Service - Alles über die neue Hundeverordnung

Hundebesitzer aufgepasst: Noch dürfen Hunde in bestimmten Bereichen von Berlin, zum Beispiel in unbelebten Straßen und Brachflächen, frei laufen. Doch ab dem neuen Jahr tritt eine neue Verordnung in Kraft. Dann brauchen einige Halter einen sogenannten Hundeführerschein, wenn sie ihren Liebling unangeleint laufen lassen möchten.  

Wir erklären, welche Ausnahmen es von der Leinenpflicht gibt, wie die rechtliche Situation in Brandenburg ist und was Hundehalter künftig beachten sollten:

Das Berliner Hundegesetz, in dem die allgemeine Leinenpflicht festgesetzt wurde, gibt es seit zwei Jahren, genauer seit dem 22. Juli 2016. Für seine Umsetzung brauchte es aber noch eine Verordnung. Die kommt nun ab dem 1.1.2019. Darin sind vor allem die Ausnahmen von der Leinenpflicht geregelt.

Wer ist von der Leinenpflicht ausgenommen?
Wenn der Halter sein Tier schon vor dem 22. Juli 2016 hatte und keine Vorfälle bekannt sind, darf die Leine auf unbelebten Straßen und Plätzen, Brachflächen und in Hunde-Auslaufgebieten weg bleiben. (so wie es das alte, bislang noch geltende Gesetz vorsieht). Nach Schätzungen sind von dieser Ausnahmeregelung etwa 80 % der amtlich gemeldeten Hunde in Berlin betroffen. Das sind die so genannten Bestandshunde. Als Nachweis reicht z.B. eine Haftpflichtpolice, der Steuerbescheid oder ein Eintrag im Heimtierausweis. Aber Achtung: Das gilt nur für den Halter selbst, nicht für andere Personen aus seinem Haushalt oder Bekannte.

Weitere Ausnahmen von der Leinenpflicht gelten für Menschen, die von Berufs wegen „sachkundig“ sind, zum Beispiel Tierärzte oder Hundeführer der Polizei.  Hundebesitzer, die ihren Hund erst nach dem 22. Juli 2016 erworben haben, können sich vom Leinenzwang befreien, indem sie freiwillig eine  Sachkundeprüfung („Hundeführerschein“) ablegen.

Wo muss man seinen Hund anleinen?
Auch mit Sachkundebescheinigung muss Ihr Hund weiterhin angeleint sein
- in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen
- in Waldflächen, die nicht an den Zugangswegen durch besondere Schilder ausdrücklich als dafür freigegeben gekennzeichnet sind (Hundeauslaufgebiete)
- auf Sport- und Campingplätzen sowie in Kleingartenkolonien
- in Treppenhäusern, sonstigen der Hausgemeinschaft zugänglichen Räumen und auf Zuwegen von Wohnhäusern
- in Büro- und Geschäftshäusern, Ladengeschäften, Verwaltungsgebäuden und anderen öffentlich zugänglichen baulichen Anlagen
- bei öffentlichen Versammlungen und Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen
- in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Bahnhöfen sowie in und an den dazugehörigen Gebäuden und Haltepunkten
- in Fußgängerzonen sowie auf öffentlichen Straßen und Plätzen mit Menschenansammlungen
- sofern Sie eine Hündin besitzen und diese läufig ist

Woraus besteht die Hundeführerscheinprüfung?
Es gibt wie bei der Führerscheinprüfung auch einen Theorie- und einen Praxisteil. Es geht darum zu prüfen, ob der Halter in der Öffentlichkeit sicher mit seinem Hund umgehen kann. Der Halter muss im Theorie-Teil 30 Fragen beantworten, davon mindestens 70 % richtig. Im praktischen Teil wird in 45 Minuten der Gehorsam und das Verhalten des Tieres in bestimmten Situationen getestet. Hundeschulen bieten spezielle Trainings an, mit denen man sich und seinen Hund auf die Prüfung vorbereiten kann. Die Prüfung legt man bei einem Sachverständigen ab (erst ab dem neuen Jahr möglich).  Eine Liste der Sachverständigen erhalten Sie bei den Ordnungsämtern der Bezirke. Kosten: voraussichtlich ca. 70 Euro. Für bestimmte, als „gefährlich“ eingestufte Hunde gelten Sonderregelungen.

Wie ist die rechtliche Situation in Brandenburg?
Bestimmte, als „gefährlich“ eingestufte Hunde wie zum Beispiel Bullterrier sind außerhalb des befriedeten Besitztums immer an einer höchstens zwei Meter langen und reißfesten Leine zu führen. Für alle anderen Hunde gilt eine Leinenpflicht nur an den in der Hunde-Verordnung aufgezählten Orten (ähnlich wie in Berlin sind das öffentliche Versammlungen und andere Veranstaltungen mit Menschenansammlungen, Sport- oder Campingplätze, umfriedete Park-, Garten- und Grünanlagen, Einkaufszentren, Verwaltungsgebäude, öffentliche Verkehrsmittel). In ausdrücklich gekennzeichneten Hundeauslaufgebieten besteht eine Befreiung von der Leinenpflicht, für gefährliche Hunde allerdings nur dann, wenn diese einen Maulkorb tragen. Darüber hinaus dürfen Hunde gemäß § 15 Abs. 8 des Waldgesetzes des Landes Brandenburg nur angeleint im Wald mitgeführt werden.

Beitrag von Sina Krambeck