Frau arbeitet zuhause und macht sich Notizen (Quelle: imago images/Westend61)
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Service - Meine Rechte im Home-Office

Rund 12 Prozent aller Arbeitnehmer sollen von zuhause aus arbeiten. So lassen sich u.a. lange Anfahrtswege sparen. Rein rechtlich tauchen dabei aber eine Menge Fragen auf: Dürfen Chefs unangemeldete Kontrollbesuche machen? Und muss sich der Chef an der Ausstattung des Home Office beteiligen

Dass zuhause wirklich gearbeitet wird, wird von Kollegen und Chefs immer wieder gerne angezweifelt. Richtig ist aber, dass sie sich dort mehrheitlich besser konzentrieren können und sie doppelt so viele Überstunden machen. So das Ergebnis verschiedener Umfragen und Studien. Um sich nicht angreifbar zu machen, sollte mit dem Arbeitgeber klar geregelt sein, wie die Arbeitszeit zu gestalten ist. Es empfiehlt sich, entweder über ein Formular manuell die Arbeitszeit zu erfassen oder eine elektronische Erfassung zu installieren. Generell gilt: Grundlegende Regeln zu Pausen und Höchstarbeitszeiten gelten auch fürs Homeoffice. Das heißt, maximal 10 Stunden am Tag, nach 6 Stunden eine 30-minütige Pause, zwischen zwei Arbeitstagen eine ununterbrochene arbeitsfreie Zeit von 11 Stunden.

Telearbeit gesetzlich geregelt

Telearbeit, mobiles Arbeiten, Homeoffice – viele Begriffe, viel Unklarheit. Mobiles Arbeiten oder generell Homeoffice meint, dass Beschäftigte gelegentlich von zuhause aus arbeiten dürfen. Alles Verhandlungssache mit dem Arbeitgeber. Gesetzlich geregelt ist nur die Telearbeit. Telearbeit heißt, dass jemand dauerhaft oder zumindest größtenteils zuhause an einem fest installierten Arbeitsplatz arbeitet. Mit der Novellierung der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) im November 2016 wurde der Begriff der Telearbeit erstmals gesetzlich definiert und damit auch von einer generellen Zulässigkeit ausgegangen.  

Arbeitgeber muss Ausstattung stellen
Wer zuhause einen fest installierten Arbeitsplatz hat und seine Tätigkeit hauptsächlich dort ausführt, für den gelten die üblichen Regeln des Arbeitsschutzes. Ein Notebook ist demnach nur geeignet, wenn es eine separate Tastatur und einen Notebook-Ständer gibt. Blendung durch Lichteinfall und störende Reflexionen sind zu vermeiden. Der Arbeitgeber muss Mobiliar, Arbeitsmittel und Kommunikationseinrichtung zur Verfügung stellen. An der Miete kann er sich beteiligen, muss es aber nicht. Eine bei Arbeitnehmern beliebte Möglichkeit ist es, dem Arbeitgeber das heimische Arbeitszimmer zu vermieten. Dann bezahlt er eine Pauschale, die auch vertraglich festgehalten wird. Wichtig: Bei Mietwohnungen muss eine Genehmigung für die „Untervermietung“ eingeholt werden. Wird die Miete nicht übernommen, kann der Heimarbeiter diese steuerlich geltend machen, wenn das heimische Arbeitszimmer den Mittelpunkt seiner Arbeit darstellt – häufig sind die Kosten aber nur bedingt absetzbar.

Steuerlich bedingt absetzbares Arbeitszimmer
Steuerlich absetzbar ist das Arbeitszimmer nur, wenn es sich um einen abgeschlossenen Raum handelt, der ausschließlich beruflichen Zwecken dient. Schon wenn darin auch die Wäsche getrocknet wird, gilt es schon nicht mehr als steuerlich absetzbares Arbeitszimmer. Zudem muss die berufliche Tätigkeit überwiegend im heimischen Arbeitszimmer stattfinden. Faustregel: Es wird an drei vollen Arbeitstagen pro Woche ausschließlich genutzt. Ist dies alles gegeben, können bis zu 1.250 Euro jährlich für ein häusliches Arbeitszimmer abgesetzt werden.

Datenschutz auch im Homeoffice wahren
Ab einer Betriebsgröße von zehn Mitarbeitern mit datenverarbeitenden Aufgaben müssen Betriebe einen Datenschutzbeauftragten vorweisen können. Dieser überwacht den Umgang mit personenbezogenen Daten und sorgt dafür, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Standards gewahrt werden. Dies gilt auch für Mitarbeiter im Homeoffice. Vorgeschrieben ist die strikte Trennung zwischen der privaten Sphäre des Mitarbeiters und der Arbeitsumgebung. Das heißt, es dürfen nur dienstliche Geräte für die Verarbeitung personenbezogener Daten benutzt werden, die Übermittlung der Daten darf nur verschlüsselt erfolgen, unnötig lange Speicherung muss vermieden werden. Außerdem sollten Aktenvernichter benutzt werden, v.a. wenn Papiertonnen unter Mieten geteilt werden.

Unfallversicherung bedenken
Dass beim Arbeiten zuhause auch versicherungsrechtliche Fragen entstehen, ist vielen Heimarbeitern nicht bewusst. Dabei gibt es durchaus Deckungslücken – und zwar bei der Unfallversicherung. Dienstwege sind auch bei Mitarbeitern im Homeoffice abgesichert, etwa wenn ein Unfall auf dem Weg vom Außentermin zurück ins heimische Büro passiert. Hingegen hat Pech, wer auf dem Weg zur Toilette oder in die Kaffee Küche stürzt. Im Betrieb ist dieser Weg natürlich versichert. Zuhause nicht. Denn: Der Arbeitgeber kann die Umgebung dort nicht kontrollieren. Stürzt der Heimarbeiter also, während er sich schnell mal ein Wasser holt, ist das Privatsache, sagt das Bundessozialgericht.  Aufgrund der vielen Deckungslücken ist es deshalb ratsam, eine private Unfallversicherung abzuschließen.

Beitrag von Christine Knospe