Mann und Hund schauen aus dem Fenster einer leeren Wohnung (Quelle: colourbox)
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Service - Wer bekommt die Haustiere bei einer Scheidung?

Katzen, Hunde, Wellensittiche – die Deutschen lieben ihre Haustiere. Kein Wunder, dass mittlerweile fast in jedem zweiten Haushalt ein Haustier wohnt. Und meistens werden diese Tiere auch wie ein Familienmitglied behandelt. Bricht die Familie dann auseinander, ist die große Frage: Wer bekommt dann den Hund oder die Katze? Nicht selten landen solche Auseinandersetzungen vor Gericht.

Studiogast: Dr. Volker Kitz, Jurist & Bestsellerautor

Für viele Menschen gelten sie als Familienmitglied: Etwa 34 Millionen Haustiere leben in Deutschland, fast jeder zweite Haushalt hält sich Hund oder Katze. Aber wohin mit dem Tier, wenn die Beziehung von Herrchen und Frauchen auseinanderbricht?
Manches Paar streitet bei der Trennung um jedes einzelne Möbelstück im gemeinsamen Haushalt. Wem gehört der Fernseher? Wem die Couch? Und vor allem: Wer bekommt den Hund?

Wem gehört der Hund?
Klar liegt der Fall, wenn einer der Partner das Tier schon vor der Ehe gekauft hat. Andernfalls muss das Gericht eine gerechte und dem Tierwohl entsprechend angemessene Entscheidung treffen, wer den Hund zu sich nehmen darf.

Haustiere sind Hausrat                          
Vom Gericht werden Haustiere als Haushaltsgegenstände eingestuft. So ist es im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Ein während der Ehe angeschaffter Hund reiht sich demnach in Möbelstücke und Einrichtungsstücke, die nach den sogenannten Grundsätzen der Billigkeit, also gerecht und angemessen, verteilt werden sollen.

Auch das Tierwohl zählt
Trotzdem ist letztlich auch das Tierwohl entscheidend dafür, bei wem es verbleibt. Hat sich ein Ehepartner vorwiegend um das Tier gekümmert? Würde das Tier durch die Trennung aus seiner gewohnten Umgebung gerissen? All diese Fragen sind zu berücksichtigen, wenn es darum geht zu klären, wer das gemeinsame Haustier behalten darf.

Kein Recht auf Umgang
Nach der Entscheidung gehört das Haustier offiziell nur noch einem der beiden Ehepartner. Der Gatte kann zwar eine Ausgleichsentschädigung verlangen, ein Recht auf Umgang, ähnlich wie bei einem Kind, gibt es fürs Haustier jedoch nicht.

Freiwillige Vereinbarungen
Wenn beide Partner den Kontakt mit dem Haustier halten wollen und um eine friedliche Lösung bemüht sind, können sie die wichtigsten Punkte schriftlich festhalten: Wer darf den Hund wie oft sehen? Wer nimmt das Tier im Urlaub? Wie werden die Kosten für Versicherung und Arztbesuche verteilt? Auch eine Vereinbarung über freiwillige Unterhaltszahlungen ist möglich.

Beitrag von Alena Hecker