Zwei junge Menschen schauejn wütend auf ein Handy (Quelle: Colourbox)
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Service - Handy-Dienste: In die Abo-Falle getappt

Ein falscher Wisch auf dem Smartphone und die Falle schnappt zu: Viele Menschen schließen ungewollt ein Abo ab für Hintergrundbilder, Spiele oder Klingeltöne. Das kann teuer werden - aber man kann sich auch dagegen schützen.

Mehr als 1.000 Beschwerden über dubiose Drittanbieter sind seit einem Leseraufruf im April 2019 bei der Stiftung Warentest eingegangen. Betroffene sollten für ungewollte Leistungen Geld bezahlen, weil sie unbemerkt übers Handy Verträge abgeschlossen hatten.

Vorsicht bei Gratis-Angeboten                          
Misstrauen ist angebracht, wenn ein Angebot als kostenlos beworben wird, aber Nutzer dann Daten wie Name, Anschrift, E-Mail-Adresse oder Bankverbindung angeben sollen. Ein wirklich kostenloses Angebot braucht solche Angaben nicht.Wer nachweislich einen Vertrag mit einem Anbieter geschlossen hat, ist nur dann zur Zahlung verpflichtet, wenn bei Vertragsschluss ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass mit der Anmeldung Kosten verbunden sind.

Versteckte Preisangaben gelten nicht

Ein Kostenhinweis muss deutlich lesbar, gut wahrnehmbar und eindeutig dem Angebot zuzuordnen sein. Versteckt ein Anbieter seinen Preishinweis in den AGB, kaum lesbar am Ende der Internetseite oder mithilfe eines Sternchens weit weg von der Maske, kommt nach überwiegender Ansicht der Gerichte kein kostenpflichtiger Vertrag zustande.

"Jetzt kaufen"-Button muss sein
Zudem muss der Anbieter eine Schaltfläche eindeutig mit den Worten „Zahlungspflichtig bestellen“, „Kaufen“, “kostenpflichtig bestellen“, “zahlungspflichtigen Vertrag abschließen“ oder gleichbedeutenden Texten beschriftet sein. Ohne diesen deutlichen Hinweis kommt kein kostenpflichtiger Vertrag zustande.

Verträge mit Minderjährigen sind meist ungültig
Kinder bis sieben Jahre können keine rechtswirksamen Verträge abschließen. Bis zum 17. brauchen Minderjährige für einen Vertragsabschluss die Zustimmung der Eltern, wenn der geforderte Betrag die Höhe des Taschengeldes übersteigt oder wenn es sich um eine langfristige Verpflichtung wie etwa ein Abonnement handelt. Teilen die Eltern dem Anbieter mit, dass sie den Abschluss des Vertrages nicht genehmigen, gilt der Vertrag als nicht geschlossen.

Drittanbietersperre einrichten
Schutz vor unbekannten Abo-Betreibern bietet die Drittanbietersperre, die kostenlos vom Mobilfunkanbieter eingerichtet werden kann. Für Telekom-Kunden geht das am einfachsten per Handy unter der Kurzwahl 2202 oder aus dem Festnetz unter 0800 3 30 22 02. Kunden des Mobilfunkanbieters Vodafone können die Drittanbietersperre im Mitglieder-Bereich auf der Homepage des Unternehmens selbst einrichten oder den Kundendienst über die Kurzwahl 1212 erreichen.
Auch O2 bietet im Online-Kundenbereich die Option, Dienste von Drittanbietern zu sperren. Alternativ hilft der Kundendienst telefonisch weiter 55222. Den Anbieter Mobilcom/Debitel erreichen Kunden über eine Servicenummer 040 55 55 41 000 oder ganz klassisch auf dem Postweg. Beim Mobilfunkanbieter 1&1 ist die Drittanbietersperre von Anfang an automatisch aktiviert.

Teilsperrung auf Anfrage
Wer nicht auf sämtliche Dienste von Drittanbietern verzichten möchte, kann sich beim Mobilfunkanbieter informieren, ob auch eine Teilsperrung möglich ist. Dann kann man Kategorien wie "Abo", "Erotik", "Software" und weitere getrennt voneinander sperren oder zulassen.

Beitrag von Alena Hecker