, d. h. für die Fernbusreise gibt es feste Fahrpläne und Haltestellen.

Gepäckdiebstähle häufen sich

Laut Polizei häufen sich die Fälle von Gepäckdiebstahl im Fernbus. Die Diebe haben im Gewusel des Ein- und Aussteigens oft leichtes Spiel, um unbemerkt Koffer und Taschen aus dem Gepäckraum des Busses zu entwenden.
Der Reisende hat bei Gepäckverlust Anspruch auf Entschädigung. Das Busunternehmen ist verantwortlich. Aber der Haken ist: Der Reisende muss nachweisen, was er im Koffer hatte und dass der Koffer überhaupt im Bus war. Dieser Nachweis kann unter Umständen schwierig werden. Verbraucherschützer raten daher, Wertsachen bei sich zu tragen, die Gepäckausgabe nach Möglichkeit zu beobachten, den Inhalt des Gepäcks vorher zu fotografieren, das Gepäckstück auffällig zu markieren, um Verwechslungen auszuschließen.

Reisende, die Hilfe bei der Durchsetzung ihrer Rechte gegenüber Fernbusunternehmen benötigen, können sich an die Verbraucherzentralen oder an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr wenden.

Beitrag von Sina Krambeck